ERZBISTUM KÖLN  TagesLiturgie     

Prof. Franz Joseph Philipp

* 24. August 1890 in Freiburg im Breisgau
†   2. Juni 1972 in Freiburg im Breisgau

Repertoire

  • Maria Himmelskönigin
    (1956 unter Wolfgang Oehms einstudiert; nicht mehr im aktuellen Repertoire)
  • O Regina, regni Dei, Motette für gem. Chor zu 4 Stimmen
    (1965 unter Kantor Joseph Noël einstudiert; nicht mehr im aktuellen Repertoire)

 

Portrait

Kirchenmusiker, Dirigent und Komponist

 

Franz Philipp belegte bereits 1908 als Schüler am Freiburger Konservatorium die Fächer Violine, Klavier, Komposition, Musiktheorie und Instrumentation.

 

Seine erste Organistenstelle hatte er noch als Schüler in der Freiburger Herz-Jesu-Gemeinde, wo auch seine erste Messkomposition aufgeführt wurde. Von 1911 bis 1912 studierte er an der Universität Freiburg die Fächer Literaturwissenschaft und Philosophie sowie von 1912 bis 1913 am Basler Konservatorium Orgel, Kontrapunkt und Improvisation bei Adolf Hamm, der seinerseits Schüler von Max Reger und Karl Straube war.

 

Im Ersten Weltkrieg wurde Franz Philipp als Soldat des 5. Badischen Infanterie-Regiments Nr. 113 an der Front in den Vogesen verschüttet und erlitt dabei einen irreversiblen Hörschaden. Noch während des Krieges wurde 1916 in der Berliner Philharmonie seine von Kriegsbegeisterung geprägte Kantate Deutschlands Stunde uraufgeführt. 1919 bis 1924 war Franz Philipp als Kirchenmusiker an St. Martin in Freiburg tätig und hatte ab 1923 einen Lehrauftrag für Orgel, Gesang, Theorie und Musikgeschichte am Lehrerseminar. Von 1924 bis 1941 leitete er das Badische Konservatorium in Karlsruhe (1932 Professor), das 1929 in den Rang einer Musikhochschule erhoben wurde. Franz Philipp gründete dort ein damals weithin beachtetes Institut für katholische Kirchenmusik, 1925 die Badische Orgelschule und 1926 den Badischen Kammerchor und das Badische Kammerorchester. Von 1925 bis 1927 leitete er außerdem den Bachchor Karlsruhe.

 

Den musikästhetischen Anschauungen des NS-Regimes entsprach Philipp durch Kompositionen wie den Kantaten Heiliges Vaterland op. 32, Volk ohne Grenzen op. 42 und Ewiges Volk op. 45. Nach Kriegsende tilgte er allerdings die nunmehr anstößigen Titel aus der Nazizeit und vergab die entsprechenden Werknummern neu. Im Jahr 1942 trat er nach längeren internen Auseinandersetzungen von seiner Stelle als Direktor der Karlsruher Musikhochschule zurück und war seitdem in Freiburg im Breisgau als freischaffender Komponist tätig. Nach 1945 wandte Philipp sich wieder, wie bereits vor 1933, hauptsächlich der Komposition kirchenmusikalischer Werke zu.

 

1960 wurde er in Freiburg als erster Künstler mit dem Reinhold-Schneider-Preis ausgezeichnet und erhielt das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse. Er starb 1972 in seiner Heimatstadt und wurde auf dem Freiburger Hauptfriedhof beigesetzt.

 

Werke

Philipps Œuvre ist stark von der Musik Anton Bruckners und Max Regers geprägt. Weitere Wurzeln liegen in der Gregorianik und im bewussten Bezug auf das deutsche Volkslied. Philipp leistete einen entscheidenden Beitrag zur Erneuerung der katholischen Kirchenmusik besonders der 1930er Jahre, indem er eine klare Melodik seiner kontrapunktischen und tonal-harmonischen Schreibweise zugrunde legte. Als einer der Ersten verwendete er wieder deutsche Texte auch für liturgische Kompositionen. Dem Gemeindegesang galt seine besondere Zuneigung.

 

Franz Philipps Opus umfasst offiziell 98 Titel, daneben existieren allerdings noch etwa 20 Werke ohne Opuszahl. Der Nachlass des Komponisten befindet sich in der Badischen Landesbibliothek und wurde dort verzeichnet. Recherchen in Bibliotheken ergeben aber weitere Drucke seiner Stücke mit variierenden Angaben. Werke, die mit derselben Opuszahl, aber eindeutig anderem Inhalt identifiziert werden konnten, sind durch eine angehängte -2 markiert und durch eine Fußnote erläutert.

 

 

Quellen und weiterführende Links:

Marc Honegger/Günther Massenkeil (Hrsg.): Das große Lexikon der Musik, Band 6, Verlag Herder Freiburg, 1992

 

 

 

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes auf folgende URL:
http://gemeinden.erzbistum-koeln.de/stifts-chor-bonn/service/komponisten/Philipp.html

Stifts-Chor Bonn | Service | Komponistenverzeichnis | Komponistenportrait Franz Philipp

Autor: Judith Roßbach

Letzte Änderung am 05.02.2014

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