ERZBISTUM KÖLN  domradio     

Chronik Bayenthals und der Pfarrgemeinde St. Matthias

1630 Im „Bayenthale" stehen nur drei kleine Häuser nebst einem Kalkofen.
1835 Die Holzschneidemühle von Boisserée entsteht.
1848 Bau einer Maschinenfabrik.
1855 Umwandlung dieser Maschinenfabrik in die „Kölnische Maschinenbau AG".
1860 In Bayenthal leben 1.000 Katholiken.
1861 Die Maschinenfabrik errichtet auf ihre Kosten eine Schule.
7.4.1862 Der Generaldirektor der Maschinenfabrik, Martin Hubert Goltstein, der Kassierer Landers, der Holzhändler Boisseree und Rouply beschließen, aus eigenen Mitteln auf einem der Maschinenfabrik gehörenden Grundstück an der Ecke Martin-/ Kirchstr. (heute Goltstein-/Bonifazstraße) eine Kirche zu bauen. Baumeister des neugotischen Gotteshauses ist der berühmte Vinzenz Statz.

Die Stifter der Kirche hatten es auch übernommen, für fünf Jahre das Gehalt des Geistlichen in Höhe von 300 Talern zu tragen.
Zum ersten Kirchenvorstand, der unter sehr ärmlichen Verhältnissen die Sorge für die Kirche auf sich nahm, gehörten Johann Conrad, Philipp Wohn, Anton Weiser, Anton Gölden und Peter Sauerbier.

30.6.1863 Weihe der Kirche durch Pfarrer Malmedy aus Rodenkirchen. Patron wird der Heilige Matthias (zur Erinnerung an den Wohltäter Matthias Krings).
1863-72 Hermann Witte, Rektor aus Essen, wird erster Seelsorger an der neuen Kirche. Über die Bayenthaler Situation berichtet er: ,,Das sittlich-religiöse Leben lässt viel zu wünschen übrig. Die Industrie hatte aus verschiedenen Gegenden allerlei Elemente herbeigeführt, sodass sich Bayenthal in einem traurigen Zustand befand. Als ich als Rektor von Bayenthal ernannt war, wollte ich mir einmal meine neue Stelle ansehen und nahm zu diesem Zwecke eine Droschke am Dom. Als ich dem Kutscher mein Ziel Bayenthal nannte, sagte er „Ihr sitt doch do nit angestellt woode?“, - „Doch“, sagte ich, worauf er die bezeichnende Antwort gab: „0 jömmig! Dann weIl ich Üch ald ommesöns hin fahre“.
1872 Rektor Witte wird zum Pastor von Grevenbroich berufen. Sein Nachfolger in Bayenthal wird Vikar Friedrich Wilhelm Esch. Das Kirchenbuch schreibt: „Der neue Rektor hatte unter sehr schwierigen Verhältnissen zu wirken. Er war von größtem Eifer für die Ehre Gottes und das Seelenheil der Gläubigen erfüllt, aber den gewünschten Erfolg seiner Wirksamkeit zu sehen, war ihm nicht beschieden".
Nach dem Ende des Kriegs 1870/71 erlebt die Industrie in Bayenthal einen weiteren Aufschwung. Man verdient viel Geld, was die Seelsorger über Vergnügungssucht, Vernachlässigung der Gottesdienste, seltener werdenden Sakramentsempfang und sittlichen Niedergang klagen lässt.
1888 Franz Ludwig Maybaum wird Rektor in Bayenthal. Es erfolgt die Abtrennung von Rodenkirchen und die Errichtung einer selbstständigen Kapellengemeinde in Bayenthal.
10.6.1896 Kardinal Krementz erhebt die Kapellengemeinde zur selbständigen Pfarrgemeinde. Franz Ludwig Maybaum wird erster Pastor von St. Matthias. Er ist ein außerordentlich tüchtiger Seelsorger und verbindet tiefe Frömmigkeit mit großem Geschick in der Bauplanung. Er baut das Pfarrhaus an der Bernhardstraße, das Krankenhaus und schließlich die neue große Kirche auf dem Matthiaskirchplatz.
25.9.1904 Erzbischof Kardinal Fischer weiht die neue Kirche. Nachdem schon am 7. August 1898 ein heftiger Tornado schreckliche Verwüstungen in Bayenthal angerichtet und das kleine Kirchlein an der Bonifazstraße schwer beschädigt und seines Türmchens beraubt hatte, wird das Kirchlein nach Errichtung der neuen Kirche abgerissen.
1917 Pastor Maybaum wird zum Monsignore ernannt. Er geht 1923 In den Ruhestand, feiert 1924 sein goldenes, 1934 sein diamantenes Priesterjubiläum. Er stirbt am 6. Februar 1937. Bayenthal verdankt ihm nicht nur eine prächtige Kirche mit großer Orgel, mächtigem Geläut und schöner Inneneinrichtung, sondern auch die Zusammenführung zu einer echten Pfarrgemeinde.
1923 Ehrendomherr Prof. August Knoch wird Nachfolger von Pastor Maybaum.
1926 Die Töchter vom Heiligen Kreuz erwerben die Gebäude des ehemaligen Kasinos der englischen Besatzung in der Schillerstr. 100 und errichten dort ein Mädchengymnasium (in dem im März 1927 die ersten Sextanerinnen ihre höhere Schullaufbahn begin¬nen>, einen Kindergarten und eine Handarbeitsschule.
8.8.1926 Die „Katholische Kirchenzeitung“ berichtet: „Eine freudige Mitteilung kann heute den Bewohnern der Pfarre St. Matthias gemacht werden. Anfang September wird das schöne neue Schwesternhaus des lrmgardis-KIosters den Kindern unserer Pfarrei seine gastlichen Tore öffnen. Die Schwestern werden sich ganz in den Dienst unserer katholischen Familien stellen. Mit einer Kleinkinderbewahrschule wird sofort begonnen. Voranmeldungen können im Pfarrhaus abgegeben werden".
20.9.1926 Der Kindergarten beginnt unter Leitung von Sr. Raphaela mit acht Jungen und Mädchen seine Arbeit. Die Kinderzahl steigt schnell auf 50.
20.8.1929 Pastor Knoch stirbt. Obwohl er nur sechs Jahre lang Bayenthaler Seelsorger war, wurde er wegen seines reichen Wissens und seiner umsichtigen Güte sehr geschätzt. Er bemühte sich außerordentlich um das innere und äußere Leben der Pfarrei.
1929 Michael Schmitz wird neuer Pastor. Die Seelenzahl steigt bis 1930 auf 9.340 an. Zwei Kapläne und drei Hilfsgeistliche wirken zusammen mit dem Pfarrer in der Seelsorge. Die Gemeinde besitzt in Voiswinkel bei Odenthal ein eigenes Pfarrlandheim, in dem sich Pfarrangehörige erholen können, und Exerzitienkurse und Jugendzusammenkünfte stattfinden.
Von 1930 bis 1935 blüht das Leben der Pfarrei. In den Jahresberichten erwähnt der Pfarrer den sehr guten Kirchenbesuch, das lebendige Vereinsieben, die große Opferfreudigkeit und die rege Mitarbeit der Laien in der Gemeinde.
1932 Die Rektoratskapelle St. Maria Königin in Marienburg wird eingeweiht.
Am 1. Oktober stirbt Pastor Schmitz. Zu seinem Nachfolger wird Alfons Kreutzwald ernannt.
1939 Die Rektoratspfarre Maria Königin wird von Bayenthal abgetrennt und selbständig.
1941 Pastor Kreutzwald stirbt. Unter ihm und seinem Nachfolger Josef Röntgen muss die Gemeinde die offene Kirchenverfolgung der Nazis über sich ergehen lassen.
März 1942 Die Geheime Staatspolizei beschlagnahmt die Räume und das Inventar des Kindergartens im Irmgardiskloster.
31.5.1942 Schwerer Luftangriff auf Köln. Die beiden Kaplaneien und die Küsterwohnung brennen aus. Die Kirche wird so schwer beschädigt, dass längere Zeit kein Gottesdienst in ihr stattfinden kann.
4.7.1943 Eine Sprengbombe zerstört die Inneneinrichtung. Die Säulen werden beschädigt, die Fenster herausgerissen, das Gewölbe stürzt ein.
28.10.1944 Die beiden Kapellen des Josefshauses und des Krankenhauses, wo bis zu diesem Tag die Gottesdienste stattgefunden hatten, werden zerstört. Auf Krankenhausfluren wird nun die Hl. Messe gefeiert.
5./ 6. 3.1945                   Die Amerikaner ziehen in das verwüstete Bayenthal ein. Doch noch mehrere Wochen lang schießt die deutsche Artillerie von der rechten Rheinseite auf Bayenthal und richtet in den Häusern dieses Stadtteils und in den Kirchentrümmern weitere Schäden an.
1945 Nach Kriegsende rührt sich bald wieder neues Leben. Im Juni zieht eine kleine Fronleichnamsprozession. Im Juli eröffnen die Schwestern des Irmgardisklosters im Keller unter der Sakristei in den „Katakomben", einen Kindergarten mit 40-50 und einen Hort mit 100 Kindern. Seit November wohnt Erzbischof Kardinal Frings in der Gemeinde im Haus Bayenthalgürtel 31. Die ersten Gruppen der katholischen Jugend finden sich zusammen. Sonntags werden von 6 bis 16.30 Uhr sieben heilige Messen gefeiert.
6.11.1947 Pastor Röntgen stirbt. Für ihn waren Gesetz und Geist der Liebe Richtschnur für sein persönliches Leben und Inhalt seiner Verkündigung.
15.2.1948 Pastor Panten wird eingeführt. Ihm fällt die schwierige Aufgabe zu, die zerstörte Kirche wieder aufzubauen. Prof. Dominikus Böhm wird als Architekt gewonnen. Der Kindergarten bezieht die Räume im Haus Goltsteinstraße 74. Leiterin ist Sr. Maria Gundula.
13.7.1952 Erster Gottesdienst in der „neuen“ Kirche. Der Innenraum wirkt in seiner strengen Festlichkeit völlig neu. Dominikus Böhm gestaltete einen Raum, „in dem sich die Gemeinde heimisch fühlt, und der beim Gottesdienst gemeindebildend und zusammenfassend wirkt“, heisst es in einer zeitgenössischen Chronik.
19.6.1964 Pastor Panten stirbt. Ihm sind der äußere und innere Wiederaufbau von Gotteshaus und Gemeinde zu verdanken.
22.7.1964 Hans Ruthard Heberling wird zum neuen Pastor ernannt. Unter ihm muss eine Sanierung der Kirche durchgeführt werden.
9.6.1968 Zum erstenmal wird ein Pfarrgemeinderat gewählt. Weitere Wahlen finden am 14. März 1971, am 24. März1974 sowie am 30. Oktober1977 statt.
1971/72 Die „BAMAG“ wird abgerissen. In Bayenthal entsteht zwischen Goltstein- und Alteburgerstraße ein neues Wohngebiet, das „Allianz-Viertel".
1972/73 Das neue Pfarrhaus wird am Hauptportal der Kirche gebaut. Auf dem Platz des alten Pfarrhauses an der Bernhardtstraße entsteht eine moderne Kindertagesstätte.
24.1.1974 Silbernes Priesterjubiläum von Pastor Heberling.
9.5.1976 Wallfahrt nach Trier zum Grab unseres Pfarrpatrons St. Matthias. Seither wird die Trier-Wallfahrt alljährlich im Mai durchgeführt.
27.6.1976 Seit zwanzig Jahren feiert die Gemeinde erstmals wieder eine Primiz: Neupriester ist Georg Lenz, Sohn des Organisten Theobald Lenz. Zwei weitere junge Männer aus der Gemeinde bereiten sich auf das Priestertum vor.
5.7.1976 Die neue Kindertagesstätte wird eingeweiht. Jubelnd und voller Freude beziehen Kinder und Erzieherinnen den Neubau.
1977 Nach einer Schulung durch das Referat für Gemeindekatechese auf Dekanatsebene (sie wurde in der Diözese als vorbildlich bezeichnet) bereiten in unserer Gemeinde erwachsene Laien Jugendliche auf die Firmung vor.
7.8.1978 Kardinal Höffner besucht erstmals St. Matthias anlässlich der Exequien und Trauerfeier für den Pfarrangehörigen und langjährigen Freund und Förderer der Matthias-Gemeinde, Prof. Dr. Fritz Burgbacher.
1978/79 Die Planung für den Umbau des Hauses Goltsteinstraße 74 zum Jugendhaus treten nach Klärung der finanziellen Probleme in ein entscheidendes Stadium. Die Bauarbeiten beginnen Mitte des Jahres.

29.4.1990

                    

Die Gemeinde feiert das Ende der Bauarbeiten an St. Matthias mit der Altarweihe durch Bischof Walter Jansen.
   
   
   


                

 

 
 



 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 

 


 


 


 


 


 


 


 


 

 
 

 


 


 


 


 

 
 


 


 


 


 


 



 

Zum Seitenanfang Seite weiterempfehlen Druckversion Kontakt  Barrierefrei Datenschutz  Impressum