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Dr. h.c. phil. Johann Gustav Eduard Stehle

* 17. Februar 1839 in Steinhausen (Landkreis Biberach, Württemberg)
† 21. Juni 1915 in St. Gallen

Repertoire

 

Portrait

Lehrer, Pianist, Organist und Komponist; Domorganist und Domkapellmeister in St. Gallen

 

Johann Gustav Eduard Stehle Als Sohn eines Lehrers und Organisten erhielt Johann Gustav Eduard Stehle schon früh private Ausbildung allgemeiner und musikalischer Art und spielte bereits im Alter von 12 Jahren in Gottesdiensten die Orgel. Die ersten Kompositionen wurden noch in den Schuljahren angefertigt. Zwischen 1853 und 1856 erfolgte die Ausbildung an den Lehrerseminarien von Weingarten und Schwäbisch Gmünd neben den allgemeinen Fächern vor allem Musikunterricht in Komposition, Gesang, Violine sowie Klavier- und Orgelspiel.

 

Die erste Stelle als Lehrer trat Stehle 1857 in Schussenried an, kam dann 1865 nach Kaznach bei Saulgau und versuchte auch hier, neben der Lehrertätigkeit, musikalisch als Dirigent, Klavier- und Orgelspieler wie auch als Komponist wirksam zu sein.

 

1869 als Organist und Musikdirektor an St. Kolumban in Rorschach tätig, gründete er dort eine Gesangs- und Musikschule. 1874 wurde er als Nachfolger von Carl Greith Domkapellmeister und -organist in St. Gallen und bekleidete dieses Amt bis zu seinem Ruhestand 1913.

 

Bereits 1870 gründete Stehle einen „sanktgallischen Kirchenmusikverein“, der die Gründung vieler dörflicher Cäcilienchöre hervorrief und schließlich zum schweizerischen Cäcilienverband führte. Damit war Stehle in musikalischer Hinsicht der Initiant der cäcilianischen Reform der Kirchenmusik in der Schweiz. Er redigierte während 25 Jahren (1876-1901) das Vereinsorgan „Der Chorwächter“.

 

Stehle galt als angesehener Orgelvirtuose und wirkte als Orgelsachverständiger in der Nordschweiz.

 

Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Preise: Erster Preis beim cäcilianischen Komponistenwettbewerb mit seiner Missae Salve Regina (1867), 1911 Ehrendoktorwürde Dr. h.c. phil. der Universität Freiburg, Ritter des Gregoriusordens1, Ritter des österreichischen Franz-Josef-Ordens, Ritter des sächsischen Albrechts-Ordens, Maestro compositore der Römischen Akademie, Ehrenmitglied des amerikanischen Cäcilienverbandes.

 

Sein musikalisches Schaffen vereinigte künstlerischen Ausdruck mit den Bedürfnissen der Liturgie, was seinen Werken eine große Verbreitung innerhalb der cäcilianischen Bewegung brachte. Das musikalische Schaffen zeigt neben Eigenständigem recht viel Epigonenhaftes.

 

Werke

  • Missa solemnis „Exultate Deo“ quatuor vocibus inaequalibus concinenda op. 38 (1903)
  • Missa Jesu, rex admirabilis, composita ad 4 voces inaequales (canto, alto, tenore, basso) comitante organo oblig. op. 33 (1874)
  • Missa Jubilaei Solemnis ad 8 voces a capella, Fest-Messe für 8stg. Chor (Doppelchor) a capella (oder 4stg mit Begl. d. Orgel) zur Erinnerung an das 700-jährige Jubiläum des Herrscherhauses Wittelsbach op. 46 (1881)
  • Missa de spiritu sancto ad 4 voces inaequales comitante organo op. 14 (1874)
  • Oratorium „Legende der heiligen Caecilia“ für Soli, Chor und Orchester op. 4 (Gedicht von Wilhelm Edelman) (1880)
  • Liber Gradualium, Gradualienbuch für vierstimmigen Chor für das ganze Kirchenjahr op. 45 (1882)
  • Adoro te devoto (Text: Thomas von Aquin)
  • Laudate Dominum (Psalm 116) op. 15b No. 5
  • Elegerunt apostoli (am Feste des hl. Stephanus)
  • Nun freut euch, ihr Christen für Orgel
  • Phantasie 'Erlöst', op. 70 No. 2 für Orgel

 

Quellen und weiterführende Links:

Walter Troxler: Johann Gustav Eduard Stehle In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Band X, BBKL Herzberg 1995, ISBN 978-3-88309-062-7, Spalten 1275-1277

 

1 Der Ordine Equestre Pontificio di San Gregorio Magno (Päpstlicher Ritterorden vom heiligen Gregor dem Großen) ist der vierthöchste Orden, der unmittelbar vom Papst für Verdienste um die römisch-katholische Kirche verliehen wird.

 

 

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes auf folgende URL:
http://gemeinden.erzbistum-koeln.de/stifts-chor-bonn/service/komponisten/Stehle.html

Stifts-Chor Bonn | Service | Komponistenverzeichnis | Komponistenportrait Johann Gustav Eduard Stehle

Autor: Judith Roßbach

Letzte Änderung am 03.08.2017

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