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Hauptorgel in der Stiftskirche

Die große Orgel in der Stiftskirche St. Johann Baptist und Petrus an der Kölnstraße ist ein Werk der ein paar Häuser weiter ansässigen Firma Orgelbau Klais Bonn.

 

Die erste Orgel

Klais-Orgel Opus 356, III/55, 1907/1908Nachdem Johannes Klais (1852-1925), der Gründer der Orgelbauanstalt Klais in Bonn, bereits 1906 einen Plan zum Neubau einer vermutlich zweimanualigen Orgel vorgelegt hatte (MV 287), reichte er im März 1907 den Kostenanschlag für ein dreimanualiges Instrument ein.

 

Am 18. Mai 1907 erteilte das Generalvikariat in Köln die Genehmigung zum Bau der Orgel nach dem Kostenanschlag vom 7. März 1907. Am 10. Juni 1907 wurde der Orgelbauvertrag geschlossen. Zwischen November 1907 und 20. November 1908 wurde die erste Orgel der Stiftskirche mit der Opuszahl 356, MV 322 erbaut und hatte 55 Register verteilt auf drei Manualen.

 

Diese prachtvolle Orgel wurde am 30. Dezember 1908 geweiht und von den Organisten Ludwig Boslet (1860-1951), Felix Krakamp (1861-1937), Arnold Josef Monar (1860-1911), Organist der Stiftskirche, Carl Sattler (1874-1938) und Ludwig Sauer (1861-1940) der Gemeinde vorgeführt.

 

Sie fiel dem Zweiten Weltkrieg zum Opfer.

 

Klais-Orgel op. 1096 in der Stiftskirche - Orgelweihe 27.05.1956

Die zweite Orgel

Die zweite Orgel, Opus 1096, mit rund 3.500 Pfeifen erbaute Hans Klais (1890-1965), der Sohn von Johannes Klais mit 43 Registern auf drei Manualen und elektropneumatischer Traktur. Die Disposition wurde von dem Organisten der Stiftskirche Wolfgang Oehms (1932-1993) und dem Kölner Domorganisten Professor Josef Zimmermann (1906-1998) in Zusammenarbeit mit der Firma Johannes Klais entworfen.

 

Die liturgische Weihe der Orgel durch Herrn Protonotar Prof. Dr. H. Geyer fand am 27. Mai 1956 statt.

 

Klais-Orgel op. 1096 in der Stiftskirche, © by Stifts-Chor Bonn, 2011

Im Zuge der Restaurierung der Stiftskirche in den Jahren 1990 bis 1993 wurde auch die Orgel einer gründlichen Überarbeitung unterzogen. Die Orgel hatte im Laufe der Jahre viel Staub angesetzt und es traten immer häufiger technische Mängel auf, die es zu beheben galt.

 

Die Orgel erhielt zusätzlich zwei neue Register:

Im Hauptwerk Cornett 5f und im Schwellwerk Vox coelestis 8'.

 

Im Schwellwerk wurden Register ausgewechselt und entsprechend alle Pfeifen neu angefertigt: Gamba 8' statt Gemshorn 8', Trompett 8' statt Schalmei 8' und Clairon 4' statt Kopftrompete 8'. Zusätzlich wurde im Schwellwerk auch ein Tremulant neu installiert.

 

Diese Restauration wurde unter der Leitung von Hans Gerd Klais (*1930) in dritter Generation der Orgebaufirma durchgeführt.

 

Seitdem lautet die Disposition:

 

I. Manual C-g3   

Rückpositiv

II. Manual C-g3       

Hauptwerk

III. Manual C-g3    

Schwellwerk

Pedal C-f1

 

Spielhilfen

 

Quintadena 8’ Gedacktpommer 16’ Holzflöte 8’ Untersatz 32’ 2 freie Kombinationen
Stillgedackt 8’ Principal 8’ Gamba 8’ Principalbaß 16’ 1 geteilte freie Kombination
Praestant 4’ Rohrflöte 8’ Vox coelestis 8’ Subbaß 16’ mechanischer Schwelltritt
Rohrflöte 4’ Oktav 4’ Principal 4’ Zartbaß 16’ 1 freie Pedalkombination
Principal 2’ Koppelflöte 4’ Singend Gedackt 4’ Octavbaß 8’ Registerwalze
Sifflöte 1 1/3’ Spitzquinte 2 2/3’ Quinte 2 2/3’ Gedacktbaß 8’ Einzelabsteller Zungen
Scharff 2-4f Superoktav 2’ Schwegel 2’ Choralbaß 4’ Gesamtabsteller Zungen
Sesquialter 2f Cornet 5f Septimcymbel 3f Bassflöte 4’ Tutti
Krummhorn 8’ Mixtur 4-6f Mixtur 4-5f Nachthorn 2’  
Koppel III-I Bombarde 16’ Fagott 16’ Hintersatz 6f  
  Trompete 8’ Trompette 8’ Posaune 16’  
  Koppel I-II Clairon 4’ Basstrompete 8’  
  Koppel III-II Tremulant Clarine 4’  
      Koppel I-P  
      Koppel II-P  
      Koppel III-P  

 

Klais-Orgel op. 1096 in der Stiftskirche - 2013

Neue bau- und brandschutztechnische Bestimmungen machten eine große Überholung und Instandsetzung der Orgel von Januar bis April 2015 erforderlich. Dabei wurde die gesamte Elektrik der Orgel erneuert, alle Bälge neu beledert, die Orgel technisch instand gesetzt und die allzu scharfe und spitze Intonation von 1991/92 erheblich gemildert.

 

Der Spieltisch erhielt einen Setzer der Firma Sinua, der neben den herkömmlichen Setzer- auch Sonderfunktionen wie freie Manualzuteilung, programmierbare Koppeln, Register- und Tastenfesseln, programmierbare Crescendi und eine MIDI-Schnittstelle enthält. Durch den Einsatz einer SD-Karte als Speichermedium ist der Setzer mit unendlich vielen Kombinationen ausgestattet. Eine WLAN-Schnittstelle ermöglicht das spätere Hinzufügen eines zweiten Spieltisches unten in der Kirche.

 

Diese Restauration wurde unter der Leitung von Philipp Klais (*1967) in vierter Generation der Orgebaufirma durchgeführt.

 

 

Die Disposition der Orgel seit April 2015:

 

Rückpositiv

Hauptwerk

Schwellwerk

Pedal

Koppeln

Quintadena 8’ Gedacktpommer 16’ Holzflöte 8’ Untersatz 32’ HW an I (16/8/4)
Stillgedackt 8’ Principal 8’ Gamba 8’ Principalbass 16’ RP an I (16/8/4)
Principal 4’ Rohrflöte 8’ Vox coelestis 8’ Subbass 16’ SW an I (16/8/4)
Rohrflöte 4’ Oktav 4’ Principal 4’ Zartbass 16’ HW an II (16/8/4)
Principal 2’ Koppelflöte 4’ Singend Gedackt 4’ Octavbass 8’ RP an II (16/8/4)
Sifflöte 1 1/3’ Spitzquinte 2 2/3’ Quinte 2 2/3’ Gedacktbass 8’ SW an II (16/8/4)
Scharff III-IV Superoktav 2’ Schwegel 2’ Choralbass 4’ HW an III (16/8/4)
Sesquialter II Cornet V Septimzimbel III Bassflöte 4’ RP an III (16/8/4)
Krummhorn 8’ Mixtur IV-VI Mixtur IV-V Nachthorn 2’ SW an III (16/8/4)
Tremulant Bombarde 16’ Fagott 16’ Hintersatz VI HW an Ped
  Trompete 8’ Trompette 8’ Posaune 16’ RP an Ped
    Clairon 4’ Basstrompete 8’ SW an Ped (8/4)
    Tremulant Clarine 4’  

 

Klais-Orgel op. 1096 in der Stiftskirche - Spieltisch 2015

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Literaturnachweis, Quellen, weiterführende Links:

 

Johannes Klais Orgelbau GmbH & Co KG, Bonn, Firmeninformation Juni 1989, Verfasser: Hans Steinhaus

„Orgelweihe in der Stiftskirche-Bonn“ am 27. Mai 1956

„Die Klais-Orgel der Bonner Stiftskirche“, Stefan Mohr in: Orgelkonzerte Stiftskirche Bonn, 1993

Horst Hodick: Johannes Klais (1852-1925): ein rheinischer Orgelbauer und sein Schaffen,
Band 1: Leben und Werk, S. 274-281 m.w.N.; Band 2: Werkverzeichnis (Foto Nr. 1), Katzbichler Musikverlag, 2001

Vincent Heitzer, M.Mus., Seelsorgebereichsmusiker Bonn-Mitte (2006-2015), 2015

 

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes auf folgende URL:
http://gemeinden.erzbistum-koeln.de/stifts-chor-bonn/service/orgeln/index.html

Autor: Judith Roßbach

Letzte Änderung am 16.07.2017

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