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Was feiern wir eigentlich an Fronleichnam?

Fronleichnam ist wohl das sperrigste und für manchen Zeitgenossen eines der schwierigsten der christlichen Festtage. Was feiern wir an Fronleichnam, am „Hochfest des Leibes und Blutes Christi“?

Fronleichnam beginnt eigentlich an Gründonnerstag. Jesus ist zum letzen Mal mit seinen Jüngern zusammen und übergibt ihnen sein Vermächtnis. Er isst und trinkt mit ihnen und spricht dabei die bedeutsamen Worte, die die wenigsten seiner Anhänger zu diesem Zeitpunkt wohl verstanden haben: „Dies ist mein Leib“ und „Dies ist mein Blut“ und gibt den Jüngern den Auftrag, sich weiter zum gemeinsamen Mahl zu versammeln, um sich an ihn zu erinnern: „Tut dies zu meinem Gedächtnis“….
Am selben Abend wird er noch verhaftet und kurz darauf zum Tod verurteilt. Die Geschichte von Karfreitag ist bekannt: Jesus stirbt am Kreuz und für seine Anhänger scheint zunächst alles aus: kein Reich Gottes, keine Änderung der Verhältnisse, keine Hoffnung, stattdessen Angst und Enttäuschung.
Aber dann kommt Ostern. Die Geschichte geht ganz anders weiter als erwartet –Jesus begegnet ihnen, Jesus spricht mit ihnen, Jesus isst mit ihnen – Jesus lebt und die Jünger schöpfen wieder neuen Mut.
Aber dann kommt der Tag, an dem Jesus in den Himmel verschwindet, Christi Himmelfahrt. Wieder die Enttäuschung, dass sie ihn nicht bei sich halten können.
Seine Anhänger haben immer noch nicht verstanden, dass er sie nie verlassen wird: „Ich bin bei euch alle Tage…“, sondern dass er sie verwandelt und dass das Reich Gottes schon hier und jetzt angefangen hat „Ihr Menschen von Galiläa, was schaut ihr in den Himmel...“
Immer noch brauchen die Verzagten und Ängstlichen Unterstützung - und sie kommt an Pfingsten! Gottes Geist selbst ist es, der stärkt und hilft und unterstützt. Und die Jünger Jesu trauen sich zum ersten Mal. Sie haben keine Angst mehr und erzählen von ihren Erlebnissen und Erfahrungen mit Jesus, jeder versteht sie und ist begeistert. Und sie feiern das gemeinsame Mahl, wie es ihnen Jesus aufgetragen hat. Bis heute.
Den Menschen ist Gottes Geist aber immer noch zu abstrakt, denn wie soll man ihn darstellen, wie kann man ihn sich vorstellen? Menschen müssen begreifen, fühlen, schmecken…
Und manchmal reicht es nicht, dass wir den Geist spüren, sondern wir müssen ihn in die Hand nehmen und in den Mund und erst dann begreifen wir, dass bei der Wandlung nicht nur am Altar etwas Bedeutsames geschieht, sondern dass wir selbst verwandelt werden. Und das geschieht bei jeder Eucharistiefeier, bei der wir Danke sagen, für die Zusage Jesu, dass er nicht weit weg, sondern vielmehr ganz nah bei uns ist. Und weil wir es anders nicht begreifen würden, bleiben Brot und Wein die Zeichen seiner realen Gegenwart.
Und diese Zeichen sind es, die wir zeigen an Fronleichnam. Wir zeigen jedem auf der Welt: Seht her, dieser Jesus ist nicht tot, sondern er ist wirklich bei uns in jedem Gottesdienst und darüber hinaus, weil wir ihn mitnehmen in unseren Alltag, wo wir beginnen, das Reich Gottes zu verwirklichen.
(rd)


Noch mehr Hintergründe zu diesem Feiertag finden Sie hier >>


Fronleichnam - Christus unter uns
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