Chronik zum 100-jährigen Jubiläum der kfd St. Mariä Empfängnis und St. Ludger in Wuppertal-Vohwinkel

1895/96
Einen sogenannten „Mütterverein“ gab es schon während der Aufbauphase unserer Pfarrgemeinde, zu einer wirklichen
Vereinsgründung kam es jedoch erst 15 Jahre später. Als nach der ersten Notkirche unsere heutige Kirche 1907
eingeweiht wurde - übrigens finanziert durch die „Frauen und Jungfrauen des Erzbistums“ - stiftete unser „Mütterverein“
das Standbild der schmerzhaften Mutter Gottes, die Pieta, die heute auf dem Friedhof steht. 1910 wurde bei
der feierlichen Enthüllung dieser Statue in der Taufkapelle unserer Kirche die „Marianische Frauenkongregation“ gegründet.

31.07.1910
Dieses Datum gilt seither als Tag der feierlichen Vereinsgründung.
Pfarrer Dr. Pirnay nahm die alten und neuen Mitglieder auf.

Gründungsmedaille Gründungsmedaille

Als Zeichen ihrer Zugehörigkeit erhielten sie die Gründungsmedaille mit dem Bild der Pieta und dem Datum 31.7.1910. Sie
konnten es mit einer violetten Kordel um den Hals tragen.

1910 - 1933
Aus der frühen Zeit ist nicht viel bekannt.
Vorsitzende („Präfektinnen“) waren die Frau von Rektor Hermkes, dann die Frau des Schulleiters Hubert Held,
danach bis 1933 die Frau des Lehrers Josef Busch. Die Notzeit im Zusammenhang mit dem 1. Weltkrieg erschwerte
das Vereinsleben. Als Präses wirkte von 1917 - 1954 Pfarrer Pünder, seine Mitarbeiterin im Pfarrhaus, Frl. zur Hosen,
wird als besonders tüchtige Beraterin und Helferin unseres Vereins in der frühen Zeit genannt.

1933-1939
Frau Margarete Görlich erhielt von Pastor Pünder die Leitung des „Frauen- und Müttervereins“ zu Beginn der Nazi-Diktatur.
Durch Rede- und Schrifttumsverbot und strenge staatliche Kontrollen versuchte die Partei, die kirchlichen Verbände einzuschränken.
Das offizielle Frauenbildungswerk musste zwar zurückgestellt werden, trotzdem wurden, getarnt im „Klösterchen“ in der
Lettow-Vorbeck-Str., unter Leitung von Fachkräften Kurse in Kochen, Nähen, Heimgestaltung, Gesundheitslehre und
Krankenpflege durchgeführt. Es war anregend, weiterbildend, sehr gesellig und machte den Frauen Freude.

1939-1945
Die Jahre des 2. Weltkrieges mit der gemeinsam erfahrenen Not stärkten den festen Zusammenhalt. Der Frauen und
Mütterverein hielt es für seine Aufgabe, zu trösten, Mut zu machen und den vereinsamten Frauen beizustehen,
deren Männer und Söhne gefallen oder vermisst waren. Hunger, Elend und Zerstörung durch Bomben traf auch unsere
Gemeinde.

1945-1960
Der Krieg hinterließ viel Trauer und Leid, aber die Zuversicht wuchs. Es durfte wieder frei geredet werden. Die Frauen
konnten sich endlich wieder ohne Einschränkungen treffen und erlebten gemeinsam fröhliche und besinnliche
Stunden im alten Pfarrheim. Nach 1948 erschien die Zeitschrift „Frau und Mutter“, davor gab es Aushilfsschriftchen
wie „Die Mutter“ oder „Monika“. Eifrig wurde in unserer Pfarrei für das von Elly Heuss-Knapp gegründete Müttergenesungswerk gesammelt. So konnte manche unserer Frauen in Kur fahren.
Ab 1950 machten die Frauen jährlich eine der beliebten Busfahrten. Am 22. 04. 1954 starb Pastor Pünder, Frl. zur
Hosen ging in den Ruhestand, Präses wurde nun Pastor Otter. Die Vereinstätigkeit ging weiter, aber die Begeisterung
ließ in diesen Jahren wegen vielfältiger anderer Beanspruchungen allmein nach. Auch die seit 1950 eingerichteten
Rhöndorfer Frauenbildungskurse wurden leider zu wenig besucht. Trotzdem fanden sich immer wieder treue Mitarbeiterinnen, die mit Frau Margarete Görlich zusammen die Gemeinschaft förderten. Neue Mitglieder wurden geworben, junge Mütter, alte und kranke Mitglieder besucht und viele Veranstaltungen durchgeführt.

1960-1970
1960 wurde das 50jährige Bestehen im großen Rahmen gefeiert. Die Mitgliederzahl lag damals bei 300. Damit war
unsere Frauengemeinschaft eine der größten im Dekanat. In diesen Jahren stand im Vordergrund: die persönliche
Bemühung um die einzelnen Mitglieder, Feiern, Besichtigungen, Bastelnachmittage und Einkehrtage.
1971-1975
Nach 38 Jahren gab Frau Margarete Görlich ihr Amt ab und Frau Hanna Bettecken wurde als Vorsitzende gewählt.
2. Vorsitzende war Maria Clemens, später Klara Kramm, dann Sonja Schmiddem, Kassiererin: Franziska Engling,
Schriftführerin: Grete Hünseler, dann Marlene Behlau.
Neuer Präses war Kaplan Steinberger, danach Pfr. Bernhard Stodt.
Ein neues Bildungswerk entstand, das die Strömungen der Zeit aufgriff und zur großen geistigen Hilfe wurde.
Ein Kreis junger Frauen wurde gegründet, der sich an Fragen und Problemen dieser Generation orientierte und Hilfe
leistete.
Es wurden viele Feiern durchgeführt. Die Gemeinschaft trug, wie zuvor, die Finanzierung des Hauses „Elisabeth
vom Berge“ mit, und der Vohwinkeler Missionar Alois Theiß in Taiwan erhielt Unterstützung.

1976-1982
1976 wurde ein neues Vorstandsteam gewählt bestehend aus den Frauen Rita Durst, Hetty Eßer, Elisabeth Fuchte,
Margit Strotmann und Renate Zimmermann, später M. Hoffmann.
Sieben Jahre teilten sie sich die vielfältigen Arbeiten für unsere Gemeinschaft und sorgten für ein umfangreiches Angebot.
Unter den vier großen Titeln „„Bildungsveranstaltungen“, „religiöse Veranstaltungen““, „kreative Veranstaltungen“
und „gesellige Veranstaltungen“ fanden die Frauen viele sehr anregende Möglichkeiten. Es gab z.B. Kurse für 1.
Hilfe, Kochen, Nähen, Tanzen für Ehepaare und für Gymnastik. Busreisen in schöne Gegenden Deutschlands fanden
viel Anklang.
Der Kreis junger Frauen traf sich mit eigenem Programm, zuerst von Frau Zimmermann geleitet, später mit Frau
Strotmann, die auch den offenen Kreis „Frauentreff“ für alle Alterslagen aufbaute.
Außer den Sammlungen für Taiwan spendeten die Frauen für Hilfsprojekte in Neuguinea und Paraguay und halfen
durch die Basarerlöse mit für die Schule in Junin de los Andes in Argentinien.
1978 gab es 270 Mitglieder und 25 Mitarbeiterinnen.

Von links: R. Durst, H. Eßer, E. Fuchte, R. Zimmermann Von links: R. Durst, H. Eßer, E. Fuchte, R. Zimmermann

1982-1990
Frau Margit Strotmann wurde als Vorsitzende gewählt, 2. Vorsitzende: Erna Osswald, später Ortrud Schneider,
Kassiererin: Ortrud Schneider, später Elisabeth Jarisch, Schr i f t führer in: Hiltraud Merten, später Erna Osswald,
dann Renate Görlich. Frau Strotmann machte mit ihrem Vorstand wegen der unterschiedlichen Interessen der Frauen ein sehr vielfältiges Angebot: Bildungsarbeit, praktische Kurse, gesellige Veranstaltungen, Besichtigungen und Fahrten, oft mehrtägig, Museumsbesuche, Einkehrtage, Andachten, gemeinsame Veranstaltungen mit den evangelischen Frauen, Hilfsaktionen: „Babykorb“, Sammlungen für Pater Weber in Taiwan usw. Regelmäßig traf sich ein Kreis jüngerer Frauen.
Ab 1985 schloss sich unter der Leitung von Silvia Florian ein neuer Kreis junger Frauen zusammen, der sich später
„Frauenkreis am Donnerstag“
nannte. Auch ein Kreis von alleinstehenden Frauen wurde gegründet.
1985 beging der Verein festlich das 75jahrige Bestehen der Frauengemeinschaft mit vielen Ehrengästen. Hervorgehoben wurde der starke Einsatz auf sozialem Gebiet, Ausländerarbeit, Einsatz für die 3. Welt und Sorge für Arme und Kranke.
233 Mitglieder zählte damals der Verein. Frau Strotmann nannte im Rückblick als wesentlich für ihr Bemühen:
Vermittlung von Wissen und Kultur sowie Stärkung des Selbstwertgefühls von Frauen und Festigung ihrer Solidarität.

1990 – 2003
Frau Ortrud Schneider übernahm den Vorsitz. Gewählt wurden als Vorstandsmitglieder:
1. Vorsitzende: Frau Ortrud Schneider, Kassenführerin: Frau Christel Moschitz, danach Frau Erika Ladwig, Schriftführerin: Renate Görlich. 2. Vorsitzende ab 1999: Frau Monika Semrau.
Ortrud Schneider setzte die Arbeit mit ihrem Vorstand und ihren Mitarbeiterinnen in gleicher Intensität und ähnlicher
Zielsetzung mit einem reichen Angebot für die Frauen des Vereins und weitere Interessierte fort.
Besonders ausgeprägt waren die Reiseaktivitäten.
Bei den Veranstaltungen wurde die gute Atmosphäre und Heiterkeit geschätzt. Die Anfänge des Frauenkarnevals
in St. Mariä Empfängnis gehen auf diese Zeit zurück. Viele Programmpunkte wurden seit Jahren mit den Frauen von St. Ludger durchgeführt. Der „Frauenkreis am Donnerstag“ (in den 80er Jahren „Kreis junger Frauen“) traf sich regelmäßig zu einer eigenen Programm-Reihe: Vorträge, Besichtigungen, Ausflüge, Tages- und Wochenendfahrten und half bei Aktivitäten für die Gemeinde. Die jungen Frauen des „Frauenkreises am Montag“, FAM (später: kfd-Frauen am Mittwoch), trafen sich jeden 2. Montag und wanderten, aßen gemeinsam, gingen ins Kino, bastelten, hörten Vorträge und nahmen gelegentlich an den Veranstaltungen des Donnerstagskreises teil oder an Aktionen in der Gemeinde.
Im Jahre 2000 feierte die kfd ihr 90jähriges Jubiläum.

2003 - 2007
Nach langen Jahren der Zusammenarbeit mit der Kfd von St. Ludger wurden beide Gruppierungen zusammengelegt
als kfd St. Mariä Empfängnis und St. Ludger mit 167 Mitgliedern. Dem gemeinsamen Leitungsteam gehörten folgende
Frauen an: Cordula Eickenberg, Claudia Gehring, Marianne Geikowski, Theresia Gerbitz, Cordula Hümpfner, Gabriele Krüger und Hildegard Maka.
Präses war Pfarrer Christoph Bersch. Das Team erarbeitete regelmäßig Programme für die Mitglieder mit vielen anregenden Veranstaltungen zu Bildungsthemen und im geselligen, kreativen und religiösen Bereich: Vorträge, Fahrten, Ausflüge, Feiern, Grillabende, Bastel- und Malkurse, Gottesdienste, Andachten und Einkehrtage.
Wie auch in den Jahren davor nahmen die Frauen an den Veranstaltungen des Stadt- und Diözesanverbandes teil und setzten sich ein beim Kirchentag im Westen Wuppertals. Der Frauenkreis am Donnerstag und die Frauen am Mittwoch waren weiter sehr aktiv mit eigenem Programm.

2007 - 2010
Im Januar 2007 wurden ins Leitungsteam der kfd St. Mariä Empfängnis und St. Ludger folgende Frauen gewählt: Magdalene Dugave, Cordula Eickenberg, Marianne Geikowski, Else Huyeng, Renate Görlich und Hildegard Schumann. Wie auch bei früheren Vorständen steht ihnen ein Kreis fleißiger Mitarbeiterinnen zur Seite.
Präses ist Pfarrer Christoph Bersch.

Die Jahresberichte von 2007 und 2010 enthalten eine Vielfalt und Fülle von Aktivitäten der Frauen und zeugen von
großer Lebendigkeit der Gemeinschaft, die, das darf nicht übersehen werden, ein immer höheres Durchschnittsalter
erreicht und durch Sterbefälle kleiner wird. Die Mitgliederzahl beträgt zur Zeit 150. Dringend nötig ist der Eintritt jüngerer Frauen zu unsere kfd, die in den vergangenen 100 Jahren so viel zum Zusammenhalt der Frauen, für die Gemeinde und für soziale Anliegen bewirkt hat und auch in Zukunft leisten will.
Eine Messe in den Anliegen der Frauengemeinschadft findet jeden Dienstag in St. Mariä Empfängnis und jeden Mittwoch
in St. Ludger statt.
Neben altbewährten Veranstaltungen im halbjährlich erscheinenden Programm waren in den letzten drei Jahren gerne
besucht: Abende zum Thema Frauenliteratur im 20. Jh., Besuche von Museen, z.B. die Monet-Ausstellung, oder
die Besichtigung des Skulpturenparks Waldfrieden, Filmabende im Pfarrzentrum, eine Kräuterwanderung, ein Abend
mit der Squaredancegruppe u. a. m.
Von den Tagesfahrten waren Mitreisende begeistert: 2007 nach Soest und Bad Sassendorf, 2008 nach Daun
und zur Glockengießerei und 2009 nach Münster. Gelungene größere Veranstaltungen waren z.B. der Weltgebetstag
der Frauen und der Frauenkarneval. Aber oft ist es den Frauen auch sehr wichtig, einfach Gelegenheit zum Gedankenaustausch zu haben, wie z.B. bei den monatlichen Frühstücksrunden, bei Grillfesten oder Abende
in der Adventszeit bei Glühwein in der Krypta von St. Ludger.
Der kfd-Frauenkreis am Donnerstag trifft sich weiter regelmäßig mit eigenem Programm, er wird bald sein 25-jähriges Jubiläum feiern.
Ansprechpartnerinnen sind die Frauen Marianne Holzhauer, Martine Schlupkothen und Elisabeth Schünemann.
Auch die kfd-Frauen am Mittwoch unternehmen jeden Monat Interessantes miteinander, ihre Ansprechpartnerinnen sind Cordula Hümpfner, Christine Jarisch und Gabi Krüger.
Durch Kontakte zum Dekanats-, Stadt und Diözesanverband wird das Angebot an Veranstaltungen noch erweiter. In
6 000 Pfarreien ist die kfd in Deutschland aktiv mit rund 620 000 Mitgliedern. Die neuen Leitlinien bezeichnen die kfd als
eine „kraftvolle Gemeinschaft“ und eine „starke Partnerin in Kirche und Gesellschaft“.
Es lohnt sich, dabei zu sein, wir freuen uns über jedes neue Mitglied.
Allen, die ihren Beitrag zum Gelingen unserer gemeinschaftlichen Aufgabe geleistet haben, ein ganz herzliches Dankeschön.

Renate Görlich

kfd-Vorstand und einige Mitarbeiterinnen, 1995

 
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