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Georg Friedrich Händel
anglisiert: George Frideric Handel

* 23. Februar 1685 in Halle/Saale
† 14. April 1759 in London

Repertoire

  • Halleluja aus: Der Messias, HWV 56 (1741) (nicht mehr im aktuellen Repertoire)
  • Ich will verkünden Dein Lob, D-Dur für 3 Violinen, Bass, gemischten Chor und Orgel (Oboe ad lib.)
    aus dem Anthem „Dies ist der Tag, den der Herr erkor“ (nicht mehr im aktuellen Repertoire)

 

Portrait

Deutsch-britischer Komponist (seit 1727 britischer Staatsbürger) in der Epoche des Barocks

 

Georg Friedrich HändelGeorg Friedrich Händel kam am 23. Februar 1685, im gleichen Jahr wie Bach, in Halle an der Saale als Sohn eines wohlhabenden Barbiers und Wundarztes zur Welt, der unter anderem als Hofchirurg des Herzogs von Sachsen-Weißenfeld angestellt war. Sein Vater Georg Händel (1622-97) war zum Zeitpunkt seiner Geburt bereits 63 Jahre alt.

 

Die gesicherten Informationen zu Händels Kindheit sind dürftig, aber anscheinend erlernte er bereits mit sechs Jahren heimlich das Clavicordspiel und begann im Alter von neun Jahren zu komponieren. Nur eine einzige zuverlässige Quelle, eine Biographie, die 1760, im Jahr nach Händels Tod, in London veröffentlicht wurde, erzählt von seinen frühesten Jahren. Dem Autor John Mainwaring zufolge begann Händels musikalischer Werdegang, als Herzog Johann Adolf I. den achtjährigen Knaben in Weißenfels Orgel spielen hörte. Der Herzog erblickte in Händel augenblicklich ein großes Talent und überredete den gänzlich unmusikalischen Vater, der an eine juristische Laufbahn für den Sohn dachte, dazu, seinen Sohn die Musikerlaufbahn einschlagen zu lassen.

 

In der Folge erhielt Händel 1694 bei dem bedeutenden Komponisten Friedrich Wilhelm Zachow, der nicht nur ihn, sondern auch Bach beeinflusste, eine grundlegende Kompositions- und Instrumentalausbildung (Orgel-, Cembalo-, Violin- und Oboenspiel). Als sein Vater 1697 im Alter von 75 Jahren starb, war auch die außermusikalische Bildung Händels bereits weit gediehen, worauf zum Beispiel ein höchst beeindruckendes Gedicht des Zwölfjährigen schließen lässt, welches er für das Gedenkheft seines Vaters verfasste.

 

1701 machte der damals 20-jährige Komponist Georg Philipp Telemann in Halle Station, um den, wie Telemann in seiner Autobiographie schreibt, „damals schon sehr wichtigen Herrn Händel“ kennenzulernen. Aus dem Besuch ergab sich eine dauerhafte Künstlerfreundschaft. 1702 als Student der Jurisprudenz an der Universität Halle immatrikuliert, wurde er Organist am dortigen reformierten Dom, gab dieses Amt aber ein Jahr später auf und reiste nach Hamburg, wo gerade das 1678 eröffnete erste deutsche Opernhaus aufblühte. Im dortigen Orchester spielte Händel Violine und später Cembalo.

 

Er freundete sich mit dem Tenor, Dirigenten und Komponisten John Mattheson an und unternahm mit ihm im August 1703 eine Künstlerfahrt nach Lübeck, dem eigentlichen Mittelpunkt des damaligen norddeutschen Barocks, zu Dietrich Buxtehude, dem hochangesehenen Organisten und Komponisten an der dortigen Marienkirche. Die ihm angetragene Amtsnachfolge Buxtehudes schlug Händel aus, weil er nicht gewillt war, dessen Tochter zu heiraten. Im Hamburger Opernorchester unter der Leitung von Reinhard Keiser wurde Händel zweiter Violinist, später Cembalist. In der Karwoche 1704 gelangte „Das Leiden und Sterben Jesu Christi“, Händels sogenannte Johannespassion, zur Aufführung.

 

Zur Vervollkommnung seiner musikalischen Ausbildung reiste Händel im Winter 1706/07 über Halle nach Italien, wo er sich in Florenz, Rom, Venedig und Neapel mit dem dortigen Musikstil vertraut machte und u. a. Arcangelo Corelli, Alessandro und Domenico Scarlatti, Bernardo Pasquini und Agostino Steffani kennenlernte. In Rom schrieb Händel u. a. die lateinische Vertonung des 110. Psalms „Dixit dominus“ und die Bearbeitungen des 127. Psalms „Nisi dominus“ und des 113. Psalms „Laudate pueri dominum“, ferner zwei Oratorien und weltliche Kantaten.

 

1710 verließ Händel Italien und wurde am 10. Juni 1710 als Nachfolger Steffanis zum Kapellmeister des Kurfürsten von Hannover gewählt. Ende 1710 reiste er nach London. Er vollendete in zwei Wochen die Oper Rinaldo, die erste italienische Oper, die für eine Londoner Bühne geschrieben wurde. Im Sommer 1711 kehrte Händel nach einem Besuch in Düsseldorf nach Hannover zurück, unternahm aber im Herbst 1712 mit Urlaub auf unbestimmte Zeit seine zweite Londoner Reise. Abgesehen von einigen Aufenthalten auf dem Kontinent, blieb er seitdem bis zu seinem Lebensende in England.

 

Durch finanzielle Sorgen und Überarbeitung erschöpft, erlitt Händel am 13. April 1737 einen Nervenzusammenbruch und einen Schlaganfall, der seinen rechten Arm lähmte.

 

Am 15. April 1738 gelangte Händels Oper Serse zur Aufführung, die als erste Nummer eine Cavatina enthält, die mit den Worten „Ombra mai fù“, Händels „berühmtes Largo“, beginnt. Vom 22. August bis 14. September 1741 schuf Händel sein berühmtestes Werk, den Messias; die Uraufführung fand am 13. April 1742 in der Music Hall in Dublin statt.

 

1751 begann Händel zu erblinden. Trotzdem leitete er seine Oratorien bis zum Ende seines Lebens selbst vom Cembalo aus. Am 6. April, zwei Tage vor Palmsonntag, leitete Händel den „Messias“ in Covent Garden, erlitt aber nach Schluss der Aufführung einen Schwächeanfall und wurde bewusstlos nach Haus gebracht. Händel fühlte, dass sein Ende herannahte: „Ich möchte am Karfreitag sterben, in der Hoffnung, mit meinem guten Gott, meinem gnädigen Herrn und Heiland, am Tage seiner Auferstehung vereint zu werden.“ Händel starb am Karsamstagmorgen, dem 14. April 1759 und wurde am 20. April 1759 auf seinen Wunsch in der Westminster Abbey beigesetzt.

 

Händel, dessen künstlerisches Schaffen sich auf alle musikalischen Genres seiner Zeit erstreckte, war gleichzeitig als Opernunternehmer tätig. Er gilt als einer der fruchtbarsten und einflussreichsten Musiker überhaupt. Händels Werke gehören seit mehr als 250 Jahren ununterbrochen zum Aufführungsrepertoire, länger als die jedes anderen Komponisten.

 

Werke

Neben den weltberühmten Orchestersuiten Wassermusik und Feuerwerksmusik haben rund 46 Opern und

25 Oratorien, darunter

  • Saul HWV 53 (Uraufführung: 16. Januar 1739 im King’s Theatre, London)
  • Israel in Egypt HWV 54 (Uraufführung: 4. April 1739 im King’s Theatre, London)
  • Messiah (Der Messias), HWV 56 (Uraufführung: 13. April 1742 in der New Music Hall, Dublin)
  • Samson, HWV 57 (Uraufführung: 18. Februar 1743 im  Covent Garden Theatre, London)
  • Judas Maccabaeus, HWV 63 (Uraufführung: 1. April 1747 im Covent Garden Theatre, London)
  • Joshua, HWV 64 (Uraufführung: 9. März 1748 im Covent Garden Theatre, London)
  • Jephtha, HWV 70 (Uraufführung: 26. Februar 1752 im Covent Garden Theatre, London)

bereits zu seinen Lebzeiten Händels Ruhm begründet. Darüber hinaus schrieb er 12 Concerto grossi, 17 Orgelkonzerte, 11 Konzerte für verschiedene Instrumente, Kammermusikwerke, u.v.m..

 

Quellen und weiterführende Links:

Marc Honegger/Günther Massenkeil (Hrsg.): Das große Lexikon der Musik, Band 4, Verlag Herder Freiburg, 1992

Lexikon der klassischen Komponisten, Nikol Verlagsgesellschaft mbH Hamburg, 1996

Siegmar Hohl (Hrsg.): Musikführer. Oper, Operette, Musical, Ballett, Konzert, Orbis Verlag München, 1995

Friedrich Wilhelm Bautz: Georg Friedrich Händel In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Band II, BBKL Hamm 1990, ISBN 978-3-88309-032-0, Spalten 435-446

 

 

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes auf folgende URL:
http://gemeinden.erzbistum-koeln.de/stifts-chor-bonn/service/komponisten/Haendel.html

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Autor: Judith Roßbach

Letzte Änderung am 04.10.2017


 
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