Erzbistum Köln     

Was ist eigentlich Gottesdienst?

... „Ich ermutige euch, Geschwister: Verlasst euch auf Gottes Mitgefühl und bringt eure Körper als lebendige und heilige Gabe dar, an der Gott Freude hat. Das ist euer vernunftgemäßer Gottes-Dienst. Schwimmt nicht mit dem Strom, sondern macht euch von den Strukturen dieser Zeit frei, in dem ihr euer Denken erneuert. So wird deutlich, was Gott will: Das Gute, das, was Gott Freude macht, das Vollkommene.“ (Röm12,1-3)

 

Aus diesen Sätzen Paulus können wir herauslesen:

Gottesdienst ist Gottes Dienst – Gottes Dienst an uns. Nicht wir tun zuerst einen Dienst für Gott, sondern Gott dient uns. Gott lädt uns ein und wir nehmen Platz in seinem Erbarmen und Mitgefühl, bringen unser Leben mit all den Sorgen, Freuden und Bitten mit, vertrauend darauf, dass er sagt: „Komm, ich bin doch da für euch. Ich diene euch.“

 

Gottes Dienst an uns hat Folgen – und das ist eine zweite Antwort auf die Frage, was Gottesdienst ist: Unser Dienst für Gott. Seine Liebe will, dass wir sie weitergeben. Sein Mitgefühl lässt uns nicht einfach kalt. Gottesdienst hört nicht sonntags nach einer Stunde auf. Er geht weiter. In unserem Körper pumpt unser Herz das Blut mit dem nötigen Sauerstoff bis in die kleinsten Adern hinein. So will der Herzschlag des Gottesdienstes am Sonntag die Energie der Kraft und Liebe Gottes in die Verästelungen unseres Alltags pumpen: Gott ehren am Schreibtisch, auf dem Bau und in der Küche, Gottesdienst im Raum unserer Begegnungen, Gottes geliebte Welt mitgestalten – all das schwingt hier mit, und zwar nicht krampfhaft und gezwungen, sondern offen und mit Vergnügen. Lesen wir weiter in den Text hinein:

 

„Erfüllt von der Zuneigung Gottes, die mir geschenkt wurde, sage ich nun einer jeden und einem jeden von euch: Überfordert euch nicht bei dem, wofür ihr euch einsetzt, achtet auf eure Grenzen bei dem, was ihr vorhabt. Denn Gott hat jedem und jeder ein bestimmtes Maß an Kraft zugeteilt, Vertrauen zu leben. Denkt an unseren Körper. Er ist eine Einheit und besteht aus vielen Körperteilen, aber nicht jedes Teil hat dieselbe Aufgabe. So sind wir, obwohl wir viele sind, doch ein einziger Körper in der Gemeinschaft des Messias. Einzeln betrachtet sind wir Körperteile, die sich füreinander einsetzen. Wir haben jeweils unterschiedliche Fähigkeiten, die uns in göttlicher Zuwendung geschenkt wurden:

 

Wer die Gabe hat, prophetisch zu reden, nutze sie, um deutlich zu machen, welches Handeln dem Vertrauen auf Gott entspricht.

 

Wer die Gabe hat, für andere zu sorgen, nutze sie zum Wohl der Gemeinschaft.

 

Wer die Gabe hat zu lehren, nutze sie, um andere am Wissen teilhaben zu lassen.

 

Wer die Gabe hat zu trösten, nutze sie, um andere zu ermutigen.

 

Wer mit anderen teilt, sei aufrichtig dabei.

 

Wer eine Leitungsaufgabe übernimmt, fülle sie mit Begeisterung aus.

 

Wer solidarisch mit anderen lebt, soll es heiter tun.“ (Röm 12,4-8)

 

Ihr Pfr. Jochen Thull

 

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