ERZBISTUM KÖLN  TagesLiturgie     

Johann Valentin Rathgeber, OSB

* 3. April 1682 in Oberelsbach (Rhön)
† 2. Juni 1750 im Kloster Banz (Oberfranken)

Repertoire

  • Missa F-Dur Declina a malo, op. 1, Nr. 1
  • Missa Sitivit in te anima mea, op. 1, Nr. 5
    für Soli, Chor, Streicher und Orgel (2000 unter Kantor Stefan Mohr einstudiert)

 

Portrait

Komponist, Organist und Chorleiter, Benediktiner, Priester

 

Valentin Rathgeber Durch seinen Vater, einen Organisten, erhielt Johann Rathgeber den ersten Musikunterricht. Anfang des 18. Jahrhunderts begann er ein Studium an der Universität Würzburg; anfangs in den Fächern Rhetorik, Mathematik sowie Rechtswissenschaften, später wechselte er jedoch die Studienrichtung und setzte sein Studium im Fach Theologie fort.

 

Seine erste Stellung trat er im Juli 1704 als Erzieher am Juliusspital in Würzburg an. Im Jahre 1707 wurde Rathgeber von Abt Kilian Düring (1641-1720) als Kammerdiener im Benediktinerkloster Banz aufgenommen. In kurzer Zeit erfolgte seine Aufnahme in die Klostergemeinschaft. Am 26. November 1707 trat er dem Orden entweder aus Neigung oder aus Versorgungsgründen als Novize bei und legte am 6. Dezember 1708 die Gelübte ab. Am 21. September 1709 empfing er die Subdiakonatsweihe im Kiliansdom zu Würzburg, am 20. September 1710 die Weihe zum Diakon und am 19. September 1711 ebenfalls in Würzburg die Priesterweihe. Als Ordensnamen trug er seitdem seinen zweiten Taufnamen Valentin. In den folgenden Jahren bis 1729 war Rathgeber in Banz als Prediger und Chorregent tätig. Kloster Banz, ein Parnass benediktinischer Gelehrsamkeit und Kulturfreudigkeit, bot dem musikalischen Pater Valentin verschiedene Möglichkeiten, mit seinen Begabungen das Klosterleben musikalisch zu bereichern.

 

In den Jahren 1729 bis 1738 unternahm er eine unerlaubte Studienreise, nachdem seine Bitte, sich im Rahmen einer solchen über die Neuerungen auf musikalischem Gebiet vertraut machen zu dürfen, vom Abt des Klosters abgelehnt wurde. Dokumentierte Stationen dieser Reise waren unter anderem Mainz, Bonn, Köln, Trier, Stuttgart, Regensburg, die Schweiz sowie Wien und die Steiermark. Kompositionen aus dieser Zeit widmete Rathgeber vorrangig seinen jeweiligen Gastgebern. Im Jahre 1738 kehrte er wieder in das Kloster Banz zurück. Die Folge seines unerlaubten Verlassens war ein Aufenthalt im Karzer. Kurze Zeit später, nach Erneuerung des Gelübdes, durfte er wieder seine alten Ämter wahrnehmen. Im Kloster Banz lebte er bis zu seinem Tode.

 

Johann Rathgeber bevorzugt eine kurze, einfache und liebliche Musik, die sich durch eine gefällige eingängige Melodik und schlichte Harmonik auszeichnet. Er befindet sich somit an der Schwelle zum galanten Stil und zählt zweifellos zu denjenigen Komponisten, die bereits in den 20er Jahren des 18. Jahrhunderts den Stilumbruch zwischen Barock und Klassik noch vor den Schulen von Mannheim, Wien und Berlin vorbereitet haben.

 

Quellen und weiterführende Links:

Marc Honegger/Günther Massenkeil (Hrsg.): Das große Lexikon der Musik, Band 7, Verlag Herder Freiburg, 1992

Berthold Gaß: Johann Valentin Rathgeber In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Band XXXII, BBKL Nordhausen 2011, ISBN 978-3-88309-615-5, Spalten 1117-1158

 

Werke

Insgesamt haben sich nach bisherigem Wissensstand folgende Werke Rathgebers in Drucken erhalten: 164 Offertorien, 61 Marianische Antiphonen, 42 Messen, 36 Hymnen, 16 geistliche Arien, 15 Psalmen, 14 Vespern, 13 Litaneien, 11 Requien, 8 Miserere, 6 Tantum Ergo, 3 Tenebrae, 3 Magnificat, 2 Te Deum, 2 Libera me und 1 Komplet. Des Weiteren sind noch 60 sog. Schlagarien (Kompositionen für ein Tasteninstrument), darunter 10 Pastorellen für die Weihnachtszeit, 39 Lieder, Arien, Duette, Terzette, Quartette usw. aus dem Augsburger Tafelconfect und 24 Instrumentalkonzerte der Nachwelt erhalten.  

 

  • Missa S. P. Benedicti B-Dur; Messe für den Festtag des Heiligen Benedikt
  • Missa S. Gabrielis Archangeli; Missa Solemnis für das Weihnachtsfest
  • Missa Assumptionis B. V. M.; Messe für das Fest Mariä Himmelfahrt (15.08.)
  • Missa Sancti Rosarii B. V. M.; Messe für das Rosenkranzfest (07.10.)
  • Missa SS. Martyrum; Missa Solemnis für vierstimmigen Chor, Solisten und Orchester
  • Missa Ego delectabor in Domino
  • Missa „Declina a malo“ in F-Dur, op. 1, Nr. 1
  • Missa in A Suavis est Dominus, op. 1, Nr. 3
  • Missa Beati omnes in B, op. 1 Nr. 4
  • Missa Sitivit in te anima mea, op. 1, Nr. 5 für Soli, Chor, Streicher und Orgel
  • Missa D-Dur, op. 3, Nr. 3
  • Missa V. in D op. 12/5
  • Messe XII von Muri, op. 12
  • Missa civilis in B op. 12/II, Nr. 8
  • Missa „Sanctorum Apostolorum“ in C-Dur, op. 19 Nr. 1
  • Ave Regina Coelorum op. 16/12 (1736) für Chor (SATB), 2 Violinen, Orgel und Cello

 

 

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes auf folgende URL:
http://gemeinden.erzbistum-koeln.de/stifts-chor-bonn/service/komponisten/Rathgeber.html

Stifts-Chor Bonn | Service | Komponistenverzeichnis | Komponistenportrait Valentin Rathgeber

Autor: Judith Roßbach

Letzte Änderung am 03.10.2017

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