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Ernst Theodor Amadeus Hoffmann
eigentlich: Ernst Theodor Wilhelm; aus Verehrung Mozarts nahm er 1805 „Amadeus“ als 3. Vornamen an

* 24. Januar 1776 in Königsberg
† 25. Juni 1822 in Berlin

Repertoire

  • O sanctissima für vierstimmigen Chor a cappella
    (1965 unter Kantor Joseph Noël einstudiert; nicht mehr im aktuellen Repertoire)

 

Portrait

Jurist, Dichter, Komponist, Kapellmeister, Musikkritiker, Zeichner und Karikaturist

 

E. T. A. HoffmannHoffmanns Vorfahren väter- und mütterlicherseits waren Juristen. Sein Vater, Christoph Ludwig Hoffmann war Advokat in Königsberg in Preußen und heiratete 1767 seine Cousine Luise Albertine Doerffer. Ernst Theodor Wilhelm war das jüngste von drei Kindern. Die Eltern trennten sich 1778, Hoffmann blieb bei der Mutter, während sein älterer Bruder beim Vater blieb (der zweite Sohn war im Kindesalter verstorben).

 

Hoffmann besuchte die Burgschule in Königsberg, studierte mit 16 Jahren Jura an der Universität Königsberg und trat mit 19 Jahren in den Staatsdienst. Gleichzeitig nahm er Musikunterricht bei Christian Wilhelm Podbielski und vervollkommnete sich später noch bei J. Fr. Richardt in Berlin, wo er 1798 als Referendar an das dortige Kammergericht berufen worden war.

 

1799 vollendete er in Berlin Die Maske, ein Singspiel in 3 Akten auf einen eigenen Text. 1800-1806 war er nacheinander Richter in Posen, Plock und Warschau, wo er vor allem Kirchenmusik schrieb und sich in Kontrapunktstudien versenkte. Für die von der deutschen Bevölkerung Warschaus gegründete Musikschule Ressource enstand das 2-aktige Singspiel Die lustigen Musikanten, ferner die Es-Dur-Symphonie sowie ein Harfenquintett, Werke, die vornehmlich der Wiener Klassik (Mozart), der 2. Generation der Berliner Schule und dem deutschen Singspiel verpflichtet waren.

 

Nach Berlin zurückgekehrt und mittellos, wandte er sich dem Studium älterer Musik, insbesondere von Christoph Willibald Gluck zu und suchte kompositorisch einen Neuansatz zu finden. Bald erkannte er jedoch auch seine schriftstellerische Begabung und seine Eignung zur Musikrezension.

 

1808 ging er an das Nationaltheater in Bamberg, wo er sich zwar als Dirigent nicht durchsetzen konnte, aber als Komponist, Theatermaler und Maschinist Erfolg hatte. Neben zahlreichen Bühnen- und Gelegenheitsmusiken entstand dort die häufig als erste romantische Oper bezeichnete Aurora, ein Schlüsselwerk seiner stilistischen Entwicklung, ferner 3 Melodramen, ein Klaviertrio sowie zahlreiche kleinbesetzte Vokalwerke für die ihm nahestehende Schülerin Julia Marc. In Bamberg setzte auch seine Rezensententätigkeit ein. Seine Besprechung der 5. Symphonie von Ludwig van Beethoven wurde vorbildlich für die Musikkritik des 19. Jahrhunderts.

 

1813 ging Hoffmann als Theaterkapellmeister nach Dresden und Leipzig. Dort entstand mit der Zauberoper Undine sein musikalisches Hauptwerk, das drei Jahre später in Berlin, wo Hoffmann wieder als Richter am Kammergericht tätig war, 1816 einen weithin beachteten Erfolg erzielen konnte. Danach widmete er sich vorwiegend seinem literarischen Schaffen.

 

Als Komponist gehört Hoffmann zu den ersten Vertretern der deutschen Romantik, was von seinen Zeitgenossen, u. a. von Carl Maria von Weber, voll gewürdigt wurde. Als Rezensent schuf er eine Musikkritik von literarisch-ästhetischem Anspruch und erhob - lange vor Richard Wagner - die Forderung nach dem „Gesamtkunstwerk“ Oper. Seine Schriften, vor allem die Erzählungen, in denen im Gegensatz zu den rationalistischen Tendenzen seiner Zeit das Unwägbare und Transzendente der Musik eine dichterisch meisterhafte Gestaltung fand, beeinflusste die gesamte deutsche und französische Romantik weit mehr als sein kompositorisches Schaffen.

 

Hoffmann, der seit Januar 1822 an einer Lähmung litt, die von den Beinen zu den Armen aufstieg, starb, als die Lähmung auf sein Atemzentrum übergriff.

 

Werke

  • Messa d-moll für Chor und Orchester (1805)
  • 6 Canzoni per 4 voci a cappella (1808):
    Ave Maris Stella, De Profundis, Gloria, Salve Redemptor, O Sanctissima, Salve Regina
  • Miserere für Soli, Chor und Orchester (1808)

 

Quellen und weiterführende Links:

Marc Honegger/Günther Massenkeil (Hrsg.): Das große Lexikon der Musik, Band 4, Verlag Herder Freiburg, 1992

Siegmar Hohl (Hrsg.): Musikführer. Oper, Operette, Musical, Ballett, Konzert, Orbis Verlag München, 1995

 

 

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes auf folgende URL:
http://gemeinden.erzbistum-koeln.de/stifts-chor-bonn/service/komponisten/Hoffmann.html

Autor: Judith Roßbach

Letzte Änderung am 18.05.2017


 
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