impuls13062021

Evangelium Joh 6,48-59


 

Dieses Wochenende empfangen 62 Kinder in St. Bonaventura ihre Erstkommunion. Sie wurden durch Weggottesdienste, Onlinemeetings und in den Familien auf den Empfang der Heiligen Kommunion vorbereitet. 

Können Sie sich noch an Ihre Erstkommunionfeier erinnern? Was hat es bei Ihnen bewirkt?

Ich kann mich noch ein einige Einzelheiten meiner Erstkommunion vor 48 Jahren erinnern. Wir waren damals viele Jungen und Mädchen, die in kleinen und auch großen Gruppen auf das besondere Ereignis vorbereitet wurden. Mir gefiel es, dass ich nicht allein geschult wurde. Die Gemeinschaft mit überwiegend gleichaltrigen hat mir sehr gut getan. Uns Kindern wurde die Besonderheit der Heiligen Kommunion verdeutlicht. Daher mussten wir vor der großen Feier beichten. Die Beichte fand ich als Kind eher verkrampft, weil wir im dunklen Beichtstuhl dem Priester unsere Fehler aufsagen mussten und mir vor Aufregung kaum etwas einfiel. 

Dass der Empfang der ersten Heiligen Kommunion ein großes Ereignis war wurde mir auch deutlich, weil in meiner Familie ein großes Fest vorbereitet wurde. Verwandte wurden eingeladen, ich trug einen blauen Anzug und bekam nach der Messe viele Geschenke. 

Ich fühlte mich durch den Kommunionempfang ein wenig erwachsen, weil Kinder vor dem 3. Schuljahr noch von dem Erhalt der Hostie ausgeschlossen wurden.

Nach der Erstkommunion wurde ich Messdiener und habe mit Begeisterung in vielen Messen meinen Dienst verrichtet und die Heilige Speise regelmäßig empfangen. Dadurch wurde mir im Laufe der Zeit deutlicher, was mit der Heiligen Kommunion gemeint ist. 

Im Evangelium steht, dass Jesus sich im Brot, also in der Heiligen Kommunion, uns Menschen liebevoll und freundschaftlich zuwendet.

Jesus ist in der Heiligen Kommunion gegenwärtig. Wenn wir die Heilige Hostie empfangen, kommen wir mit seiner Liebe, seinem Wirken, Tod und Auferstehung, also mit seinem Leben innigst in Berührung. Er möchte die Beziehung zu uns und untereinander lebendig halten. Kommunion bedeutet aus dem Lateinischen übersetzt „Gemeinschaft“. Jesus schenkt uns mit dem Empfang seiner Speise Gemeinschaft mit ihm und untereinander.

Im 1. Korintherbrief heißt es, dass Jesus beim Abendmahl das Brot nahm, Dank sagte, es brach und sprach: „Nehmet und esset, das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Tut dies zu meinem Gedächtnis.“ (1. Kor 11,24 – 25).

So wie Jesus sich beim Abendmahl in Gemeinschaft mit seinen Jüngern in Brot und Wein verschenkt hat, so schenkt er sich auch uns in dieser Form selbst hin. 

Diese von ihm geschenkte Speise soll uns immer an seine Nähe erinnern und uns im Glauben an ihm stärken. 

Mir gibt der regelmäßige Empfang der Heiligen Kommunion Halt, Kraft und Orientierung mein Leben in seiner Nachfolge zu gehen. Wenn wir uns auf ihn in der Eucharistiefeier einlassen, gedenken wir seiner und lassen uns auf seinen Beistand ein bzw. seine Beziehung ein. Außerdem halten wir uns die Zusage Jesu wach, dass er am jüngsten Tag wiederkommen und uns in sein Reich holen wird. So ist für mich der regelmäßige Empfang der Heiligen Kommunion nach wie vor von entscheidender Bedeutung für mein Leben.

Ich wünsche mir von Herzen, dass wir alle und vor allem die Kommunionkinder mit Jesus bewusst in Beziehung kommen und bleiben und uns seine Speise immer wieder Kraft und Halt dazu geben.

 

Diakon Rony John