ERZBISTUM KÖLN     
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Laudatio für Franz Held für den Ehrenvorsitz
 

Liebe Sängerinnen und Sänger, liebe Angehörige!

 

Wenn bei angeregter Unterhaltung plötzlich um Ruhe gebeten wird, dann werfen in der Regel große Ereignisse ihre Schatten voraus. Gerade heute könnte das in besonderer Weise zutreffen, geht es doch um jemanden, den Sie alle mit Sicherheit sehr gut kennen und der sogar dem Kirchenchor St. Cäcilia Weilerswist angehören soll und das auch schon sehr lange. Aufgenommen in den Chor wurde diese Person im Jahre 1953 und ist ihm bis heute treu geblieben. Einige Jahre später widerfuhr ihr etwas, wozu sich bei nicht Wenigen einer Gemeinschaft die Begeisterung dafür in sehr engen Grenzen hält. Sie wurde nämlich im Jahre 1962 zum Vorsitzenden des Kirchenchores gewählt und hatte diese Aufgabe inne bis zum Jahre 1997.

Ist damit endlich das Geheimnis gelüftet?

Es lässt sich nicht mehr verschweigen, lieber Franz, dass es um Dich geht. Nachdem Du bereits am 26. November 1961 zum – man höre und staune – Fahnenträger gewählt worden warst, sah man in Dir den geborenen Vorsitzenden und wählte Dich am 02. Dezember 1962 mit 24 Stimmen in dieses Amt. Da Du Dich offensichtlich sofort voll und ganz in diese Aufgabe hinein gekniet und keine Zeiten und Mühen gescheut hast, um diesem Auftrag in jeder Beziehung gerecht zu werden und Dir als begnadetem und passioniertem Sänger der Vorsitz immer mehr zur Herzensangelegenheit wurde, ist bei jeder Wahl Deine Amtszeit wieder verlängert worden. Um auch das Chorleben möglichst abwechselungsreich zu gestalten, hast Du dazu eigene Ideen entwickelt oder aus dem Kreis aufgenommen und dann gekonnt in die Tat umgesetzt. Als ein besonderes Beispiel sei dafür das Doppelquartett genannt, das Du nach dem Auftritt bei einer Chorfeier sofort etabliertest und auch gleich die Leitung übernahmst. Du warst es auch, der auf dem wenig später folgenden und damals üblichen Neujahrsempfang bei Pfarrer Lohne das Sternsingen mit den Quartettsängern ins Leben gerufen hast, eine Aktion, die 25 Jahre Bestand hatte. Aber auch für viele kirchliche und weltliche Feiern hast Du das Doppelquartett immer wieder ins Gespräch gebracht. Bis jetzt könnte man meinen, dass ein Vorsitz ein toller Job ist; sicherlich bist Du aber oft genug enttäuscht, verärgert und fast resignierend nach Hause gegangen, wenn die Kritik aus dem Chor zu groß oder das Zusammenwirken mit den Chorleitern zu schwergängig war. Das eigentliche Tal der Tränen begann für Dich aber, als der langjährige Chorleiter, Herr Ferges, Weilerswist verließ. Wo sollte man jetzt so schnell einen neuen herbekommen, denn nichts ist für einen Chor schlimmer als Arbeitslosigkeit. Als dann ein jüngerer Kandidat sich einstellte, war Dir die Erleichterung und eine gewisse Begeisterung für ihn anzumerken. Schon bald aber wich die erste Euphorie einer aufkommenden Kritik bis hin zu einer totalen Abneigung, sollte doch alles Bisherige, das über viele Jahre den Chor geprägt hatte, über Bord geworfen und umgekrempelt werden. Auch innerhalb des Chores rumorte es, sodass fast ein Kampf jeder gegen jeden drohte. In diesem Spannungsfeld standst Du nun und solltest die Einigkeit der Sänger bewahren und die Harmonie wieder herstellen. Stattdessen wurden die Gegensätze immer größer, sodass Dir schließlich keine andere Wahl blieb, Dich gegen den Chorleiter und für den Chor zu entscheiden, damit dieser keinen weiteren Schaden nahm, sondern für die Zukunft zusammenhielt. Dein Votum gegen den Chorleiter sollte sich übrigens aufgrund späterer Informationen als richtig erwiesen haben. Die Liebe zu Deinem Chor hatte Dich das Richtige tun lassen. Damit fing allerdings die Arbeit wieder von vorne an mit Suche und Herstellung gedeihlicher Zusammenarbeit, was wiederum nicht ganz ohne Querelen und Überwindung von Hindernissen vonstatten ging. Dein Geschick war weiterhin in höchstem Maße gefragt aber auch erfolgreich, denn es muss festgestellt werden, dass die folgenden Chorleiterwechsel nur aus persönlichen oder beruflichen Gründen erfolgten, nicht aus unüberbrückbaren Differenzen. Nach fast 33 Jahren Vorsitz - zwei Jahre hattest Du wohl mal eine Auszeit genommen - hat Dir die Arbeit dann doch wohl so zugesetzt, dass Du am 15. Juni 1997 aus privaten und gesundheitlichen Gründen zurücktratst.

Lieber Franz, diesen langjährigen und aufreibenden Einsatz für Deinen Dir so sehr am Herzen liegenden Kirchenchor möchte heute der Vorstand noch einmal in besonderer Weise würdigen, Dir für Deine Verdienste nochmals Dank und Anerkennung aussprechen und Dich dafür zum Ehrenvorsitzenden des Kirchenchores St. Caecilia Weilerswist ernennen. Eine besondere Urkunde für Dich, gestaltet von Deinem langjährigen gesanglichen Weggefährten und unserem ehemaligen aktiven Mitglied Philipp Fock, soll diese Ehrung gebührend zum Ausdruck bringen. Wir gratulieren Dir sehr herzlich und wünschen Dir, dass Du noch lange nun als Ehrenvorsitzender in unserem Kirchenchor mitwirkst.

Alfred Schineller


 
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