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Adam Gumpelzhaimer
auch: Gumpeltzhaimer

* 1559 in Trostberg
† 3. November 1625 in Augsburg

Repertoire

 

Portrait

Komponist, Musiklehrer und -theoretiker

 

Adam GumpelzhaimerAdam Gumpelzhaimer, obwohl Protestant, besuchte die Schule des Benediktinerklosters St. Ulrich und Afra in Augsburg, wo er erste musikalische Unterweisung durch Jodocus Entzenmüller, dem Vater des in den ober- und niederösterreichischen Landen erfolgreichen Joachim Enzmilner, dem späteren Freiherrn respektive Grafen von Windhag und wahrscheinlich auch durch den Chorleiter Johannes Treer erfuhr.

 

1581 wurde er Praeceptor und Kantor am evangelischen Gymnasium St. Anna in Augsburg, behielt dieses Amt bis an sein Lebensende und prägte das Augsburger Musikleben seiner Zeit entscheidend mit. Im April 1582 wird Gumpelzhaimer an der Universität in Ingolstadt immatrikuliert. Wann er den Titel eines Magisters erworben hat, mit dem er sich in der 1619 erschienenen Sammlung Wirtzgärtlein benennt, steht allerdings nicht fest. Die Berufung als Leiter der württembergischen Hofkapelle in Stuttgart 1606 lehnte er ab.

 

Gumpelzhaimers Ruhm und Nachruhm gründet in erster Linie auf dem Compendium musicae (1591), das eine der erfolgreichsten musikalischen Elementarlehren des 17. Jahrhunderts war. Er schrieb ferner ebenfalls vornehmlich Unterrichtszwecken dienende drei- bis fünfstimmige geistliche Gesänge in deutscher und lateinischer Sprache, die zur Gattung der Canzonetta und Villanella gehören, meist ohne Cantus firmus. Wichtige Kompositionen Gumpelzhaimers sind auch die achtstimmige Sacri concentus, ein bedeutendes Zeugnis für die unmittelbare Tradition der venezianischen Mehrchörigkeit in Süddeutschland im frühen 17. Jahrhundert.

 

Von 1617 bis 1621 litt er an einer schweren Krankheit und starb einige Jahre später an der Pest.

 

Quellen und weiterführende Links:

Marc Honegger/Günther Massenkeil (Hrsg.): Das große Lexikon der Musik, Band 3, Verlag Herder Freiburg, 1992

Bernhard Hemmerle: Adam Gumpelzhaimer In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Band XXIII, BBKL Nordhausen 2004, ISBN 978-3-88309-155-6, Spalten 593-595

 

 

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes auf folgende URL:
http://gemeinden.erzbistum-koeln.de/stifts-chor-bonn/service/komponisten/Gumpelzhaimer.html

Stifts-Chor Bonn | Service | Komponistenverzeichnis | Komponistenportrait Adam Gumpelzhaimer

Autor: Judith Roßbach

Letzte Änderung am 12.07.2017

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