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Tomás Luis de Victoria
auch: Thomas Ludovico da Vittoria

* um 1548 Sanchidrián, Provinz Ávila (Spanien)
† 27. August 1611 in Madrid

Repertoire

 

Portrait

Spanischer Komponist, Organist und Priester

 

Tomás Luis de VictoriaVictoria erhielt als Chorknabe eine musikalische Ausbildung an der bedeutenden Kathedrale von Ávila, ging 1565 nach Rom an das Collegium Germanicum der Jesuiten, um Theologie zu studieren, insbesondere aber auch um seiner „natürlichen Neigung“ zur Musik zu folgen. Möglicherweise erhielt er in dieser Zeit Unterricht von Giovanni Pierluigi da Palestrina am benachbarten Seminario Romano, vielleicht auch von Jacobus de Kerle, der um 1562-68 in Rom lebte.

 

1569-74 wirkte Victoria als Sänger und Organist an Santa Maria di Monserrato und 1573-76 als Kapellmeister am Collegium Germanicum und an Sant'Apollinare.

 

1575 zum Priester geweiht, war er, nachdem er sich der Gemeinschaft des hl. Filippo Neri angeschlossen hatte, 1578-85 Kaplan an deren Kirche San Girolamo della Carità.

 

Um 1585 publizierte Victoria in Rom eine Sammlung musikalischer Werke, die auch das Officium Sanctae Hebdomadae enthält, und kehrte im gleichen Jahr, spätestens 1587 nach Spanien zurück und wurde Kaplan und Kapellmeister der Kaiserin Maria, der Tochter Kaiser Karls V. und Witwe Maximilians II., die sich 1581 in das Kloster der Descalzas Reales in Madrid zurückgezogen hatte.

 

1592 ging Victoria wieder für einige Jahre nach Rom und wurde 1595 Organist und Titularkapellmeister der Kaiserin. Er war auch nach deren Tod 1603, zu dem er ein Requiem komponierte, in dem genannten Kloster tätig.

 

Quellen und weiterführende Links:

Marc Honegger/Günther Massenkeil (Hrsg.): Das große Lexikon der Musik, Band 8, Verlag Herder Freiburg, 1992

dtv-Atlas zur Musik, Band 1, Deutscher Taschenbuch Verlag und Bärenreiter-Verlag, 7. Aufl. 1983

Armin Raab: Tomás Luis de Victoria In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Band XIV, BBKL Herzberg 1998, ISBN 978-3-88309-073-3, Spalten 1576-1578 | Registrierung erforderlich, kostenpflichtiges Abonnement

 

Werke

Victoria war der größte spanische Vertreter der klassischen Vokalpolyphonie. Die Musikgeschichtsschreibung hat immer wieder seine stilistische Nähe zu Palestrina betont. Anders als die meisten Komponisten seiner Zeit schrieb Victoria ausschließlich kirchenmusikalische Werke, darunter 20 Messen, 44 Motetten, 34 Hymnen. Als Hauptwerke gelten das Officium hebdomadae sanctae (einschließlich 2 Passionen und 9 Lamentationen) und das Officium defunctorum.

 

 

 

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes auf folgende URL:
http://gemeinden.erzbistum-koeln.de/stifts-chor-bonn/service/komponisten/Vittoria.html

Stifts-Chor Bonn | Service | Komponistenverzeichnis | Komponistenportrait Thomas Ludovico da Vittoria

Autor: Judith Roßbach

Letzte Änderung am 04.10.2017

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