Gottesdienste

Montag, 30. März 2020
Rosenkranzgebet um Bekehrung und Frieden entfällt!
Dienstag, 31. März 2020
Morgengebet entfällt!
Schulgottesdienst 3. Schulj. entfällt!
kfd - Rosenkranzgebet entfällt!
Wort-Gottes-Feier entfällt!

#kommentar

17. März 2020; Michael Tewes, Pfarrer

Liebe Mitchristinnen und Mitchristen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

Es wird draußen Frühling und man hat das Gefühl, nach den langen und dunklen Wochen kann man wieder raus, das Leben genießen, ein erstes Eis draußen essen, sich auf ein Bierchen treffen, den Grill schon mal anschmeißen, Freunde treffen und das Leben wieder frohgemut weiter gestalten.

Aber, wir alle erleben es, in diesem Frühling ist alles anders, ein Virus aus einem scheinbar weit entfernten Land kommend, hat unser aller Leben fest im Griff. Noch vor ein paar Wochen haben viele von uns gedacht, das ist ein Problem in Asien, das wird uns hier nicht erreichen. 

Es hat uns erreicht und führt uns vor Augen, wie schnell in unserer globalisierten Welt ein Rädchen ins andere greift und uns alle und unser Leben auf den Kopf stellt.

Wenn wir in ein paar Monaten hoffentlich das Schlimmste überstanden haben, werden wir gemeinsam sehen müssen, was von unserem Leben vor Corona übergeblieben ist und ich hoffe sehr, dass wir dann alle gemeinsam das Leben in unserem Land, in Europa und der ganzen Welt neu ordnen können, jeder und jede an seinem oder ihrem Platz mit den jeweiligen Möglichkeiten, die uns geschenkt sind.

Ein Bekannter unseres Verwaltungsleiters hat ein paar, so finde ich bemerkenswerte Gedanken aufgeschrieben, die ich, so hat er es mir erlaubt, gerne mit Ihnen allen teilen möchte, denn sie spiegeln auch meine Hoffnungen wieder:

„Während ich mich beruflich und privat auf die für uns alle anstehenden Herausforderungen vorbereite, kristallisiert sich bei mir aus einem vagen Gedanken ein immer deutlicherer Wunsch und eine (klitze-) kleine Hoffnung heraus. Der anstehende, möglicherweise weltweite „Shutdown“ wird zu einem führen: wir alle, egal welche Hautfarbe, Religion oder Nichtreligion wir haben, ob wir reich oder arm wie Kirchenmäuse sind, egal ob wir aus Europa, den USA oder der Sahelzone kommen … wir alle müssen runterfahren. Gezwungenermaßen. Aber vielleicht, und das ist mein Wunsch, führt ja diese Situation der nächsten Tage, Wochen oder Monate dazu, dass wir uns, unser Tun, unsere Agressivitäten, unser ständiges Getriebensein, einmal überdenken. Und danach einen Reset machen. Mit weniger Wut und Hass, (weniger Egoismus) und überhaupt….

Und die dann vor uns liegenden Aufgaben, und die wird es reichlich geben, die gehen wir solidarisch an. Es könnte auch eine Neu- und Wiedergeburt von Social Medien geben, diesmal in seiner wörtlichen Übersetzung. Wäre zu schön…..“ (Jürgen Scheer)

 

Ich persönlich möchte noch anfügen, dass ich hoffe, dass wir uns wieder mehr auf das Wesentliche konzentrieren lernen, seien wir dankbar für unsere Familien und Freunde/ innen, seien wir dankbar, für das, was wir haben, was Gott uns geschenkt hat.

Mich erschrecken die Hamsterkäufe einiger Mitmenschen im Augenblick sehr, noch mehr verurteile ich die Diebstähle von Desinfektionsmitteln und Atemmasken in Krankenhäusern o.ä., das sind genau die Handlungsweisen, von denen ich hoffe, dass wir sie vermehrt hinter uns lassen können, wenn wir alle gemeinsam durch diese Zeit kommen wollen und unsere Gesellschaft nach diesen Monaten neu in den Blick nehmen können.

Wir sind mitten in der Fastenzeit, in diesem Jahr bekommt  das Wort quasi eine ganze neue tiefere Bedeutung. Nutzen wir diese Wochen für Gespräche in der Familie, für ein gemeinsames Gebet, entdecken wir die Fähigkeiten und Liebenswürdigkeiten (und sicher auch die kleinen Schwächen) der Menschen in unserer engsten Umgebung neu. Bleiben wir miteinander im Gebet verbunden und beten wir auch besonders für die Menschen aus unseren Gemeinden, die von der Krankheit getroffen werden. Helfen wir und bieten wir unsere Hilfe denen an, die Hilfe brauchen. 

Ich bin ganz sicher, es wird ein Ostern geben, vielleicht können wir es in diesem Jahr am 11./12.4. nicht so feiern, wie wir es gewohnt sind. Aber es wird kommen.

Wir Priester und Seelsorger/innen im Pfarrverband feiern die Hl. Messen und Gottesdienste zu den gewohnten Zeiten und an den gewohnten Orten weiter, leider ohne Ihre physische Beteiligung. Gerne können Sie sich vorher per Telefon oder via Mail (kkg.holzheim@t-online.de) bei uns melden und uns Ihre Anliegen und Sorgen mitteilen.

Herzliche Grüße, passen Sie alle auf sich auf, bleiben Sie gesund!

 

Ihr und Euer

Michael Tewes, Pfarrer

 

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