„Wann kann ich einen Schneemann bauen?“, fragt mich meine jüngste Tochter gerade ganz oft. Ob es in dieser Woche dazu reicht?
Schneegestöber ist nun sicher nicht jedermanns Wunsch. Dennoch steckt Zweifaches darin, das jedem vertraut ist: Die Vorfreude auf das Eintreffen des Ersehnten. Und die Sorge, dass es ganz anders kommen könnte, dass ein "Kipppunkt" überschritten ist, der meine Hoffnung durchkreuzt. Gerade in Bezug auf unser Klima ist die Sorge groß.
Dem Lauf der Jahreszeiten folgt auch unser Kirchenjahr und setzt auf beständige Wiederholung. Auf Christkönig folgt Weihnachten, folgt Ostern, folgt Pfingsten ... Aber auch hier: Haben wir nicht längst einen Punkt erreicht, von dem wir befürchten, dass er ein Kipppunkt ist? Weiter gefragt: Verändert diese Sorge unsere gewohnten Abläufe, damit daraus ein Sprungpunkt werden könnte hinein in eine ganz neue Wirklichkeit?
Die Bibel kennt solche Sprungpunkte der frühen Christen (vgl. Kol 1,12; Eph 2,13). Vielleicht können wir daran anknüpfend weiterdenken: Wenn die Gemeinschaft der Heiligen schon im Hier und Jetzt den Menschen echten Anteil gibt, wenn sie sich von der Sehnsucht der Menschen nach dem glückenden Leben durchdringen und verändern lässt, sind dann nicht Sprungmomente möglich?
Dann hätte jede ersehnte Schneeflocke das Zeug zu einem Freudenboten für alle zu werden - durch Anteilnahme.
Ihr Thomas Otten