Die Zeichen der Zeit im Licht des Evangeliums sehen

7. Ostersonntag: Wo Himmel und Erde sich berühren

Liebe Gemeinde besonders liebe Familien!

Eine Geschichte erzählt, dass sich zwei Menschen auf den Weg machen, um den Ort zu finden, an dem Himmel und Erde sich berühren. Dort sei eine Tür, die sich öffnet, sobald wir anklopfen, und wir würden Gott schauen. Nach einer langen Wanderung erreichen die beiden diese Tür. Als sie mit klopfendem Herzen eintreten, stehen sie bei sich zu Hause. 
Da, wo wir leben, ist der Schatz verborgen, und wir finden ihn oft nicht. 
Woran liegt das? 
Ich denke, es liegt häufig daran, dass wir das Glück in den großen Dingen und Ereignissen suchen, obwohl es in den kleinen Dingen des Alltags verborgen ist. 
„Do small things with big love.“ Tue die kleinen Dinge mit großer Liebe, sagt eine Lebensweisheit. 
In einer Zeit, in der wir auf Hygieneregeln und Abstände achten müssen, in der sich trotz vieler Öffnungen das Gefühl der Freiheit und des Glücks nicht so recht einstellen möchte, dürfen wir das Experiment wagen, die Erfüllung in den Dingen und Menschen zu finden, die jetzt da sind. Auch wenn ich einen Mundschutz trage, kann ich voll Liebe auf die Menschen schauen, denen ich begegne. Und nicht nur auf die Menschen, auch auf die Dinge, die jeden Tag auf dem gedeckten Tisch stehen und mich nähren, auf die Natur, die mich belebt und erfreut. Ich darf all‘ das, was mich umgibt und mein Leben erhält, um seiner selbst willen lieben, aber ich kann auch die Spuren Gottes in allen Geschöpfen sehen und dadurch ihre besondere Würde entdecken.
 Es gibt einen Gruß, der lautet: „Ich grüße das Göttliche in dir.“ 

 

Im Evangelium heißt es: „Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott zu erkennen.“ Hören wir genau hin: Das ist das ewige Leben und nicht, so wird es einmal sein. Erkennen bedeutet in biblischer Sprache lieben. Wenn wir Gott in unserem Leben, so wie es jetzt ist, erkennen und lieben, wenn wir im anderen das Göttliche erkennen und lieben, beginnt unter uns etwas von der großen Liebe. 
Beten wir füreinander nicht nur um Gesundheit und Vertrauen, sondern auch um den Heiligen Geist, der uns die Augen dafür öffnet, wo sich in unserem Leben Himmel und Erde berühren.

Auch heute lade ich Euch/Sie wieder ein zur Wiederholung der kleinen Andacht vom letzten  Sonntag:

-      Nehmen Sie sich auch an diesem Sonntag eine Viertelstunde Zeit  im Kreise Ihrer Familie. 

-      Zünden Sie eine Kerze an. 

-      Halten Sie eine Minute Stille.

-      Lesen Sie aus unserer Kinderbibel Nr.93 „Der Abschied von den Jüngern“. 

-      Überlegen Sie, wem Sie heute durch einen Anruf, einen Brief oder einem Besuch, der schon möglich ist, eine Freude machen können.

-      Sprechen Sie einfache Fürbitten für sich und andere laut aus und

-      beten Sie gemeinsam das Vaterunser.

 

Das wünscht Ihnen und Euch von Herzen Ihr Diakon Burkhard                                                                      

                              

                                                                

 

                           

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