ÖFFNUNGSZEITEN:

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Donnerstag 16.00 - 18.00 Uhr
   

 

Anschrift:
Katholische Öffentliche Bücherei

St. Lambertus
Marktplatz 4
50181 Bedburg

Tel. 02272 409521

Die Geschichte des Wassers" von Maja Lunde

Als Hobbyimkerin war das erste Buch von Maja Lunde "die Geschichte der Bienen" Pflicht Lektüre für mich. Und ich fand es toll. So freute ich mich auf ihr zweites Buch" die Geschichte des Wassers " und muss sagen : Ich habe auch diesen Roman genossen.
Wie auch in Ihrem ersten Buch verwebt Maja Lunde zwei Geschichten, die in unterschiedlichen Zeitspannen stattfinden und stückweise abwechselnd erzählt werden, um sie am Ende überraschend zusammen zu führen. Die eine Geschichte spielt in der Gegenwart und die Protagonistin, eine gealterte Umweltschützerin, versucht  zu verhindern, dass Gletscher-Eis aus Norwegen in den Drinks der Öl-Milliardäre in der Wüste  landet. Die andere Geschichte spielt in der nahen Zukunft im Jahr 2041. Es hat seit fünf Jahren nicht mehr geregnet und ein  junger Vater ist mit seiner kleinen Tochter auf der Suche nach seiner Frau und seinen Sohn, die er nach einer Brand Katastrophe aus den Augen verloren hat. Sie landen in einem Flüchtlingscamp und erleben nach der jahrelangen Wasserknappheit ein bedrohliche Chaos.
Am Ende fügt Maja Lunde die beiden Geschichten geschickt zusammen und lässt einen nachdenklichen Leser zurück .
Ich habe das Buch gelesen, als in weiten Teilen Deutschlands eine Hitzewelle grassierte und seit Wochen der Regen ausblieb . Zudem begleitete uns die Diskussion über den Klimawandel mehr denn je. Eine ideale Lese-Atmosphäre für dieses Buch!
Ich konnte die flirrende Hitze, den Durst, den Geschmack von salziger Haut, die raucherfüllte, staubige Luft und die Sehnsucht nach einer reinigenden Dusche auf eine erschreckende Weise nachempfinden.
Eine empfehlenswerte Lektüre, auch für Männer geeignet. ;-)
I. Kramme

 

Renate Bergmann: Ich bin nicht süß, ich hab bloß Zucker: Eine Online-Omi sagt, wie's ist


Der Titel dieses Buches hat mich neugierig gemacht. Also habe ich das Buch kurzentschlossen mit in den Urlaub genommen. Ich habe es nicht bereut. Das Buch ist lustig, mit ganz vielen Augenzwinkern geschrieben und man glaubt der 82 jährigen Frau Bergmann jedes Wort, wenn sie von ihren vier verstorbenen Ehemännern erzählt, die alle in einem anderen Stadtteil von Berlin beerdigt sind, so dass das Gießen einen halben Tag dauert.
Oder von ihrer einzigen, stark esoterisch angehauchten Tochter, die mit Katzen spricht und alles daran setzt um ihre Mutter ins Altersheim zu bringen.
Außerdem haben Renate und ihre Freundin Gertrud ein schönes Hobby für sich erkoren. Sie ziehen sich nach einschlägigem Studium der Zeitungen schwarze Sachen an und besuchen die Beerdigungen ihrer Umgebung. Zwei mehr am Buffet, wem fällt das schon auf.
Gertruds Mann fährt die beiden Damen auch zum Shoppen durch ganz Berlin, wenn es wieder Sonderangebote gibt. Er sieht zwar fast nichts mehr, aber die beiden Damen wissen ja den Weg!
Renate Bergmann sagt ihre „Weisheiten“ unverblümt, auch manchmal etwas zu penetrant, aber man erkennt garantiert die eine oder andere Dame der Nachbarschaft oder Umgebung.
Außerdem hat Renate durch ihren Neffen das Internet entdeckt, welches sie auf ihre eigene witzige Art beschreibt, mit den einen oder anderen Katastrophen, die im Internet halt passieren können. Sie lässt sich auf jeden Fall nichts gefallen. Wenn es eng wird, muss der Neffe ran.
Das Buch ist eine tolle Ablenkung vom Alltag mit manchmal erschreckend viel Wahrheit.

G. Tuschy

Juli Zeh: UNTERLEUTEN

Zunächst einmal: Ich liebe Juli Zehs Sprache! Ihre zweideutige, sarkastische, humorvolle und treffsichere Art Charakteren und Landschaften zu beschreiben und immer auch eine gewisse Spannung aufzubauen.

In dem Roman geht es um ein Dorf in Brandenburg nach der Wende, wo Alteingesessene und Zugezogene aufeinandertreffen. Die scheinbare Idylle zerbricht nach und nach, denn hinter den Fassaden brechen alte Konflikte wieder auf und ein neuer Konflikt, der Bau eines Windparks, bietet Zündstoff für ein Drama, das in einem Fiasko endet.

Juli Zeh gelingt es viele Themen aufzugreifen, wie das „Ossi-Wessi-Problem“, alternative Energien versus Landschaftsschutz, korrupte Politiker, Generationskonflikte und Yuppies auf Großstadtflucht.
Erzählt wird die Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven und anfängliche Sympathien wechseln in Antipathien oder umgekehrt.

Und am Ende hat man das Gefühl, man ist selbst ein Teil dieser Dorfgemeinschaft.

Sehr lesenswert!

I. Kramme

"Stille Wasser" von Donna Leon

Diesmal möchte ich Commissario Brunettis 21. Fall von Donna Leon „Stille Wasser“ vor.stellen.

Auch ohne die anderen 20 Fälle gelesen zu haben, kann man diesen ruhigen Krimi genießen und lernt dabei die Lagune von Venedig kennen, die sich  mit ihren vielen und weit verzweigten Wasserarmen wie ein riesiger Irrgarten vor den Toren der Stadt erstreckt.

Alles beginnt in der Questura von Venedig. Es ist Sommer und es ist sehr heiß. Die Klimaanlage ist ausgefallen und ein routinemäßiges Verhör an einem arroganten Anwalt steht auf dem Plan. Doch dann läuft alles aus dem Ruder. Um seinen jungen Assistenten zu schützen, der das Verhör sehr persönlich nimmt, täuscht Brunetti einen Schwächeanfall vor. Damit nimmt die Sache seinen Lauf und er findet sich im Krankenhaus wieder. Plötzlich merkt er, wie erschöpft er wirklich ist und die Krankenhausärztin schlägt ihm eine Auszeit vor, die er auch sofort ergreift.

Vor den Toren Venedigs hat die Familie seiner Frau eine leerstehende Villa auf einer der vielen Inseln der Lagune. Dort zieht er sich allein zurück mit dem Vorhaben, nichts anderes mehr zu tun als lesen, schwimmen, rudern und Rad zu fahren. Mit dem Hausverwalter Davide, der sich als alter Freund seines verstorbenen Vaters entpuppt, lernt er dort viel über die Natur der Lagune und die Bienen im Besonderen.

Doch die Idylle wird durch einen Todesfall beendet. War es ein Unfall, Selbstmord oder gar Mord.

Commissario Brunetti ermittelt wieder.

G. Tuschy

Penguin Bloom von Bradley Trevor Greive

 

Penguin Bloom , der kleine Vogel, der unsere Familie rettete….

Ist eine wahre Geschichte über einen ganz besonderen schwarz-weißen Vogel, dem eine Familie gerade zur rechten Zeit begegnet.

Das Buch beginnt mit der Schilderung der Liebes- und Lebensgeschichte von Sam und Cameron Bloom. Ihr Alltagsleben mit den drei gemeinsamen Kindern und ihre aufregenden Urlaube in exotischen Gebieten, denn Cameron Bloom verdient seinen Lebensunterhalt als Fotograf.

Dann passiert das unfassbare. Sam stürzt vor den Augen ihrer Familie in die Tiefe, als ein marodes Absperrgitter an einem Aussichtspunkt in Thailand nachgibt. Sie überlebt schwer verletzt mit gerissenem Rückenmark.

Die vorher lebenslustige und fröhliche Frau ist für immer an den Rollstuhl gefesselt und verzweifelt an dieser Situation.

Doch da finden sie auf einem Parkplatz einen kleinen, aus seinem Nest gefallenen, Vogel mit gebrochenen Flügeln. Sam beschließt sofort, diesen bemitleidenswerten und todgeweihten Vogel bei sich aufzunehmen. Alle Fürsorge die „Penguin“ bekommt, gibt er bedingungslos zurück und hilft auch Sam, in seiner kompromisslosen, lebensbejahenden Art, wieder neuen Lebensmut zu fassen.

Die ganze Geschichte ist nüchtern aus dem Blickwinkel von Cameron Bloom erzählt und mit vielen, sehr hervorragenden Bildern untermalt. Es ist eine Liebeserklärung an das Leben und die Hoffnung.

G. Tuschy