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Francesco Soriano
auch: Francesco Suriano

* 1548 oder 1549 Soriano bei Viterbo
† 19. Juli 1621 in Rom

Repertoire

  • Matthäus-Passion (1923 unter Josef Schwan einstudiert; nicht mehr im aktuellen Repertoire)

 

Portrait

Italienischer Komponist der Spätrenaissance, Priester

 

Francesco Soriano Soriano war Schüler von Giovanni Maria Nanino und Giovanni Pierluigi da Palestrina. 1574 zum Priester geweiht, wirkte er seit 1580 als Kapellmeister an verschiedenen römischen Kirchen (u. a. an San Luigi dei Francesi (1581), San Giovanni in Laterano (1589), Santa Maria Maggiore 1587-1589 und 1601-1603). 1581 zog er nach Mantua, wo er eine Stellung am Hof der Gonzagas annahm, kehrte bereits 1586 nach Rom zurück, wo er den Rest seines Lebens als Chormeister in drei verschiedenen Kirchen tätig war, zuletzt am Petersdom (1603-1620).

 

Soriano gehört mit seinen im wesentlichen geistlichen Werken zum Kern der Römischen Schule in der unmittelbaren stilistischen Tradition Palestrinas. Mit Felice Anerio war er auch maßgeblich an der Redaktion der Editio Medicaea beteiligt.

 

Francesco Soriano arbeitete mit Felice Anerio im Rahmen der Gegenreformation an der Revision des Römischen Graduale; diese Arbeit wurde nicht - wie häufig angenommen - oder zumindest nicht maßgeblich von Giovanni Pierluigi da Palestrina durchgeführt.

 

Stilistisch ähnelt Francesco Sorianos Musik derjenigen von Palestrina, weist jedoch einige Einflüsse der um die Jahrhundertwende vorherrschenden Entwicklung auf. Er eignete sich einen antiphonalen Stil an, wobei er die weiche polyphone Art Palestrinas beibehielt, und er hatte eine Vorliebe für eine homophone Kompositionstechnik, die es dem Zuhörer einfacher macht, einen gesungenen Text zu verstehen.

 

Werke

Soriano schrieb Messen für 4-8 Stimmen (1609) (darin eine 8-stimmige Fassung von Palestrinas Missa Papae Marcelli), Motetten für acht Stimmen (1597), Psalmi et motecta für 8-16 Stimmen und Basso continuo (Venedig 1616), Passio D. N. Jesu Christi secundum quatuor Evangelistas für 4 Stimmen, Marianische Antiphonen und mehrere Madrigalbücher.

 

Die Fassungen seiner Passionen sind bedeutende Vorläufer der bekannteren Fassungen aus der Barockzeit, wie zum Beispiel von Johann Sebastian Bach; sie sind in einem zurückhaltenden aber dramatischen Stil komponiert und weisen einen beschreibenden Charakter auf. In gewisser Hinsicht stellen sie den Vorläufer des barocken Oratoriums dar, bei dem Sologesang, Chorgesang und Intrumentalstücke aneinandergereiht werden, sind im Stil jedoch Palestrina näher als den Kompositionen des Barocks.

 

Quellen und weiterführende Links:

Marc Honegger/Günther Massenkeil (Hrsg.): Das große Lexikon der Musik, Band 7, Verlag Herder Freiburg, 1992

 

 

 

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes auf folgende URL:
http://gemeinden.erzbistum-koeln.de/stifts-chor-bonn/service/komponisten/Soriano.html

Stifts-Chor Bonn | Service | Komponistenverzeichnis | Komponistenportrait Francesco Soriano

Autor: Judith Roßbach

Letzte Änderung am 26.06.2013

 
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