Veranstaltungen

St. Elisabeth und Hubertus - Jugendtreff

16:30 Uhr bis 19:30 Uhr - Ort: im Keller des Pastor-Bouwmans-Hauses
Donnerstag, 21.06.18
Mehr...

St. Elisabeth und Hubertus - Probe Maranatha

20:00 Uhr - Ort: Pastor-Bouwmans-Haus oder Krypta
Donnerstag, 21.06.18
Mehr...

St. Elisabeth und Hubertus - Probe Kirchenchor

18:00 Uhr - Ort: Pastor-Bouwmans-Haus
Dienstag, 26.06.18
Mehr...

St. Elisabeth und Hubertus - Jugendtreff

16:30 Uhr bis 19:30 Uhr - Ort: im Keller des Pastor-Bouwmans-Hauses
Mittwoch, 27.06.18
Mehr...

St. Stephanus - Probe vom Kirchenchor

19:30 Uhr - Ort: Pfarrheim
Mittwoch, 27.06.18
Mehr...

Kirche St. Hubertus

PFARRPATRON ST. HUBERTUS

W. Hubertus, einer der wohl bekanntesten und volkstümlichsten Heiligen, wurde um 655 in Aquitanien (Südwestfrankreich) geboren. Er war Schüler des Bischofs Lambertus, der das Bistum Tongern-Maastricht von etwa 672 bis 703 leitete. Nach der Ermordung des Bischofs wurde Hubertus Bischof von Tongern-Maastricht. Der Doppelname des Bistums bewahrt die Erinnerung an den ursprünglichen Sitz der Bischöfe des MaasbistumsTongern (im 4. Jh. wurde Tongern erster Bischofssitz im niederl. Raum; heute Stadt in der Provinz Limburg/Belgien). Ende des 5. Jh. wurde der Bischofssitz nach Maastricht verlegt. Hubertus übertrug die Gebeine des heiligen Lambertus um 715 von Maastricht nach Lüttich, wo Lambertus sein Martyrium erlitten hatte. Um 725 erhob Hubertus dann Lüttich zur Bischofsstadt. Seine ganze Sorge galt der Mission und der Festigung der kirchlichen Strukturen, vor allem im Raum der Ardennen und in Brabant.
 
Hubertus starb am 30.5.727 auf einer Reise durch Tervueren bei Brüssel. Er wurde in der Lütticher St. Peter-Kirche beigesetzt. Seine Gebeine wurden am 3.11.743 erhoben und am 21.9.825 in das Ardennenkloster Andage überführt. Die Abtei Andage wurde durch den aufkommenden Hubertuskult umbenannt in „Saint-Hubert". Das Kloster ist bis heute Mittelpunkt der Hubertus-Verehrung. Seine Reliquien sind seit der Reformation verschwunden.
 
Seine Verehrung breitete sich seit dem 10. Jh. (Belgien, Holland, Luxemburg, Nordfrankreich, Rheinland) aus und wurde durch die seit dem 15. Jh. gegründeten Hubertus-Bruderschaften noch verstärkt.
 
Im 11. Jh. wurde die ursprünglich dem heiligen Eustachius zugeschriebene Legende von der Bekehrung des Heiligen durch einen Hirsch, der ihm während einer Jagd mit einem Kreuz im Geweih erschienen ist, auf Hubertus übertragen.
 
Er ist Patron der Ardennen, des Bistums Lüttich, der Schützengilden und verschiedener Berufsgruppen wie Jäger, Forstleute, Metzger, Optiker, Metallarbeiter, Kürschner, Drechsler, Gießer, Mathematiker und Schellenmacher. Dargestellt wird er als Bischof mit Hirtenstab und Horn/Buch oder mit Stola und Schlüssel oder als Jäger mit Hirsch, in dessen Geweih sich ein Kreuz befindet. Mit der Gestalt des heiligen Hubertus sind zahlreiche Bräuche verbunden wie Hubertusmesse, Hubertusjagd und andere.
 
Seit Jahrhunderten wird in Selikum der heilige Cornelius verehrt. Mit ihm zusammen zählt St. Hubertus, St. Quirinus und St. Antonius zu den sogenannten „Vier Marschällen", die Gott als besonders nahestehend gelten und von den Gläubigen daher um Hilfe angerufen werden. Da im Dekanat nur noch eine Kirche zum heiligen Hubertus fehlte, lag dieser Name nahe. Das Fest des heiligen Hubertus wird am 3. November gefeiert.

BAUGESCHICHTE

Die moderne Hallenkirche mit geschwungenem Dachgesims und einem freistehenden Glockenturm wurde in den Jahren 1961-1963 errichtet. Der Entwurf stammt von dem Kölner Architekten Erwin Schiffer.
 
Der Innenraum der Kirche ist 31 m lang und 18 m breit. Die Höhe beträgt 7,5 m. Der Glockenturm hat eine Höhe von 23 m.
Die Südfassade ist in sechs Fensterzonen aufgeteilt.
Die Grundsteinlegung erfolgte am 29.9.1961, die Konsekrierung am 23.9.1962.

PORTALE

Die beiden Kirchenportale wurden von dem Bildhauer Friedel Denecke (*1930; +1992) geschaffen. Auf dem zweiflügeligen Hauptportal ist auf der linken Seite das Abendmahl mit 11 Aposteln dargestellt. Der 12. Apostel (Judas Iskariot) wurde im Türgriff auf dem Boden sitzend und in nachdenklicher Form dargestellt. Um das Abendmahl herum sind auf beiden Türflügeln Menschen mit Pflanzen und Tieren zu sehen.
 
Das Nebenportal stellt den Pfarrpatron St. Hubertus als Bischof mit Hirtenstab dar. Im Türgriff ist ein kleines Totengerippe zu sehen. Nach einer Legende war Hubertus verheiratet. Seine Frau starb bei der Geburt des ersten Kindes. Daraufhin zog er sich als Einsiedler in die Ardennen zurück und wurde später Priester. Dieses Totengerippe soll uns daher an die Vergänglichkeit des Lebens erinnern.

GLOCKEN

Die fünf in der Glocken- und Kunstgießerei Petit & Gebr. Edelbrock in Gescher/Westfalen gegossenen Glocken in Bronze (gestiftet) stammen aus dem Jahre 1962. Die größte Glocke wiegt 820 kg (Durchmesser: 1,094 m; Inschrift: Quirinus, schütze die Stadt); die zweitgrößte Glocke wiegt 550 kg (Durchmesser: 0,961 m; Inschrift: Hubertus, treib ab von uns die Nachstellungen des Feindes); die dritte Glocke wiegt 400 kg (Durchmesser: 0,845 m; Inschrift: Maria, Königin des Friedens, erbarme dich der Sünder) und die zwei kleinsten Glocken wiegen 240 kg (Durchmesser: 0,710 m; Inschrift: Josef, heiliger Werkmann, schütze unser Schaffen) und 170 kg (Durchmesser: 0.630 m; Inschrift: Cornelius, bitte für das dir dankbare Volk).

FENSTER

Die schmalen senkrechten und waagerechten Fenster in den Farben blau (Glaube), grün (Hoffnung), und rot (Liebe) geben dem Kirchenraum besonders beim Einfall von Sonnenstrahlen eine angenehme Wärme und Geborgenheit.

FLACHRELIEF

Den Chorabschluß bildet ein vom Krefelder Künstler August Pigulla 1967 geschaffenes Flachrelief: in der Mitte der thronende Christus mit ausgebreiteten Armen, hinweisend auf die Verkündigung, symbolisiert durch die Zeichen für die vier Evangelisten (Engel/ Mensch für Matthäus, Löwe für Markus, Stier für Lukas und Adler für Johannes) und auf der anderen Seite hinweisend auf das Abendmahl, symbolisiert durch Brot und Wein. Das Umfeld der Christusgestalt soll Ausstrahlung nach allen Himmelsrichtungen andeuten.
KREUZ MIT TURMHAHN
TABERNAKEL
TAUFBECKENDECKEL
KERZENSTÄNDER
ABSPERRGITTER U. A.
Diese Metallarbeiten wurden ebenfalls von Friedel Denecke entworfen und gefertigt.

HEILIGENFIGUREN

An den Pfeilern vom Altar aus gesehen befinden sich die Heiligenfiguren Maria mit dem Jesuskind (sie stammt aus der Westschweiz und soll von Bernus von Avignon geschnitzt worden sein; gestiftet), Johannes (gestiftet von pfarrangehörigen Männern, die Johannes den Täufer als Namenspatron haben), Hubertus (sie stammt aus dem Kloster Fischingen), Augustinus (gestiftet von Pfarrer Hans Berchem; Subsidiar in St. Hubertus von 1965 - 1990) und an den Pfeilern der Orgelbühne Petrus und Paulus (Anfang 19 Jh.; ebenfalls gestiftet von Pfarrer Berchem).

ORGEL

Die Orgel wurde von der Firma Romanus Seifert & Sohn aus Kevelaer 1966/ 1967 gebaut. Sie verfügt über 16 Register, die auf zwei Manuale und Pedal verteilt sind. In ihr erklingen 60 Pfeifen aus Holz und 1300 Zinnpfeifen. Es ist eine Schleifladenorgel mit mechanischer Spiel- und Registertraktur und freistehendem Spieltisch.

KREUZWEG

Das Mosaik an der Rückwand der Kirche, ebenfalls von August Pigulla geschaffen, zeigt in 15 Bildern die Leidensgeschichte Jesu
1. Station: Verurteilung Jesus durch Pilatus;
2. Station: Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern;
3. Station: Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz;
4. Station: Jesus begegnet seiner Mutter;
5. Station: Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen;
6. Station: Veronika reicht Jesus das Schweißtuch;
7. Station: Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz;
8. Station; Jesus begegnet den weinenden Frauen;
9. Station: Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz;
10. Station: Jesus wird seiner Kleider beraubt;
11. Station: Jesus wird ans Kreuz genagelt;
12. Station: Jesus stirbt am Kreuz;
13. Station: Jesus wird vom Kreuz abgenommen und in den Schoß seiner Mutter gelegt;
14. Station: Jesus wird ins Grab gelegt;
15. Station: Auferstehung Jesus.

IKONE

Die Ikone mit Maria und dem Jesuskind unter der Orgelbühne (gestiftet von einer pfarrangehörigen Familie), wurde von einem Athener Künstler gemalt. Die Metalleinfassung stammt ebenfalls von Friedel Denecke.

FASTENTUCH

Das in mühevoller Arbeit erstellte Fastentuch wurde 1980 zum ersten Mal in der Kirche St. Hubertus aufgehängt. Franz Berghoff (* 1922; + 1997) hat dieses Kunstwerk entworfen; die Stickarbeiten wurden von Luise Werhahn 1978-1980 ausgeführt.
 
Das etwa 5 m hohe und 3 m breite Fastentuch besteht aus zwölf quadratischen, kunstvoll gestickten Stoffflächen, die auf ein entsprechend großes Brett befestigt wurden und die die die Leidensgeschichte Jesu nach der Johannespassion zeigen. Das Fastentuch wird in der Fastenzeit aufgehängt. In der Osterzeit bleibt das Fastentuch in der Kirche hängen. Das dritte mittlere Bild von oben wird dann durch den auferstandenen Christus ersetzt.

  

Texte, Fotografie und Gestaltung: Heinz Eickelmann