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Baldassare Galuppi

* 18. Oktober 1706 auf der Insel Burano bei Venedig
†   3. Januar 1785 in Venedig

Repertoire

 

Portrait

Italienischer Komponist

 

Baldassare GaluppiNach seinem Geburtsort wurde er auch „Il Buranello“ oder unter der venezianischen Form seines Vornamens „Baldissara“ genannt.

 

Baldassare Galuppi war Sohn eines Violine spielenden Barbiers, der ihm die musikalischen Grundlagen beibrachte. Mit 16 Jahren versuchte er sich an einer ersten Oper, Le fede nell'inconstanza; das in Cioggia und Vicenza aufgeführte Werk wurde ein derartiger Misserfolg, dass es die Aufmerksamkeit Benedetto Marcellos auf sich zog, der Galuppi eine gründliche Ausbildung bei Antonio Lotti vermittelte. Seit 1726 wirkte Galuppi am Teatro della Pergola in Venedig, nur unterbrochen von Aufenthalten in London (1741-1743), wo er für das Haymarket (respektive King's) Theatre komponierte, Sankt Petersburg (1765-1768), wo er Hofkomponist und Hofkapellmeister sowie Lehrer von Dimitri Bortnianski war, und von Reisen in Italien und nach Wien.

 

1740 wurde er Maestro do coro am Ospedale dei Mendicanti, 1748 Vizekapellmeister, 1762 Erster Kapellmeister an San Marco und Musikdirektor des Ospedale degl'Incurabili. Lange Zeit arbeitete er mit Carlo Goldoni zusammen, der für ihn Texte schrieb, vor allem für seine Buffoopern (z. B. Il mondo della luna, 1750; Il filosofo di campagna, 1754; La cameriera spiritosa, 1766). In London komponierte Galuppi die Opere serie Penelope (1741), Scipione in Cartagine (1742), Enrico (1743) und Sirbace (1743), in Sankt Petersburg Ifigenia in Tauride (1768). Nach Venedig zurückgekehrt, wo ihm seine Stelle an San Marco freigehalten worden war, schrieb er 1773 sein letztes Werk, die Opera giocosa La serva per amore. Kurz vor seinem Tod komponierte er seine jährliche Weihnachtsmesse für den Markusdom.

 

Baldassare Galuppi hat einen bedeutenden Anteil an der Entwicklung der Opera buffa im 18. Jahrhundert, besonders seit seiner Zusammenarbeit mit Goldoni. Dessen Dramma giocoso per musica, in dem neben den Parti buffe auch Parti serie am Fortgang der Handlung beteiligt sind, regte Galuppi zu einem scharf profilierten und psychologisch nuancierten Vokalstil an, der ihn von der weitgeschwungenen Gesangslinie seines Lehrers Lotti und der Neapolitanischen Schule unterschied; die Da-capo-Arie tritt gegenüber zweiteiligen, kleineren Formen zurück. Galuppi gab den „Concertati“ größeres Gewicht; sie werden bei ihm nicht mehr auf das Finale - in der Regel ein Kettenfinale, das aus teils offenen, teils geschlossenen Abschnitten besteht - beschränkt, sondern in die Handlung eingebaut. Von seinen Opere serie waren nur Alessandro nell' Indie (1738) und L'Olimpiade (1747), beide auf Metastasio-Texte, erfolgreich. Aus Galuppis Instrumentalschaffen ragen besonders die Klaviersonaten heraus. Sie sind ein Beitrag zur Entwicklung des vorklassischen Instrumentalstils.

 

Werke

An Vokalwerken sind erhalten:

  • Messen,
  • Motetten,
  • Oratorien

und einzelne Kantaten.

 

Quellen und weiterführende Links:

Marc Honegger/Günther Massenkeil (Hrsg.): Das große Lexikon der Musik, Band 3, Verlag Herder Freiburg, 1992

 

 

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes auf folgende URL:
http://gemeinden.erzbistum-koeln.de/stifts-chor-bonn/service/komponisten/Galuppi.html

Stifts-Chor Bonn | Service | Komponistenverzeichnis | Komponistenportrait Baldassare Galuppi

Autor: Judith Roßbach

Letzte Änderung am 12.07.2017

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