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Dr. h.c. Michael Georg Haller

* 13. Januar 1840 in Neusath bei Nabburg (Oberpfalz)
†   4. Januar 1915 in Regensburg

Repertoire

  • Sacris Solemniis
  • Salutis humanae sator (1898)

 

Portrait

römisch-katholischer Priester, Kirchenmusiker und Komponist

 

Michael HallerDer als Sohn eines Gärtners, Försters und Schlossgutsverwalters geborene Michael Georg Haller besuchte die Schule im nahen Perschen und kam 1852 in die Schule des am Ausgang des Bayerischen Waldes zwischen Deggendorf und Straubing am linken Donauufer gelegenen Benediktinerklosters Metten. Da er Priester werden wollte, verbrachte Haller seine dortige Studienzeit im Bischöflichen Knabenseminar. Der Direktor dieses Seminars und spätere Abt des Klosters, Utto Lang, unterrichtete ihn in allgemeiner Musik- und Harmonielehre. Nach seiner Reifeprüfung trat er im Herbst 1860 in das Klerikalseminar in Regensburg ein.

 

Am 26. Juni 1864 wurde Haller zum Priester geweiht und kurz darauf als Präfekt der Domsingknaben in die Dompräbende Regensburg berufen. Bei Joseph Schrems, dem Inspektor der Dompräbende und Kapellmeister des Domchors, studierte er Kirchenmusik. Mit seiner Berufung 1867 zum Stiftskapellmeister und Inspektor des Studienseminars an der Alten Kapelle in Regensburg begann für Haller die Zeit seiner fruchtbarsten Tätigkeit als Erzieher, Gesangspädagoge, Dirigent und Komponist. Als 1874 Franz Xaver Haberl die Regensburger Kirchenmusikschule gründete, wurde Haller zum Lehrer für Kontrapunkt und Vokalkomposition berufen und übte diese Tätigkeit bis 1910 aus. 1882 bekleidete er kurzzeitig auch das Amt des Domkapellmeisters am Regensburger Dom und damit auch das des Leiters der Regensburger Domspatzen.

 

Da die Kirchenmusikschule finanzielle Schwierigkeiten hatte, erteilte Haller 36 Jahre den Unterricht an ihr unentgeltlich und steuerte auch Honorare von seinen Kompositionen zum Unterhalt der Schule bei. 1899 wurde er Stiftskanonikus am Kollegiatstift der Alten Kapelle in Regensburg.

 

Haller war ein Hauptmeister der Cäcilianer, »ein gediegener Kirchenkomponist«, »ein in allen Satteln gerechter Komponist« und mitbeteiligt »an der Schaffung eines geläuterten, an den alten Meistern gewissenhaft geschulten Kirchenmusikstils«. Als für ihn charakteristisch werden bezeichnet die »sparsamen Melismen und der harmonische Zusammenklang«.

 

Für sein Wirken im Bereich der Kirchenmusik wurde er mit dem von Papst Leo XIII. gestifteten Ehrenkreuz Pro ecclesia et pontefice ausgezeichnet; die Universität Würzburg verlieh ihm die Ehrendoktorwürde (Dr. theol. h.c.).

 

Quellen und weiterführende Links:

Marc Honegger/Günther Massenkeil (Hrsg.): Das große Lexikon der Musik, Band 4, Verlag Herder Freiburg, 1992

Friedrich Wilhelm Bautz: Haller, Michael In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Band II, BBKL Hamm 1990, ISBN 978-3-88309-032-0, Spalten 494-495

 

Werke

Mit seinen kirchenmusikalischen Werken, darunter vier- bis achtstimmige Messen und Motetten, gehört Michael Haller zu den Vertretern des Cäcilianismus in seiner strengen Richtung. Er schrieb auch einige Oratorien und Kantaten, weltliche Chöre und Lieder sowie Singspiele. Haller verfasste ferner ein Vademecum und Übungsbuch für den Gesang-Unterricht sowie eine Kompositionslehre für polyphonen Kirchengesang.

 

  • Missa secunda op. 5 für Sopran, Alt, Bariton und Orgel
  • Missa septima in honorem S. Cunigundis, Imperatricis Virginis op. 19 ad quatuor voces inaequales
  • Missa undecima in honorem Sancti Henrici imperatoris, confessoris op. 24 ad quinque voces coomposita „Heinrichsmesse“ (1881)
  • Missa tertia decima quam in honorem Sanctae Ursulae Virginis et Martyris op. 31b
  • Missa septima decima i. h. B.M.V. ad Veterem Capellam Ratisbonae, 5stg. op. 65 (1896)
  • Maiengrüsse, I. Sammlung - zehn Gesänge zur seligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria für vierstimmigen Chor op. 17a
  • Maiengrüsse, 12 Lieder zur seligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria für vierstimmigen Chor op. 17b
  • Maiengrüsse, III. Sammlung - 18 Lieder zur seligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria für gemischten Chor op. 17c (1895)
  • Mariengarten, 34 Lieder zur Verehrung der seligsten Jungfrau Maria, ein-, zwei- und dreistimmig mit Begleitung des Pianoforte, Harmoniums oder der Orgel op. 32 (1898)
  • Marienlieder: Rosenkranzkönigin / Maria, Himmelsfreud' / Maria, Maienkönigin / Maria, hör mein Singen (1881)
  • Offertorien op. 60 (Beata es, virgo Maria, op. 60, Nr. 10 / Ave Maria, op. 60, Nr. 25)
  • O salutaris hostia Laudes eucharisticae aus op. 16 (1908)
  • Coenantibus illis op. 16 Nr. 16
  • Surrexit Pastor bonus, op. 2 Nr. 3, für SATTB
  • Stabat mater op. 113 für zwei Sopran- und zwei Alt-Stimmen mit begleitender Orgel (1915)

 

 

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes auf folgende URL:
http://gemeinden.erzbistum-koeln.de/stifts-chor-bonn/service/komponisten/Haller.html

Stifts-Chor Bonn | Service | Komponistenverzeichnis | Komponistenportrait Michael Georg Haller

Autor: Judith Roßbach

Letzte Änderung am 18.05.2017


 
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