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Giovanni Pierluigi da Palestrina
auch: Giovanni Pietro Aloisio Praenestinus

* 1525 oder Anfang 1526 in Palestrina (das antike Praeneste)
   (nach anderen Quellen: 2. oder 3. Februar 1514 oder 1515)
† 2. Februar 1594 in Rom

Repertoire

 

Portrait

Italienischer Komponist und Erneuerer der Kirchenmusik

 

Giovanni Pierluigi da Palestrina Seine Eltern, mit dem Familiennamen Pierluigi, stammten aus Palestrina - daher wird Palestrina im allgemeinen nach seinem mutmaßlichen Geburtsort Palestrina, dem alten Praeneste benannt - waren aber um 1525 anscheinend in Rom ansässig. 1537 ist Palestrina als Sängerknabe an Santa Maria Maggiore bezeugt. Für die musikalische Ausbildung der Sängerknaben war der Kapellmeister zuständig (1538-39 Rubino Mallapart, seit 1540 Firmin Le Bel). 1544 wurde er Organist und Sänger am Dom von Palestrina. Nach der Wahl des Kardinalbischofs von Palestrina, Giovanni Maria del Monte, zum Papst Julius III. (1550) wurde er am 1. September 1551 Kapellmeister an der Peterskirche in Rom.

 

1554 veröffentlichte er sein 1. Messenbuch und widmete es dem Papst. Am 15. Januar 1555 wurde Palestrina, unter Umgehung des Mitspracherechts der Sänger und obwohl er kein Priester und sogar verheiratet war und Kinder hatte, in die Sixtinische Kapelle aufgenommen. In dieser Stellung erfreute er sich der besonderen Gunst sowohl des Papstes Julius III., als auch des Papstes Marcellus II. (10.04.-01.05.1555). Dessen Nachfolger Paul IV. entfernte dann den verheirateten Palestrina im September 1555 aus der päpstlichen Kapelle und gewährte ihm eine Pension. Palestrina wurde im Oktober 1555 als Nachfolger von Orlando di Lasso Kapellmeister an San Giovanni in Laterano. Sein Verhältnis zum Kapitel dieser Kirche wurde aber durch wachsende Spannungen und Sparmaßnahmen getrübt. Im August 1560 quittierte er den Dienst und am 1. März 1561 wurde er Kapellmeister an Santa Maria Maggiore.

 

Am 17. September 1562 beendete das Konzil von Trient seine Beratungen über die Kirchenmusik mit dem Beschluss, die Musik in der Kirche dürfe nichts „Laszives und Unreines“ enthalten, d. h., es verbot die Verwendung weltlicher, insbesondere anstößiger Melodievorlagen. Im März 1565 erbat Kardinal Borromeo, der mit der Durchführung der Reformen am päpstlichen Hof beauftragt war, von seinem Domkapellmeister Vincenzo Ruffo in Mailand und von Nicola Vincentino Messen, bei denen die Worte so gut verständlich seien als möglich. Vermutlich ist auch Palestrinas Missa Papae Marcelli aus diesem Anlass komponiert worden.

 

Das Amt an Santa Maria Maggiore gab Palestrina 1566 auf. 1566-71 war er mit der Kirchenmusik und dem kirchenmusikalischen Unterricht an dem in Ausführung der tridentinischen Reform errichteten Seminario Romano betraut, daneben stand er 1567-71 im Dienst des Kardinals d'Este. Die Berufung Palestrinas als Hofkapellmeister nach Wien (1567) scheiterte an seinen Gehaltsforderungen. Nach dem Tod seines Nachfolgers an der Peterskirche, Giovanni Animuccia, kehrte Palestrina 1571 in das Amt des dortigen Kapellmeisters zurück. Eine Berufung als Hofkapellmeister nach Mantua (1583) kam wiederum wegen Palestrinas Gehaltsforderungen nicht zustande. Der Plan, seine letzten Jahre in Palestrina zu verbringen und dort das Amt des Domkapellmeisters zu übernehmen, kam nicht mehr zur Ausführung; der Komponist starb vor der Unterzeichnung des Vertrages mit dem Domkapitel von Palestrina am 2. Februar 1594. Sein Leichnam wurde in der Peterskirche beigesetzt und sein Grab durch die Inschrift Musicae princeps (Fürst der Musik) gekennzeichnet.

 

Quellen und weiterführende Links:

Marc Honegger/Günther Massenkeil (Hrsg.): Das große Lexikon der Musik, Band 6, Verlag Herder Freiburg, 1992

dtv-Atlas zur Musik, Band 1, S. 249, Deutscher Taschenbuch Verlag und Bärenreiter-Verlag, 7. Aufl. 1983

Siegmar Hohl (Hrsg.): Musikführer. Oper, Operette, Musical, Ballett, Konzert, Orbis Verlag München, 1995

Siegfried Gmeinwieser: Giovanni Pierluigi da Palestrina In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Band VI, BBKL Herzberg 1993, ISBN 978-3-88309-044-3, Spalten 1457-1462

 

Werke

Palestrina schrieb 104 Messen, 375 Motetten, 35 Magnificatvertonungen, 68 Offertorien, 45 Hymnen und rund 140 weltliche und geistliche Madrigale, u. a.

  • Missa Ad Fugam für Chor (SATB) a cappella
  • Missa Aeterna Christi Munera (SATB) (1590)
  • Missa Ascendo ad Patrem für 5 Stimmen a cappella
  • Missa Assumpta est Maria für 6 Stimmen (SATTBB) a cappella
  • Missa Ave Regina coelorum
  • Missa de Beata Virgine I für gemischten Chor a cappella (1567)
  • Missa Ecce sacerdos magnus für gemischten Chor, Instrumente und Bc
  • Missa Fratres ego enim accepi für 8 Stimmen
  • Missa in Festis Apostolorum I und II
  • Missa In illo tempore
  • Missa in Semiduplicibus Maioribus I und II, jeweils für 5 Stimmen
  • Missa Iste confessor
  • Missa L'homme armé
  • Missa Lauda Sion
  • Messe Mantovane
  • Missa Pater noster
  • Missa Qual è il più grand' amor (SSATB)
  • Missa Regina coeli für 5 Stimmen
  • Missa sine nomine für gemischten Chor, Instrumente und Bc
  • Missa Te Deum laudamus für 6 Stimmen
  • Missa Tu es Petrus für 6 Stimmen (SSATBB) a cappella
  • Ave Maria
  • Dextera Domini für 5 gemischte Stimmen a cappella
  • Lauda Sion Salvatorem für 4 gemischte Stimmen

 

 

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes auf folgende URL:
http://gemeinden.erzbistum-koeln.de/stifts-chor-bonn/service/komponisten/Palestrina.html

Stifts-Chor Bonn | Service | Komponistenverzeichnis | Komponistenportrait Giovanni Pierluigi da Palestrina

Autor: Judith Roßbach

Letzte Änderung am 04.10.2017


 
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