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Der Ursprung - das Dünnwalder Kloster

Aus dem Jahr 1117 datiert die Urkunde zur Stiftung des Baus der heutigen Nikolauskirche, die wohl in den Jahren danach errichtet wurde. 1122 verlieh dann der Kölner Erzbischof Friederich I. von Schwarzenberg der Bevölkerung und der Kirche die vollen Pfarrechte. Bis dahin gehörten die weit verstreut liegenden Höfe zur Pfarrgemeinde St. Clemens in Paffrath. Dies brachte den Menschen der damaligen Zeit den Vorteil, dass sie künftig in ihrer neuen Pfarrkirche St. Maria (seit 1229 St. Nikolaus als Mitpatron genannt) getauft und begraben und die damals wichtigen Kirchenbücher in Dünnwald geführt werden durften und sich den weiten Weg nach Paffrath ersparen konnten. Die Verleihung der Pfarrechte war somit eine Verbesserung der Lebensqualität der Bevölkerung auf dem Gebiet der heutigen Ortsteile Dünnwald und Höhenhaus. St. Nikolaus wurde damit die Keimzelle aller späteren hieraus entstehenden Pfarrgemeinden.
Über viele Jahrhunderte war das Dünnwalder Kloster - weit über die heutigen Ortsgrenzen hinaus - ein wirtschaftliches und kulturelles Zentrum. Viele Laien wurden hier in der Landwirtschaft und im Handwerk ausgebildet oder fanden eine Arbeitsstelle in den klostereigenen Gutshöfen und im Kloster selbst.
UrkundeWelche Ordensgemeinschaft sich nach der Stiftung im Jahre 1117 zuerst in Dünnwald niederließ, ist heute nicht mehr genau feststellbar. Zuerst wurde vermutet, dass es Benediktiner aus dem Kloster Brauweiler waren, neuere Untersuchungen kommen jedoch zu dem Schluss, dass es sich eher um Augustinerchorherren handelte. Die ersten Jahre nach Errichtung des Klosters und der heutigen Nikolauskirche, bleiben jedoch im Dunkel der Geschichte.
Ab 1143 wurde das Dünnwalder Kloster dem Abt des Kloster Steinfeld in der Eifel unterstellt. Im dortigen Kloster lebten zu jener Zeit sowohl Männer, als auch Frauen, die sich dem Gründer des Prämonstratenserordens - Norbert von Xanten - angeschlossen hatten. Dieser gründete 1120 in Premontré in Frankreich die neue Ordensgemeinschaft, die sich rasch ausbreitete und besonders vom damaligen Kölner Erzbischof Friedrich I. gefördert wurde. Der Steinfelder Abt bestimmte das Dünnwalder Kloster dann zum ersten selbständigen Nonnenstift am Niederrhein. An der Spitze des Klosters stand die Meisterin, die zusammen mit dem vom Kloster Steinfeld bestellten Prior, einem Mönch des Prämonstratenserordens, die Leitung des Klosters innehatte. Ein zweiter Mönch war für die Seelsorge in Dünnwald zuständig, dem später noch ein dritter als Vikar zur Seite stand.
Das Kloster erlangte schnell eine große Bedeutung als Versorgung für adelige unverheiratete Damen. Durch eingebrachte Erbanteile und Schenkungen wurde es in kurzer Zeit vermögend. Bereits ab 1144 erfolgten Gründungen von Tochterklöstern des Dünnwalder Klosters in Böhmen (Kloster Doxan bei Eger und Lanowitz bei Prag), in Mähren (Kloster Kaunitz), sowie in Füssenich bei Zülpich. Darüber hinaus erwarb das Kloster Dünnwald 1190 Landbesitz in Rheinbrohl und kurz darauf Weingüter in Obermendig, Remagen, Nieder-Hammerstein, Unkelbach und Bonn.
1347 stiftet Graf Adolf VI. von Berg die Blasiusvikarie, d.h. in der Pfarrkirche war von 1347-1871 jeweils ein eigener Priester für den Bereich des Blasiusaltares zuständig. Hier wurde täglich ein heilige Messe für die Gefallenen der Schlacht bei Lüttich vom 19. Juli 1346 gefeiert.
Das beschauliche Leben des Klosters und der Dünnwalder Bürger wurde jedoch oft durch kriegerische Auseinandersetzungen gestört. Nachdem 1583 der Kölner Erzbischof Gebhard von Truchseß zur kalvinistischen Lehre übergetreten war und deshalb abgesetzt wurde, kam es zwischen ihm und seinem Nachfolger Ernst von Bayern zu erbitterten Kämpfen. Hierbei wurde das Dünnwalder Kloster geplündert und die Nonnen misshandelt. Weiteren Plünderungen und Gräueltaten waren Kloster und Dünnwalder Bevölkerung im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) , sowie später in den Jahren 1702 und 1795 ausgesetzt, als französische Truppen plündernd und mordend umherzogen.
Die Wirren der Reformation und der Dreißigjährige Krieg hatten das Kloster so in Not gebracht, dass 1643 die letzten drei Schwestern ein Bittschrift an Abt Norbert von Horrichem in Steinfeld richteten, das Kloster und die Klostergüter zu übernehmen. Daraufhin wurde 1643 das Nonnenkloster aufgelöst und Mönche aus dem Prämonstratenserorden aus Steinfeld übernahmen nun das Dünnwalder Kloster, das dem 1618 gegründeten Collegium Norbertinum, der Hochschule des Prämonstratenserordens in Köln, angeschlossen wurde.
In den Jahren 1684/85 wurde der Studienbetrieb des Norbertinums wegen einer von der Stadt Köln eingeführten Weinsteuer sogar zeitweise komplett nach Dünnwald verlagert.
Hieran sieht man, welche Stellung das Dünnwalder Kloster in dieser Zeit hatte, und dass es sicherlich auch ein bedeutendes wirtschaftliches Zentrum für die Bewohner in Dünnwald und Umgebung war. Dies dürfte auch der Grund dafür gewesen sein, dass im 17. und 18. Jahrhundert zwei neue Äbte des Prämonstratenserklosters Steinfeld mit großer Prachtentfaltung in der Dünnwalder Klosterkirche geweiht wurden.
Ab 1770 wurden auch in der Pfarrgemeinde in Dünnwald , wie von der Regierung vorgeschrieben, in drei getrennten Registerbüchern die Taufen, Trauungen und Sterbefälle aufgezeichnet.
Ab 1770 wurden auch in der Pfarrgemeinde in Dünnwald , wie von der Regierung vorgeschrie- ben, in drei getrennten Registerbüchern die Taufen, Trauungen und Sterbefälle aufgezeich- net.
1803 wurde das Dünnwalder Kloster aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses aufgehoben, die Klosterkirche der Gemeinde als Pfarrkirche übereignet und der Besitz vom Staat eingezogen. Die letzten Prämonstratenser blieben als Pfarrer in Dünnwald. Bis 1808 war dies Pastor Georg Wünsch und von 1808-1816 der letzte Dünnwalder Prämonstratenser Jakob Kayser, der in Dünnwald sehr beliebt war und der in der Klosterkirche beigesetzt wurde.
Mit dem Besitz des Dünnwalder Klosters wurde Finanzminister Agar belehnt, der ihn 1816 an den Kölner Bankier Schaffhausen verkaufte. Von diesem erwarb 1857 der Freiherr von Diergardt viele Grundstücke in Dünnwald und Umgebung.
1860 wurde der neue Friedhof in Dünnwald eingeweiht und von der Pfarrgemeinde Dünnwald das alte Hochkreuz errichtet. Bis zu dieser Zeit erfolgten die Beerdigungen der katholischen Bewohner Dünnwalds auf dem Friedhof vor der Kirche.
Um 1900, als sich der eigentliche Ort immer stärker östlich der Bahnlinie ausbreitete, erwarb man von dem zwischenzeitlich geadelten Baron von Diergardt ein größeres Grundstück an der heutigen von-Diergardt-Straße zurück, um hier ein Jugendheim, ein Pfarrhaus und eine neue Kirche im Ortszentrum zu errichten. Das eigentliche Gemeindeleben verlagerte sich dadurch in wenigen Jahren weg von der alten Pfarr- und Klosterkirche.
Da die Bevölkerung in dem weitläufigen Pfarrbezirk stark anwuchs, wurden ab 1923 in einem Sportheim in Höhenhaus zusätzlich Gottesdienste gefeiert, um den Anwohnern den weiten Weg zur Nikolauskirche zu ersparen. 1929 kam es dann hier zur ersten Abtrennung eines Teiles der Dünnwalder Pfarre und es entstand so die Rektoratspfarre St. Johann-Baptist.
Das 1927 an der von-Diergardt-Straße errichtete Jugendheim wurde 1933 zur Notkirche umfunktioniert, um es dem Zugriff der Nationalsozialisten zu entziehen. Gleichzeitig wurden die Pfarrechte der Gemeinde St. Nikolaus auf die neu eingerichtete Gemeinde mit der Notkirche St. Joseph als Mutterpfarre übertragen. Bevor die Gemeinde allerdings an den Bau einer neuen Kirche im Ortskern Dünnwalds gehen konnte, musste sie sich erst einmal darum kümmern, dass für die neu entstehende Gemeinde in Höhenhaus ein Grundstück erworben und darauf eine eigene Kirche errichtet werden konnte. Weitere Pläne wurden durch den Ausbruch des 2. Weltkriegs vorerst zunichte gemacht. Nach dem Krieg musste zuerst die Nikolauskirche gründlich saniert werden. In Höhenhaus wurde wegen des starken Bevölkerungszuwachses eine zweite Pfarrei eingerichtet, für die die Dünnwalder Gemeinde 1948 am Lippeweg ein Grundstück kaufte und den Bau der Kirche Zur Hl. Familie und somit im Jahre 1952 die zweite Abtrennung von der Mutterpfarre verkraften musste.
Unter der Leitung von Kaplan Stöcker wurde 1946 der Kreis "Junge Familie" gegründet und der Bau einer Siedlung geplant. Aus diesem Verein heraus wurde 1947 die Siedlergemeinschaft gegründet, die 1949 bereits mit dem Bau der Siedlung nördlich der alten Klosterkirche beginnen konnte.
Die Siedlung wuchs schnell und so wurde 1953 eine weitere Abtrennung von der Mutterpfarre erforderlich und es wurde die Rektoratspfarre St. Nikolaus gegründet, der als Pfarrkirche die alte und ehrwürdige Klosterkirche zugeteilt wurde.
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