Die Zeichen der Zeit im Licht des Evangeliums sehen: Die materiellen Dinge dürfen vergehen

Der Geist Gottes schenkt uns unvergängliches Leben! Geistlicher Impulus nicht nur für Familien im Zeichen der Corona-Krise

Liebe Familien, liebe Gemeinde!

Viele vertraute Dinge um uns herum gehören auf einmal nicht mehr zu unserem Alltag: Begegnungen mit Freunden, herzliche Umarmungen, Familienfeste und andere Feiern.

Das Leben ist sehr still geworden, und wir lernen wieder, Schlange zu stehen und zu warten. Aber nur darauf zu warten, dass das alles bald vorbei ist und wir zur Normalität zurückkehren können, ist zu wenig und wird auch dieser großen Herausforderung an uns alle nicht gerecht. Hängen wir nicht an Zahlen, an Statistiken und Prognosen, sondern machen wir unsere Herzen weit für die tiefere Aufgabe, die Gott uns jetzt anvertrauen will.                   

Wir werden von vielen Schrifttexten daran erinnert, unser Herz nicht an Dinge zu hängen, die vergänglich sind, denn damit hätten wir unser Lebenshaus auf Sand gebaut und die Stürme dieser Krise würden es zum Einsturz bringen.  

Die Schrifttexte ermutigen uns, nach dem Ausschau zu halten, was bleibt, was unzerstörbar ist in schweren Zeiten und über den Tod hinaus.              

Der Prophet Ezechiel spricht in der Krise von einem Neuanfang, den Gott mit seinem Volk machen will: „Ich öffne eure Gräber und hole euch, mein Volk, aus euren Gräbern herauf.“

Das Volk Israel ist nicht wirklich tot. Aber es lebt im Exil, fern der Heimat, ohne Hoffnung. Vielleicht ist das vergleichbar mit der Einsamkeit der Quarantäne oder des häuslichen Alleinseins in unserer aktuellen Situation. Aus dieser Not heraus gilt es, eine neue Lebensperspektive zu entwickeln. Gottes Medizin für sein hoffnungsloses Volk drückt sich in folgenden Worten aus: „Ich hauche euch meinen Geist ein, dann werdet ihr lebendig.“ Wenn wir uns in der Not vertrauensvoll an Gott wenden, wirft Gottes Verheißung durch den Propheten Licht auf unser Leben: „Ich bringe euch wieder in euer Land.“                                                                                                                                                          

Wir sind zwar Zuhause, haben uns aber auch von manchen Dingen entfremdet, die uns in einem tieferen Sinne Heimat schenken: die Familie, die Natur, die Liebe zum Leben und unser Vertrauen auf Gott. Nutzen wir die geschenkte Zeit, um zu spüren, was uns innere Heimat gibt, was uns Lebensquelle, Licht und Hoffnung ist. Und verbinden wir uns bewusst jeden Tag neu mit dieser Quelle des Lebens und mit den Menschen, mit denen wir gemeinsam unterwegs sind. Gehen wir achtsam mit uns und allen Lebewesen um, denn in allem, so sagt das Buch der Weisheit, wohnt Gottes lebendiger Geist.   

 

Ich lade Sie wieder ein zu einem kleinen Hausgottesdienst:

-      Nehmen Sie sich auch an diesem Sonntag eine Viertelstunde Zeit  im Kreise Ihrer Familie. 

-      Zünden Sie eine Kerze an. 

-      Halten Sie eine Minute Stille.

-      Lesen Sie aus unserer Kinderbibel Nr.78 „Zachäus ändert sein Leben“. 

-      Singen Sie ein Lieblingslied aus der Kommunionvorbereitung. 

-      Sprechen Sie einfache Fürbitten für sich und andere laut aus und

-      Beten Sie gemeinsam das Vaterunser.

 

Weiterhin wünsche ich Ihnen Kraft und Geduld und ein waches Herz!

 

Ihr

Diakon Burkhard Wittwer

 

 

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