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Ein Rundgang durch unsere Pfarrkirche

 
Wer durch eines der großen Eschen-Portale die Kirche betritt, ist beeindruckt von der Größe dieses Raumes, Marienkapellevon seiner Helligkeit und Wärme. An den Bögen der Seitenwände gleitet der Blick nach vorne in den großen weißen mit dem Altarbild geschmückten Chorraum. Die Seitenschiffe sind gangartig schmal, das linke Seitenschiff wurde nach außen vorgezogen, um eine Halle für die Aufstellung der Beichtstühle zu gewinnen. Über dieser Halle befindet sich die Orgelempore. Rechts des Eingangs liegt die Marienkapelle, in der sich ein Altarschrank mit zwei Madonnen-Bildern nach Lochner, zwei Apostelfiguren in Holz und die Nachbildung einer italienischen Madonna in Terrakotta befinden.


Kreuzweg Auferstehung Wenn man im rechten Seitenschiff nach vorne geht, findet man zunächst den Kreuzweg, der auf kleinen aber eindrucksvollen Bronze-Tafeln die Leidensweg Jesu festhält. Bemerkenswert ist hier, dass zu den sonst üblichen vierzehn Stationen eine fünfzehnte hinzugefügt wurde: Die Auferstehung Jesu als Krönung seines Weges und als Antwort Gottes auf die Kreuze der Menschen. Der Kreuzweg stammt von Prof. Mellmann aus Osnabrück. In diesem rechten Seitenschiff befinden sich dann vier der insgesamt neun Fenster, die nach Entwürfen von Wilhelm Buschulte aus Unna durch die Glasmalerei Dr. Oidtmann in Linnich hergestellt wurden. Auf dieser Seite sind vier Ereignisse aus dem Alten Testament dargestellt: Es beginnt mit der Darstellung der Erschaffung des Adam, über ihm ist die Hand Gottes zu erkennen. Das zweite Fenster zeigt in roter Farbe Abraham, der die vorübergehenden Engel, die weiß dargestellt sind, zum Mahl einlädt. Rechts sind zwei Brote und ein Trinkgefäß zu Erschaffung des Adam/Abraham mit Engelerkennen. Das dritte Fenster zeigt die Ermordung Abels durch seinen Bruder Kain. Das vierte Fenster schließlich berichtet von Jona, der nach drei Tagen aus dem Bauch des Fisches unverletzt wieder hervorkommt, der auf diese Weise ein Vorbild der Auferstehung Jesu aus dem Grabe ist.
Damit sind wir bereits bei der Statue der Gottesmutter angekommen, die sich an  der Stirnseite des rechten Seitenschiffes befindet. Es handelt sich  um eine Arbeit des  Bildhauers Karl Winter aus Limburg/Lahn, der neben dieser Statue den Osterleuchter, den Altar mit den Leuchtern und die große Säule mit dem Tabernakel geschaffen hat. Die überlebensgroße, sitzende Madonna ist eine Steinplastik aus Lahn-Marmor. Das Jesuskind spielt mit einer Traube, ein Hinweis darauf, dass Christus sein Leben und sein Blut für uns so hingibt, wie der Saft aus der Traube Marienstatueausgepresst wird.
Neben dem Seitenaltar steht das Buch, in dem die Namen derer aus unserer Gemeinde verzeichnet sind, die in den beiden Weltkriegen ums Leben gekommen sind. Wenn wir nun aus dem Seitenschiff wieder zur Mitte vor den Chorraum treten, befindet sich rechts die Tür, die in den Turm führt, in dem in fast 60m Höhe die sieben Glocken in einer Glockenstube von 12m Höhe hängen. Vor den Stufen des Chorraumes steht rechts der Osterleuchter aus Lahn-Marmor, der hoch emporragt und die Osterkerze trägt, die bei unseren Sonntagsgottesdiensten und bei den Begräbnismessen angezündet wird, und die auf ihre Weise von dem Licht berichten will, das stärker ist als der Tod. In  unmittelbarer Nähe des Osterleuchters steht das  Ambo Osterkerze Lesepult, der Ambo, von dem vor allem das Wort Gottes den Menschen gesagt wird. Besonders lebhaft ist die Taube, die andeutet, dass sie etwas Wichtiges zu sagen hat. Die Taube als Zeichen des Heiligen Geistes und seiner schöpferischen Kraft ist ein Hinweis auf die heilsame Wirkung, die vom Wort Gottes ausgeht. Ambo, Altarleuchter und der Leuchter mit dem "Ewigen Licht" sind aus demselben Material geschaffen.
 
 
  AltarIn der Mitte des Chorraumes befindet sich der Altar, der eigentliche Mittelpunkt der Pfarrkirche. Die Altarplatte wird getragen von zwölf Marmorsäulen mit reicher Maserung in warmen Farbtönen. Diese Säulen sollen die zwölf Apostel darstellen, auf denen Christus seine Kirche aufbaute. Die grauen Säulen sind untereinander verbunden mit hellen  Onyx-Bernsteinplatten, die dem Altar eine leuchtende Lebendigkeit geben.
 
 
 
 
 
 
 
Über dem Altar hängt das Kreuz, eine Kopie des Hochaltarkreuzes von San Antonio in Padua, das von dem berühmten italienischen Künstler Donatello 1440 in Bronze gegossen wurde. Der Gekreuzigte über unserem Altar ist vom Bildhauer Herbert Belaus aus Düsseldorf, einem Schüler von Prof. Matar, dem Kreuz von Padua Der Gekreuzigtenachempfunden worden, jetzt allerdings in Holz. Vor einigen Jahren wurde die Holzplastik von dem Bildhauer Gerd Reiffschneider aus Wuppertal mit einer weißen Farbschicht überzogen und dann über dem Altar angebracht, nachdem sie längere Zeit ganz vorne an der Stirnwand des Chorraumes gehangen hatte. Aus demselben Material ist auch die große Marmorsäule gefertigt, die den Tabernakel trägt. Im oberen Teil dieser Säule sind Brot und Trauben dargestellt, die Zeichen für Brot und Wein in der heiligen Eucharistie. Der eigentliche Tabernakel ist aus Bronze, außen und innen vergoldet, mit vielen Medaillons und kleinen Bergkristallen geziert. Er veranschaulicht das "Zelt Gottes unter den Menschen", die Erinnerung an die Wanderung durch die Wüste, welche die Israeliten damals nur durchstanden, weil ihr Gott ihnen immer wieder seine Nähe offenbarte.

Als sich im Jahre 1986 die Notwendigkeit ergab, den Wandputz im Chorraum zu erneuern, wurde daran gedacht, die bis dahin weiße Stirnwand des großen Chorraumes neu zu gestalten. Erste Überlegungen mit der Architektin Frau Maria Schwarz führten zu dem Ergebnis, dass Chorraum und Gemeinderaum besser miteinander verbunden werden sollten. So kam die Anregung, den großen Spitzbogen, der den Gemeinderaum abschließt und der sich noch einmal im Fenster der Kirche zum Gottesweg hin wiederholt, auch an der gegenüberliegenden Seite anzubringen. Dadurch sollte die Einheit der beiden Räume hervorgehoben werden. Wie der Bogen im Eingang der Kirche die Menschen in den Raum führt und nach dem Gottesdienst wieder in den Alltag zurück, so sollte der Bogen im Chorraum eine andere Öffnung andeuten. Dieser Bogen sollte verstanden werden als ein Tor nach vorn, als ein Durchbruch durch eine Mauer mit dem Blick auf einen größeren Zusammenhang. Nun kam der Gedanke auf, nicht nur einen offenen Bogen anzudeuten, sondern diesen Bogen auch mit einem Bild zu füllen. Für diese Aufgabe konnte der Künstler Wilhelm Buschulte gewonnen werden, der schon vor Jahren Altarbilddie Fenster im Gemeinderaum der Pfarrkirche gestaltet hat. In seinem Entwurf, der mit Steinplatten verschiedener Größe und Beschaffenheit ausgeführt wurde, nimmt die rötlich-braune Fläche den unteren Teil des Bildes ein. Es ist die Erde, auf der wir Menschen leben. Die Erde steht aber im Zeichen des Kreuzes, das mit einem weiß-grauen Band angedeutet wird, wobei der Längsbalken des Kreuzes bis in die obere blaue Fläche hinaufragt. Das Kreuz ist das Zeichen der Erlösung, die Farbe erinnert an das Osterfest und den Sieg des auferstandenen Christus über den Tod. Wo die beiden Balken des Kreuzes sich treffen, ist ein besonderer Stein zu erkennen, der aus der Wand herausragt. Es ist ein Achat, der in Millionen von Jahren im Dunkel der Erde entstanden ist und in dessen ungeschliffener Oberfläche alles zu sehen und zu entdecken ist, was die lange Geschichte unserer Erde ausmacht.  Über der Erde sind Wolken zu erkennen. Hier wird in das neue Bild aufgenommen, was bereits in der Decke des Chorraumes zu erkennen ist, dessen Zwischendecke mit den geschwungenen Formen die Wolken des Himmels andeutete. In der Heiligen Schrift ist die Wolke immer wieder Ausdruck der Nähe Gottes. So ist es, als Mose die zehn Wegweisungen entgegennimmt, bei der Taufe Jesu im Jordan, bei der Verklärung und schließlich an jenem 40. Tag nach Ostern, als der Auferstandene die Reihe der sichtbaren Erscheinungen beschließt und von einer Wolke aufgenommen wird, und dies nicht in Entfernung von der Erde, sondern als Ausdruck seiner bleibenden Gegenwart unter uns Menschen verstanden wird.
In den Wolken sind rechts und links vier Flügel zu erkennen, die darauf hinweisen, dass es Wesen gibt, die Himmel und Erde verbinden, Boten Gottes, die in seinem Namen den Menschen seinen Willen verkünden. Die Engel sind eine Brücke zwischen Diesseits und Jenseits. Deshalb ragen ihre Flügel auf die Erde und in den Himmel. Die nach unten gerichteten Flügel weisen von beiden Seiten auf den Tabernakel hin, um so anzudeuten, dass Gott selbst in unserer Mitte gegenwärtig ist. Die Darstellung von Erde, Wolken und Himmel wird an beiden Seiten von Säulen eingefasst, die den Eindruck eines Tores in der Mauer noch verstärken sollen. Die Steinfarbe der Säulen nimmt die Farbe der Säulen im Kirchenschiff auf. Aber der Bogen schließt sich nicht. In der Höhe des Himmels sind die Säulen wie abgebrochen. Es wäre ja auch unmöglich, wenn man den Himmel einfassen könnte in irdische Begrenzungen. Aber die Aussage geht noch weiter: Alles Leben auf dieser Erde ist begrenzt und wird einmal aufhören, es wird abgebrochen, aber nicht zerstört. Der Abbruch alles Irdischen ist der Aufbruch in die unendliche Welt Gottes. Über die Wolken erhebt sich das tiefe Blau des Himmels, das sich auch oben an der Decke des Chorraumes wiederfindet, dort aber in verschiedenen Blautönen, so wie sich der Himmel bei uns zeigt. Der Himmel ist unser Ziel und unsere Zukunft, aber er ist nicht weit entfernt, sondern uns Menschen nahe und zugänglich. Das tiefe Blau lässt etwas von der Weite und Tiefe des Himmels ahnen. Nach den Worten des "Vater unser" ist der Himmel überall dort, wo Gottes Wille geschieht, wo sein Reich angenommen und sein Name heilig gehalten wird. Das soll in besonderer Weise im Gottesdienst geschehen, aber genau so in unserem Alltag. Hervorzuheben ist in der Bemalung der Decke noch ein weißes Tuch, das in der vorderen linken Ecke zu erkennen und mit einem roten Feld gegen das Blau des Himmels abgesetzt ist. Dieses Tuch ist das Grabtuch Jesu. Es will andeuten, dass das Grab leer und Jesus auferstanden ist. Das Altarbild in unserer Pfarrkirche ist im besten Sinne des Wortes ein Blickfang. Unsere oft zerstreuten Gedanken sollen eine Mitte finden, um dort zur Ruhe zu kommen. Unser Tabernakel - gemeinsam mit dem Altar das "Herz" der Kirche - hat einen Rahmen bekommen, der seine Bedeutung hervorhebt. Schließlich hat auch das Kreuz über dem Altar einen Zusammenhang mit dem Altarbild. Beim Betreten der Kirche sieht man, wie das Kreuz in das Chorbild hineinragt und aus ihm hervorgeht (Aus: "Ein Tor in die Zukunft - Anmerkungen zu einem neuen Altarbild in der Pfarrkirche St. Pius in Köln-Zollstock"; Auto: Pastor Msgr. Peter Haanen).

Am zweiten Adventssonntag des Jahres 1990 hat der Erzbischof von Köln, Joachim Kardinal Meisner, in einem feierlichen Gottesdienst dem Altarbild den kirchlichen Segen erteilt. Die großen Fenster auf der rechten Seite des Chorraumes nach Enwürfen des Kunstmalers Lüneborg haben das Thema "Das himmlische Jerusalem". Vorherrschend in diesen Fenstern sind Elemente einer Kathedrale, die in braungelben und blauen Farben angedeutet sind. Der untere Teil der Fenster besteht aus kristallenen Stücken und Scheiben, die das Erdinnere anzeigen. Darüber erhebt sich  die Zeichnung einer Landschaft. In der Richtung von unten nach oben sollen die Fenster den Vorgang der Verwandlung andeuten, der die gesamte Schöpfung einmal zur TaufbeckenHerrlichkeit Gottes führen wird. Wenn wir uns dann weiter nach links wenden, finden wir dir Tür zur Krypta, einer Kirche unter dem Chorraum. hier sind sechs Glasfenster zu sehen, die sich mit Engeldarstellungen im Alten und Neuen Testament befassen. An der Stirnseite des linken Seitenschiffes steht das Taufbecken. Es ist das "älteste" Stück in unserer Kirche. 1914 fand in Köln eine Werkbund-Ausstellung statt, auf der auch dieses Taufbecken durch die Kölner Firma Muschard und Söhne ausgestellt wurde. Diese berühmte Ausstellung wurde im August 1914 durch den Ausbruch des ersten Weltkrieges abgebrochen. Die Firma Muschard schenkte der Pfarrgemeinde St. Pius dieses Taufbecken aus Carrara-Marmor. Im linken Seitenschiff finden sich des weiteren fünf Fenster, die die Hauptereignisse der Erlösung nach dem Neuen Testament festhalten. Es beginnt mit der Herabkunft des Heiligen Geistes, die Taube ist dargestellt  Antonius und die zwölf feurigen Zungen über den Köpfen der Apostel. Das nächste Fenster zeigt die Auferstehung mit dem leeren Grab, den weißen Engeln und den Frauen am Grab in violetter Farbe. Das dritte Fenster weist auf das Kreuzesopfer Jesu hin, in den vier Ecken sind Geißel, Würfel, Hahn und Nägel dargestellt. Das vierte Fenster ist zum Gedächtnis an die Einsetzung des Altarsakraments am Gründonnerstag mit der Darstellung von Ähren und Trauben. Das vorletzte Fenster auf dieser Seite zeigt die Geburt Jesu, die Blume aus der Wurzel Jesse ist zu erkennen, rechts sind die Heiligen Drei Könige. Den bildlichen Darstellungen der Fenster im unteren Bereich der Kirche entsprechen die ornamentalen Fenster im oberen Bereich des Kirchenraumes. Unser Weg mündet in die Kapelle, die die Statue des heiligen Antonius von Padua enthält, sowie ein Fenster, das den heiligen Einsiedler Antonius  darstellt. Der letzte Blick unseres Weges durch die Kirche soll dann dem Fenster gelten, das über dem Eingang zu sehen ist, das in leuchtenden blauen und gelben Farben einen Weg andeutet, der mitten durch die Schwierigkeiten und Verästelungen des Lebens hindurchführt.
Seit Sommer 2008 befindet sich im linken Seitenschiff unmittelbar hinter dem Aufgang zur Orgelempore eine von dem Leverkusener Künstler Kurt Arentz geschaffene Gedenktafel für Josef Kardinal Frings, die am 15.6.2008 von Kardinal Meisner anlässlich der 100-Jahr-Feier der Pfarrkirche von St. Pius eingeweiht wurde.Gedenktafel Kardinal Frings
 
Auf dem Vorplatz der Kirche steht seit dem 14.8.1999 eine von dem in Sinzig-Löhndorf ansässigen Bildhauer Titus Reinarz geschaffene Statue des heiligen Papstes Pius I, unseres Pfarrpatrons.  bild pius 1
Pius-Statue von Titus Reinarz 
Geboren in Aquileja war der als Märtyrer verehrte Heilige in der Zeit zwischen 140 und 155 während der hadrianischen Christenverfolgung Bischof von Rom und hatte schwere Kämpfe gegen die Gnostiker zu bestehen. In der Sukzessionsliste des Irenäus wird er als 9. Nachfolger des Hl. Petrus angeführt.
Man schreibt ihm die Einsetzung der Osterfeier am Sonntag nach dem Vollmond im März zu. Der Bau von Santa Pudentiana, der ältesten Kirche Roms, geht wahrscheinlich ebenfalls auf ihn zurück. Im Dom zu Siena soll sich eine Marmorstatue von Michelangelo befinden, die Papst Pius I darstellt. Sein Fest feiert die Kirche am 11. Juli. (Ausführungen zu Pius I aus div. Quellen zusammengestellt von Johanna Wunsch).
Pastor Paul Nießen hat ein Pfarrlied zum heiligen Papst Pius I verfasst, das bei besonderen Anlässen gesungen wird (zum St. Pius Lied).  
 
[weitere Fotos der Kirche]
 
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