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Wendelinus Kapelle Krankel

Als 1903 die Wendelinuskapelle in Krankel eingesegnet wurde, war neben der Hilfs- und Spendenbereitschaft der Dorfbewohner die Stiftung des Krankelers Wilhelm Klein und die erhebliche Unterstützung des Pfarrers Reith dafür verantwortlich, dass so ein Vorhaben realisiert werden konnte.
 
Im Lauf der Jahre war das kleine Gotteshaus immer wieder Zielort von Pilgern meist landwirtschaftlicher Herkunft, die den heiligen Wendelinus, Schutzpatron der Haustiere, als Helfer gegen Seuchen und andere Viehkrankheiten anriefen. Manchem älteren Mitbürger sind die stark besuchten Gottesdienste am Wendelinusfest noch in bester Erinnerung. Für katholisch geprägte Bauern der Region war es bis in die jüngste Vergangenheit fast eine Verpflichtung, daran teilzunehmen. Darüber hinaus wurde in der Kapelle oft Eucharistie gefeiert und viele Andachten fanden statt, was vor allem den Menschen in und um Krankel sehr entgegen kam.
 
Die Wendelinuskapelle wurde vor dem 2. Weltkrieg zweimal erweitert und 1945 wie viele andere Gotteshäuser durch Kriegseinwirkung beschädigt. In den Folgejahren stellte sich trotz mehrfacher Reparatur heraus, dass nur ein Neubau als dauerhafte Lösung anzusehen war. So baute man 1963 eine neue Kapelle, bezog aber den Chor der alten Kapelle ein, so dass im Winkel zum Hauptbau ein kleines Seitenschiff entstand – eine geschickte und sinnvolle Maßnahme. Ungefähr 40 Besucher finden in dem kleinen Gotteshaus Platz. Neben einer Madonnenfigur ist die Statue des heiligen Wendelinus mit Hirtenstab und Schaf ein wichtiges Gestaltungselement.
 
Sankt Wendelin lebte im 6. Jahrhundert zu Zeiten des hl. Bischofs Magnerich von Trier (+ nach 587). Man weiß gesichert nur wenig über sein Leben. Es heißt aber, er soll ein iro - schottischer Königssohn gewesen sein, der allem Reichtum entsagte und im Waldgebiet zwischen Saartal und Hunsrück, damals noch Teil der Vogesen, als Hirte und Einsiedler ein gottgefälliges Leben führte. Zu dieser Hirtentätigkeit kam es, als Wendelin nach einer Rom - Wallfahrt und dem Besuch der Heiligtümer in Trier bei einem reichen Mann demütig den niederen Dienst als Schweinehirt annahm. Zu den Schweinen kamen bald Schafe und Rinder. Nicht zuletzt durch Wendelins Wundertätigkeit soll der reiche und hartherzige Mann gut und fromm geworden sein und ihm eine Einsiedelei gebaut haben. Später trat Wendelin in ein Kloster ein. Die Legende macht ihn zum Gründungsabt der Abtei Tholey. Bald nach seinem Tod (angeblich gegen 617) setzten seine Verehrung und die Wallfahrten zu seinem Grabheiligtum ein, besonders stark im Hoch- und Spätmittelalter.
 
Reformation und Kriege des 16. und 17. Jahrhunderts brachten einen deutlichen Rückgang, bevor die Wendelinusverehrung ab dem Zeitalter des Barocks auch in unserer heimatlichen Region wieder einen großen Aufschwung nahm. Heute ist nur wenig davon geblieben. Vielleicht sollte die Kapelle in Krankel uns einmal zum Nachdenken darüber anregen, woran das liegt und was wir verloren haben.
 

Gottesdienstzeiten: November - April jeden3. Dienstag im Monat um 9Uhr

Veranstaltungen

Pfarrnachrichten
Sa, 19.05.18

 
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