ERZBISTUM KÖLN  TagesLiturgie     

Heinrich Schütz
(latinisiert: Henricus Sagittarius)

* 8. Oktober 1585 in Köstritz/Thüringen
† 6. November 1672 in Dresden

Repertoire

  • Aller Augen warten auf dich, Psalm 145, 15.16
    aus: Zwölf geistliche Gesänge, SWV 429, 1 (1657)
  • Also hat Gott die Welt geliebt, SWV 380 aus: Geistliche Chormusik (1648)
  • Ehre sei dir Christe, Schlusschor aus der Matthäus-Passion, SWV 479 (1666)
  • Oculi omnium in te sperant, Domine op. 4 Nr. 36, SWV 88 (1624)
  • Psalm 96 „Singet dem Herrn“ (2015 unter Vincent Heitzer einstudiert)
  • Verleih uns Frieden gnädiglich, SWV 372, Motette Nr. 4 aus: Geistliche Chormusik (1648)
    (1987 unter Kantor Andreas Wery einstudiert; nicht mehr im aktuellen Repertoire)

 

Portrait

evangelisch-lutherischer Komponist, Organist, bedeutendster Dresdner Musiker des Frühbarocks

 

Heinrich SchützHeinrich Schütz wurde als zweitältestes von acht Geschwistern im Goldenen Kranich, dem Gasthof seines Vaters in Köstritz bei Gera geboren und wuchs in Weißenfels auf. 1599 wurde sein musikalisches Talent vom Landgrafen Moritz von Hessen-Kassel entdeckt, mit dessen Förderung Schütz eine Ausbildung zum Sängerknaben sowie ab 1608 ein Jurastudium in Marburg absolvieren konnte. Gleichzeitig erlernte er das Orgelspiel und die Komposition. Ein Stipendium des Landgrafen ermöglichte ihm eine dreijährige Studienreise nach Venedig zu Giovanni Gabrieli, einer wichtigen musikalischen Persönlichkeit am Übergang von der Renaissance zum Barock.

 

1613 wurde er Hoforganist in Kassel und folgte im Februar 1617 einem Ruf des sächsischen Kurfürsten Johann Georg I. zum Hof- und ab 1619 zum Oberhofkapellmeister nach Dresden. Diese Stelle behielt er bis an sein Lebensende inne und veröffentlichte ein reichhaltiges Werk, dessen weltliche Bestandteile (Singspiele, Ballette) leider verloren gegangen sind. Finanzielle Engpässe seines Dienstherren während des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) veranlassten Schütz zur Annahme musikalischer Aufträge in Kopenhagen, Hannover, Wolfenbüttel, Gera, Weimar und Zeitz.

 

Den Lebensabend verbrachte Schütz in Weißenfels, dem Ort seiner Kindheit. Aus dieser Zeit stammen große Teile seines Lebenswerkes. Schütz starb kurz nach Vollendung des 87. Lebensjahres in Dresden. Er wurde in der Dresdner Frauenkirche beigesetzt. Mit ihrem Abriss 1727 ging auch seine Grabstätte verloren.

 

Heinrich Schütz gilt als der bedeutendste deutsche Komponist des Frühbarocks. Obwohl zunächst zum Organisten ausgebildet, komponierte er nach frühen Madrigalen in italienischer Sprache vor allem Vokalmusik zu deutschen geistlichen Texten, und zwar für die Hofgottesdienste ebenso wie zur Unterhaltung bei der fürstlichen Tafel. Als seine Hauptaufgabe sah Schütz allerdings die Bereitstellung von Musik zu außergewöhnlichen Anlässen wie großen Hoffesten oder politischen Ereignissen.

 

Heinrich Schütz führte den neuen, aus Italien stammenden konzertierenden Stil mit obligatem Generalbass in Deutschland ein und vereinigte ihn mit deutscher Bibelprosa.

 

Werke

Heinrich Schütz schrieb u. a.

  • Psalmen Davids op. 2, SWV 22-47
  • Auferstehungshistorie op. 3, SWV 50
  • Musikalische Exequien op.7 SWV 279-281 (1636)
  • Kleine geistliche Konzerte I, op. 8, SWV 282-305
  • Kleine geistliche Konzerte II, op. 9, SWV 306-337
  • Symphoniae sacrae I, op. 6, SWV 257-276
  • Symphoniae sacrae II, op. 10, SWV 341-367
  • Symphoniae sacrae III, op. 12, SWV 398-418
  • Zwölf geistliche Gesänge op. 13, SWV 420-431 (eine Sammlung schlichter gottesdienstlicher Kompositionen, 1657)
  • Geistliche Chormusik SWV 368-397 (fünf- bis siebenstimmige deutsche Motettensammlung) (1648)
  • Weinachtshistorie SWV 435 (1664)

drei Passionen:

  • Matthäus-Passion SWV 479 (1665)
  • Lukas-Passion SWV 480 (um 1664)
  • Johannes-Passion SWV 481 (1666)


und als letztes Werk eine Vertonung des umfangreichen

  • 119. Psalms mit einer Komposition von Psalm 100 und einem achtstimmigen deutschen Magnificat im Anhang: Schwanengesang SWV 482-494 (1671).

 

Quellen und weiterführende Links:

Marc Honegger/Günther Massenkeil (Hrsg.): Das große Lexikon der Musik, Band 7, Verlag Herder Freiburg, 1992

Siegmar Hohl (Hrsg.): Musikführer. Oper, Operette, Musical, Ballett, Konzert, Orbis Verlag München, 1995

Lexikon der klassischen Komponisten, Nikol Verlagsgesellschaft mbH Hamburg, 1996

Klaus-Gunther Wesseling: Heinrich Schütz In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Band IX, BBKL Herzberg 1995, ISBN 978-3-88309-058-0, Spalten 1058-1077

 

 

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes auf folgende URL:
http://gemeinden.erzbistum-koeln.de/stifts-chor-bonn/service/komponisten/Schuetz.html

Stifts-Chor Bonn | Service | Komponistenverzeichnis | Komponistenportrait Heinrich Schütz

Autor: Judith Roßbach

Letzte Änderung am 24.05.2017

Zum Seitenanfang Benutzer-Login Seite weiterempfehlen Druckversion Kontakt  Barrierefrei Datenschutz  Impressum