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11 | 08 | 2020

Die KAB St. Gereon Monheim im Wandel der Zeiten

Der ehemalige Katholische Arbeiterverein Monheim wurde am 10. Juni 1912 mit 11 Mitgliedern gegründet. An der Gründung waren maßgeblich Josef Klöser und Heinrich Sühs beteiligt. In der Gründungsversammlung übernahm Pfarrer Zimmermann die Aufgaben als Vereinspräses, Heinrich Sühs wurde Vizepräses, Franz Schmitz Kassierer und Fritz Busch Schriftführer.

 

Aus der damaligen Situation heraus wurde das Anliegen der Bildung und Schulung sehr ernst genommen. Die Arbeiter wussten, dass sie nur mit einer gediegenen und grundlegenden Bildung einen wirksamen Einfluss im beruflichen und öffentlichen Leben erlangen konnten. So fanden regelmäßig Vorträge auf den Vereinsversammlungen statt. Auch die Einkehrtage trugen zur inneren Festigung und Erneuerung der Mitglieder bei. Die Frucht der Bildungsarbeit zeigte sich zum erstenmal in besonderer Weise, als im Jahre 1917 der Mitbegründer des Vereins Heinrich Sühs trotz großer Schwierigkeiten als erster Arbeiter in den Gemeinderat gewählt wurde.

 

Der Katholische Arbeiterverein stand in Freud und Leid fest zusammen. Die Zahl der Mitglieder stieg in den Jahren vor der nationalsozialistischen Herrschaft auf 110 Mitglieder an. Die Politik der Nationalsozialisten nach 1933 stieß bei den Mitgliedern des Arbeitervereins auf heftigen Widerstand. Es wurden erbitterte Auseinandersetzungen mit den damaligen Machthabern geführt. Aber auch nach der offiziellen Auflösung des Vereins durch die Regierung blieb der Geist der Arbeiterbewegung dennoch lebendig und die Arbeit ging im Stillen weiter.

 

Nach dem Zusammenbruch im Jahre 1945 wurde unter dem Vorsitz von Heinrich Sühs der Arbeiterverein wieder aktiv. Unter dem neuen Namen, nämlich der „Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung“ ging es um die „Christliche Gestaltung und Formung des Lebens der Arbeit, der Familie und der Politik“.

Dienst am Menschen, für den Menschen da sein, Kirche in der Welt der Arbeit und Stimme der Arbeitnehmer in der Kirche zu sein, dies waren die Beweggründe der Männer und Frauen zur Gründung des Arbeitervereins vor 92 Jahren und sind es bis heute auch geblieben.

Weitere Ziele der KAB

Die KAB ist eine weltweite kirchliche Bewegung in der Tradition der katholischen Arbeitervereine. Sie ist Bewegung für soziale Gerechtigkeit und Solidarität. Sie entwickelt u.a. Modelle einer zukunftsfähigen Gesellschaft. Der Diözesanverband Köln besteht aus über 120 Ortsvereinen in Stadt- und Kreisverbänden. Derzeit zählt der Diözesanverband ca. 7000 Mitglieder.


Ferner ist die KAB ist ein Sozialverband, der zum einem seine Stimme erhebt, wann immer auf der politischen Bühne Fragen der Arbeitswelt, der Familie und der Zukunft unserer Gesellschaft gestellt werden, der zum anderen die Familie als Keimzelle der Gesellschaft wie der Kirche zu fördern sich zur Aufgabe gemacht hat.


Dabei gilt es, und dies besonders in unserer Zeit der neuen Technologien, Gentechnik sowie Globalisierung, bei allen Überlegungen und Reformen immer den Menschen in seiner ganzen Würde und Person zu sehen, nämlich nach den Grundsätzen der katholischen Soziallehre. In diesem Sinne sind auch heute immer wieder Männer und Frauen bereit, für eine soziale Ordnung und Gerechtigkeit in der Gesellschaft, Politik und besonders in der Arbeitswelt einzutreten.

Das Weltnotwerk e.V. der KAB

Teilen und Beteiligen: Seit 1960 ist das Weltnotwerk e.V. das internationale Hilfswerk der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB). Es ist Ausdruck unserer Solidarität für Gerechtigkeit und Zukunftsordnung und zugleich Instrument unserer Anstrengungen im Kampf gegen die Armut und Ausbeutung.


Verlässlicher Partner: Das Weltnotwerk der KAB fördert in 17 Ländern in Afrika und Lateinamerika den Aufbau und die Stärkung von christlichen Arbeitnehmerorganisationen. Gemeinsam mit unseren Partnern vor Ort arbeiten wir in einer Vielzahl von Projekten, um das Leben der Menschen dort dauerhaft zu verbessern.

Die Partnerschaft mit Wiener Neustadt

Seit 1971 besteht eine Partnerschaft mit der Wiener Neustädter KAB, wobei seit vielen Jahren ein intensiver kultureller Austausch stattfindet. Im Wechsel finden gegenseitige Besuche statt. Längst sind auf beiden Seiten feste Beziehungen zum Teil mit familiärem Charakter sowie dauerhaften Freundschaften gegeben.

Die gegenwärtigen Krisen

Derzeitig gibt es in der Arbeitswelt unter dem Zeichen: "Wir sind Krise" für viele Arbeitnehmer spürbare Auswirkungen, so zum Beispiel der Verlust von Arbeitsplätzen, Lohnverzicht oder empfindliche Lohneinbußen. So vieles verändert sich rasch im witschaftlichen Leben. Die Finanz- und Wirtschaftskrise macht uns ungewiß, ja sie weckt Ängste in uns! Das Besitzstandsdenken allein nicht weiterführt, wissen wir zu gut. Wer aber abgeben soll, fürchet sich verständlicherweise davor. Man fragt sich, wo bleibt man selbst, was bleibt, wenn Übergänge und Umbrüche anstehen? Viele, und vor allem Familien sind hiervon hart betroffen.


Im Zuge der zunehmenen Insolvenzen von Großbetrieben sowie in zahlreichen Betrieben des Mittelstandes ist mit einem dramatischen Anstieg von Arbeitslosen zu rechnen! Ferner der unaufhaltbare und der massive Stellenabbau in vielen Betriebszweigen, der viele Arbeitnehmer in die Arbeitslosigkeit entlässt! Gleichfalls wird auch die Anzahl der Kurzarbeiter weiter ansteigen! Möge die derzeitige Rezession nicht allzuviele Spuren hinterlassen und vor allem, dass die Automobilindustrie sowie die Grundindustriezweige sich aus der Talfahrt wieder rasch erholen!

Abschließend noch einige Anmerkungen zum Verein

Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung in Monheim zählt zur Zeit 74 Mitglieder. Der Verein bietet für alle Altersgruppen gesellschaftspolitische sowie religiöse Themen an. Die jeweiligen Veranstaltungen sind öffentlich und werden rechtzeitig bekannt gemacht. Aber auch zahlreiche gesellige Veranstaltungen kommen bei der KAB, wie z. B. die jährliche Grillfete auf der Pfarrwiese und erlebnisreiche sowie interessante Ausflüge für jung und alt, nicht zu kurz!