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Christoph Graupner

* 13. Januar 1683 in Kirchberg/Erzgebirge

† 10. Mai 1760 in Darmstadt

Repertoire

  • Mit Ernst, o Menschenkinder (Text: Valentin Thilo (1607-1662))

 

Portrait

Komponist, Cembalist, Hofkapellmeister

 

Christoph Graupner erhielt seine erste musikalische Ausbildung durch M. Mylius und seinen Onkel, den Organisten Nicolaus Küster, dem er nach Reichenbach im Vogtland folgte. Ab 1696 besuchte er die Thomasschule in Leipzig, wo Johann Schelle und dessen Nachfolger Johann Kuhnau seine Lehrer waren.

 

Nach dem Jurastudium in Leipzig wurde er 1706 Cembalist an der Hamburger Oper. In dieser Zeit komponierte er mehrere Opern, von denen zwei erhalten sind.

 

Nach dreijähriger Tätigkeit als Akkompagnist an der Hamburger Oper unter Reinhard Keiser berief ihn Landgraf Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt 1709 als Vizekapellmeister an den Darmstädter Hof. Dort wurde er 1712 Kapellmeister und komponierte bis 1719 hauptsächlich für die Oper, nach Schließung des Hofopernhauses (1719) dagegen ausschließlich Orchester-, Kirchen- und Kammermusik.

 

1722/23 bewarb er sich vor Johann Sebastian Bach erfolgreich um die Stelle des Thomaskantors in Leipzig in der Nachfolge des verstorbenen Kuhnaus, doch gelang es seinem Dienstherrn, ihn durch eine erhebliche Verbesserung der Bezüge bis zu seinem Tod in Darmstadt zu halten.

 

Um 1754 erblindet, verstarb Graupner im Alter von 77 Jahren in Darmstadt und wurde mit allen und fürstlichen Ehren beigesetzt.

 

Werke

Graupners umfangreiches, fast vollständig erhaltenes Œuvre befindet sich zum größten Teil in der Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt. Es ist in großen Teilen noch unveröffentlicht und harrt der Entdeckung durch Musiker und Musikwissenschaftler. Vielfach betrachteten die Landesherren die Werke ihrer Komponisten als ihr persönliches Eigentum und im schnellen Wandel der Modeströmungen wurden die Kompositionen vernichtet. Graupners Familie wehrte sich gegen dieses Vorgehen und strengte einen Prozess an, der erst fast 80 Jahre nach Graupners Tod zu Gunsten der Familie entschieden wurde. Diesem Umstand und der Auslagerung der Bestände während des Zweiten Weltkrieges ist die Erhaltung dieses umfangreichen Werkes zu verdanken.

 

Obwohl einige seiner Werke aufgrund seiner Erblindung im Alter unvollendet blieben, hinterläßt Graupner ein umfangreiches Lebenswerk. Er schuf etwa 2.000 Werke:

1.418 Kirchenkantaten, 24 weltliche Kantaten, 113 Sinfonien, 87 Orchestersuiten, 50 Konzerte, 36 Kammer- und Solokantaten, 57 Klaviersuiten (46 davon erhalten), 96 Ouvertüren, 43 Solokonzerte für ein bis vier Instrumente, 33 Sonaten sowie 10 Opern (davon 3 vollständig).

 

  • Also hat Gott die Welt geliebt für Soli (SB), Chor (SATB), 2 Violinen, Viola und Basso continuo (1730) (2. Pfingsttag)
  • Dem Gerechten muss das Licht immer wieder aufgehen GWV 1128/37 für Soli, Chor und Orchester (1737) (Ostersonntag)
  • Gelobet sei der Herr, der Gott Israel GWV 1171/48 für Chor (SATB), Streicher und Bc (1748)
    (Fest Mariä Heimsuchung, 2. Juli)
  • Gott will mich auch probieren GWV 1121/14 für Chor (SATB), Oboen, Streicher und Bc (1714) (Motette zu Reminiscere)
  • Mache dich auf, werde Licht GWV 1111/16 für Soli, Chor (SATB), Streicher und Bc (Epiphanie)
  • Mir nach, spricht Christus für Chor (SATB) Streicher und Bc
  • Mit Ernst ihr Menschenkinder GWV 1104/27 für SAT, Streicher und Bc (1727) (4. Aventsonntag)
  • Nicht uns, Herr GWV 1153/23 für Chor (SSATB), Orgel, Streicher und Bc (1723)
    (12. Sonntag nach Trinitatis)
  • Weihnachtschoräle für Chor (SATB), Streicher und Bc (1730):
    Ein Kind geborn zu Bethlehem
    Ermuntre dich, mein schwacher Geist
    Fröhlich soll mein Herze springen (Text: Paul Gerhardt)
    Gelobet seist du, Jesu Christ
    Herr Christ, der einig Gotts Sohn (Text: Elisabeth Kreuziger)
    Mit Ernst, o Menschenkinder (Text: Valentin Thilo)
    Wie schön leuchtet der Morgenstern (Text: Philipp Nicolai)

 

Quellen und weiterführende Links:

Marc Honegger/Günther Massenkeil (Hrsg.): Das große Lexikon der Musik, Band 3, Verlag Herder Freiburg, 1992

 

 

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes auf folgende URL:
http://gemeinden.erzbistum-koeln.de/stifts-chor-bonn/service/komponisten/Graupner.html

Stifts-Chor Bonn | Service | Komponistenverzeichnis | Komponistenportrait Christoph Graupner

Autor: Judith Roßbach

Letzte Änderung am 12.07.2017

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