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Heitor (Héctor) Villa-Lobos

*  5. März 1887 in Rio de Janeiro
† 17. November 1959 in Rio de Janeiro

Repertoire

 

Portrait

Brasilianischer Komponist und Dirigent

 

Heitor Villa-LobosHeitor Villa-Lobos studierte bei Angelo França (Harmonielehre) und Benno Niederberger (Violoncello). Seit 1915 organisierte er in Rio de Janeiro regelmäßig Konzertveranstaltungen mit eigenen Werken. 1923-24 und 1927-30 hielt er sich in Paris auf, wo seine Werke großes Aufsehen erregten, und reiste auch nach Brüssel, Lissabon und Barcelona. 1930 nach Brasilien zurückgekehrt, widmete er sich der musikalischen Jugend- und Volksbildung und wurde 1932 Leiter des Musikschulwesens von Rio de Janeiro und 1942 von Brasilien. 1942 gründete er das Conservatório Nacional de Canto Orfeónico. 1944 besuchte er erstmals die USA und hielt sich seitdem abwechselnd dort, in Brasilien und in Frankreich auf.

 

Villa-Lobos war unter anderem Präsident der von ihm 1945 gegründeten Academia Brasileira de Música, korrespondierendes Mitglied des Institut de France und anderer Akademien.

 

Das Œuvre von Villa-Lobos ist umfangreich, aber ungleich. Nur wenige Werke entstanden vor seinem 25. Lebensjahr. Danach setzt eine erste Schaffensphase ein (1912-1919), in der man noch nichts von der starken Identifizierung mit der Seele seines Landes, mit seiner Natur und seinen Gesängen spürt. Das ist erst in der zweiten Phase mit den Choros als Zentrum (1920-1929) der Fall. In dieser monumentalen Werkgruppe, vom Solostück für Gitarre bis zur Komposition für Chor und Orchester reichend, huldigt Villa-Lobos den Volksmusikanten seiner Jugend; das gemeinsame Improvisieren mit ihnen versuchte er hier kompositorisch wieder aufleben zu lassen.

 

In der dritten Phase (1930-1944) entdeckt Villa-Lobos, gleichsam überwölbt von Johann Sebastian Bach, die Affinitäten von dessen Musik zur brasilianischen Volksmusik, in der jede Instrumentalstimme eine große melodische Selbständigkeit besitzt. Die letzte Phase, von Virtuosität gekennzeichnet, ist den Konzerten gewidmet.

 

Am 17. November 1959 verstarb Heitor Villa-Lobos in Rio de Janeiro an Krebs.

 

Werke

Villa-Lobos hat mehr als 1.000 Kompositionen in allen traditionellen Formen (Oper, Orchestermusik, Kammermusik, Vokalmusik) geschrieben, unter anderem 12 Sinfonien, 5 Klavier-, 2 Cellokonzerte und je ein Gitarren-, Harfen- und Mundharmonikakonzert, 17 Streichquartette und 3 Klaviertrios. Seine Werke für Gitarre gehören zum Standardrepertoire für Solisten dieses Instruments.

 

Quellen und weiterführende Links:

Marc Honegger/Günther Massenkeil (Hrsg.): Das große Lexikon der Musik, Band 8, Verlag Herder Freiburg, 1992

Siegmar Hohl in: Siegmar Hohl (Hrsg.): Musikführer. Oper, Operette, Musical, Ballett, Konzert, Orbis Verlag München, 1995

 

 

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes auf folgende URL:
http://gemeinden.erzbistum-koeln.de/stifts-chor-bonn/service/komponisten/Villa-Lobos.html

Stifts-Chor Bonn | Service | Komponistenverzeichnis | Komponistenportrait Heitor Villa-Lobos

Autor: Judith Roßbach

Letzte Änderung am 28.01.2015

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