Erzbistum Köln     

Zwei verschiedene Typen von Mensch werden von Jesus eingeladen: Zum einen alle, die arbeiten, und zum anderen alle, die bedrückt und belastet sind.

Das griechische Wort für die Belasteten im Evangelium meint nicht so sehr die Belastungen, die ein Mensch wegen Sorgen und Nöten um sich und andere, Schicksalsschlägen, Zukunftsfragen hat und mit sich rumträgt. Das sind Belastungen, die nicht abzuschwächen, zu verharmlosen oder zu relativieren sind. Belastete meint hier Menschen, die religiöse und ethische Lasten von den Religionsführern und Gelehrten aufgebürdet bekommen und nicht erfüllbar sind; letztlich auch an der Realität von Leben, Lebenserfahrung und Weiterentwicklung der gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Erkenntnisse vorbeigehen. Von dieser Bürde befreit Jesus. Er wendet sich gegen alle Formen äußerlicher, kultischer und ethischer Formen, die Menschen das Leben schwer machen und letztlich nicht zu Gott führen. Vielleicht liegt hier einer der Gründe der vielen Kirchenaustritte: die Frage nach der Relevanz der Kirche, nach ihrer Reformwilligkeit und Reformfähigkeit, das Fehlen eines neuen „aggiornamento“ wie beim II. vatikanischen Konzil.

 

Das andere markante Wort Jesu ist: „Ihr werdet Ruhe finden für eure Seele.“ Ruhe finden im Sinne von Erquickung, geistlicher Erfrischung und innerem Frieden. Ruhe, um im Glauben neue Kraft zu finden, um den Alltag zu bewältigen.

 

Die gegenwärtige Situation und das Evangelium laden ein,  sich mit der Bedeutung des Glaubens und der Beziehung zu Gott in unserem Alltag zu beschäftigen. Dazu drei Anregungen aus dem Gebet der liebenden Aufmerksamkeit des hl. Ignatius:

 

-       Ein Lebensmotto des hl. Ignatius war: Gott in allen Dingen des Lebens suchen und finden. Die Spuren Gottes im Alltag, auch in schweren Situationen wahrnehmen, um in eine lebendige Gottesbeziehung zu kommen. Das schützt davor, Glaube mit äußerlichem Ritual und feststehenden Pflichten zu verwechseln.

 

-       Die Haltung der Dankbarkeit einnehmen. Schreiben Sie am Ende eines Tages einfach auf, wofür Sie dankbar sein können. Sie werden staunen, wie viele Gründe es gibt. Legen Sie diesen Dank in Gottes Hand.

 

-       Das Nachdenken über die eigene Glaubenspraxis. Alles, was äußerlich geworden ist, neu entdecken, den tieferen Sinn erkennen – am besten im Gespräch mit anderen Christ*innen.

  

Den Glauben lebendig halten, wird Ihnen Ruhe verschaffen im Alltag.

In diesem Sinn gute Erholung in diesen sommerlichen Tagen

 

Ihr Pfr. Jochen Thull

 

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