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Prof. Dr. h.c. John Nicholson Ireland, Ph.D.

* 13. August 1879 bei Bowden (Cheshire)

† 12. Juni 1962 in Washington (Kent)

 

Portrait

Englischer Komponist

 

John IrelandJohn Ireland entstammte einer Familie schottischer Herkunft und wurde in der Nähe von Manchester geboren. Als Jugendlicher zeigte er früh musikalisches Talent; im Alter von vierzehn Jahren wurde er am Royal College of Music in London aufgenommen. Kurz darauf verstarben seine Eltern. Dort studierte er von 1893 bis 1897 Klavier bei Friedrich Cliffe und von 1897 bis 1901 Komposition bei Sir Charles Villiers Stanford. Im Alter von erst sechzehn Jahren erhielt er ein Stipendium am Royal College of Organists und studierte Orgel bei Sir Walter Parratt (1841-1924).

 

Von 1904 bis 1926 war er Organist und Chorleiter an St Luke's, Chelsea.

 

1906 wurde er von der University of Durham mit dem Ph.D. und 1932 mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet.

 

1923 nahm Ireland die Professur für Komposition am Royal College of Music an. Zu seinen Schülern gehörten Sir Benjamin Britten, Ernest John Moeran, Richard Arnell, Alan Bush und Humphrey Searle.

 

Ireland besuchte die Kanalinseln und wusste eine Anfrage, eine Orgel in einer Kirche auf Guernsey zu entwerfen, für sich zu nutzen: Er wollte das Amt des Organisten und Chorleiters, das er, nachdem er die RCM 1939 verlassen hatte, noch vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges annahm. Kurz nach der deutschen Invasion wurde er aber von dort auf dem letzten Schiff auf das britische Festland evakuiert und ließ sich nach dem Krieg wieder in Chelsea nieder, verließ London im Jahr 1953 und verbrachte den Rest seines Lebens in einer umgebauten Windmühle in der Grafschaft West Sussex. Er verstarb dort zwei Monate vor seinem 83. Geburtstag.

 

Ireland wurde als Student von der Musik von Beethoven, Brahms und Elgar inspiriert, später von Debussy, Ravel und den früheren Werken von Strawinski und Bartók, übernahm aber vor allem Elemente der englischen Folklore und der Kirchenmusik der Tudor-Zeit.

 

Werke

John Ireland ist bekannt für seine Kammermusik, Solo-Klavierkompositionen und seine Lieder. Doch selbst in diesen Genres war er nicht konsistent. Seine Lieder nach Gedichten von Thomas Hardy, Alfred Edward Housman, John Masefield, Christina Rossetti und Rupert Brooke sind eine Bereicherung des englischen Vokalrepertoires. Infolge seiner Stellung an St Luke's schrieb er darüber hinaus Hymnen, Chorlieder und andere geistliche Chormusik.

 

Äußerst selbstkritisch, zerstörte Ireland die meisten seiner frühen Werke, die während seines Studiums entstanden waren. Ein Werk von Bedeutung aus dieser Zeit, das erhalten blieb, ist das Sextett für Klarinette, Horn und Streichquartett (1898). Im orchestralen Bereich komponierte er relativ wenige Werke, obwohl mehrere von hoher Qualität waren, wie das Präludium The Forgotten Rite (1913), die Symphonische Rhapsodie Mai-Dun (1920/21), das Klavierkonzert Es-Dur (1930) und A London Overture (1937). Manche seiner Werke, etwa die populäre A Downland Suite, wurden von seinem Schüler Geoffrey Bush vervollständigt oder neu gefasst.

  • Missa Brevis - Missa Sancti Stephani für gemischten Chor a cappella (1940)
  • Communion Service in As (1896)
  • Communion Service in C (1913)
  • A New Year Carol - Weihnachtslied für gemischten Chor a cappella (1942)
  • Benedictus F-dur für gemischten Chor und Orgel (1912)
  • Evening Service in A für gemischten Chor a cappella (1905)
  • Evening Service in F (Magnificat and Nunc dimittis) für gemischten Chor a cappella (1915)
  • Evening Service in C für gemischten Chor a cappella (1941)
  • Ex Ore Innocentium - Motette für Chor und Klavier oder Orgel (1944)
  • Immortality für gemischten Chor a cappella (1942)
  • Island Praise für gemischten Chor a cappella (1915)
  • Morning Service in C für gemischten Chor a cappella (1941)
  • New Prince, New Pomp - Weihnachtslied für gemischten Chor a cappella (1927)
  • Psalm 23 für gemischten Chor a cappella (1958)
  • Psalm 42 für gemischten Chor a cappella (1908)
  • The Lord' s Prayer für gemischten Chor a cappella (1907)
  • The Holy Boy - Motette für gemischten Chor und Orchester (1913)
  • Love Unknown / My Song Is Love Unknown - Hymne Tune für gemischten Chor a cappella (1919)
  • Sampford / Christ the Lord is risen today - Hymn Tune für gemischten Chor a cappella (1948)
  • Vexilla Regis - Hymne für den Passionssonntag für Soli (SATB), gemischten Chor, Blechbläser und Orgel (1898)

 

Quellen und weiterführende Links:

Marc Honegger/Günther Massenkeil (Hrsg.): Das große Lexikon der Musik, Band 4, Verlag Herder Freiburg, 1992

 

 

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes auf folgende URL:
http://gemeinden.erzbistum-koeln.de/stifts-chor-bonn/service/komponisten/Ireland.html

Stifts-Chor Bonn | Service | Komponistenverzeichnis | Komponistenportrait John Ireland

Autor: Judith Roßbach

Letzte Änderung am 08.11.2015


 
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