ERZBISTUM KÖLN  TagesLiturgie     

Prälat Hon.-Prof. Max Eham

* 16. Februar 1915 in Bergham bei Miesbach
† 27. Juli 2008 in München

 

Portrait

römisch-katholischer Priester, Domkapellmeister, Komponist und Musikpädagoge

 

Max EhamMax Eham wurde als jüngster Sohn einer Bauernfamilie in Bergham bei Miesbach geboren. Seine musikalische Begabung wurde früh entdeckt und im damaligen Erzbischöflichen Knabenseminar in Freising gefördert. Dort hatte er ersten Klavier- und Orgelunterricht. Auch sein weiterer Werdegang ist mit der alten Bischofsstadt Freising verbunden. Dort machte er am Domgymnasium sein Abitur und studierte an der Philosophisch-Theologischen Hochschule. Gleichzeitig nahm er privaten Musikunterricht bei Michael Dachs, dem Musikerzieher der Lehrerbildungsanstalt Freising und Autor bekannter Lehrbücher zur Musiklehre, Harmonielehre und zum Kontrapunkt. Am 25. Juni 1939 empfing Max Eham durch Erzbischof Michael Kardinal Faulhaber in Freising die Priesterweihe.

 

Unmittelbar danach studierte er bis 1941 an der Staatlichen Akademie der Tonkunst in München bei den Professoren Joseph Haas (Komposition), Emanuel Gatscher (Orgel) und Ludwig Berberich (Kirchenmusik). Außer Orgel und Klavier lernte Eham auch Violine, Flöte und Horn.

 

1949 wurde er zum Domkapellmeister am Freisinger Mariendom und zum Chorallehrer am Freisinger Priesterseminar ernannt. 1969 berief ihn Julius Kardinal Döpfner als Nachfolger von Professor Johannes Hafner zum Domkapellmeister der Münchner Liebfrauenkirche. Dieses Amt übte er mit großer Hingabe und künstlerischer Leidenschaft bis 1990 auch unter den Erzbischöfen und Kardinälen Joseph Ratzinger und Friedrich Wetter aus, die sein Wirken sehr schätzten.

 

1969 wurde Eham zunächst Lehrbeauftragter, 1975 Honorarprofessor an der Abteilung Katholische Kirchenmusik der Staatlichen Hochschule für Musik und Theater München und unterrichtete dort Partitur- und Generalbassspiel, Dirigieren und Geschichte der katholischen Kirchenmusik.

 

Eham hat sich maßgeblich für die Erneuerung und Überarbeitung der katholischen Kirchenmusik nach der liturgischen Reform des Zweiten Vatikanischen Konzils engagiert und musikalische Maßstäbe für eine aktive Teilnahme der Gemeinde an der Gestaltung eines lebendigen Gottesdienstes gesetzt. Für ihn galt die Weisung des Zweiten Vatikanischen Konzils, das die Kirchenmusik verpflichtete, dem lebendigen Gottesdienst der Kirche zu dienen. Andererseits, so sagte er einmal, sei es legitimer Auftrag der Kirchenmusiker, die vielen Schätze der geistlichen Kompositionen früherer Epochen nicht in den Archiven verstauben zu lassen.

 

Für seine Verdienste um die Kirchenmusik ernannte ihn Papst Paul VI. (Pontifikat 1963-1978) 1977 zum Päpstlichen Ehrenprälaten (Monsignore). 1986 ehrte ihn Bundespräsident Richard von Weizsäcker mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

 

Eham hat im einstigen Freisinger Priesterseminar als Chorallehrer ganze Priestergenerationen musikalisch-liturgisch geprägt. Zu seinen Schülern gehörte in dieser Zeit auch Joseph Ratzinger, Papst Benedikt XVI. (Pontifikat 2005-2013).

 

Max Eham hat noch zu Lebzeiten eine Stiftung mit dem Auftrag gegründet, sein außerordentlich umfangreiches kirchenmusikalisches Werk zu verzeichnen und zugänglich zu machen. Das Max-Eham-Archiv mit seinen Werken wurde der Freisinger Dombibliothek anvertraut.

 

Am 1. August 2008 wurde Max Eham im Gräberfeld des Metropolitankapitels München auf dem Münchner Waldfriedhof beigesetzt.

 

Werke

Als Komponist hat Prälat Eham zahlreiche Messen, viele Motetten und Vespern geschaffen. Vier Requien hat er komponiert und speziell für den Münchener Liebfrauendom und den Freisinger Mariendom musikalische Vespern geschrieben, darunter die populäre Korbiniansvesper zum Fest des Diözesanpatrons der Erzdiözese.

 

Das Max-Eham-Archiv verwaltet und katalogisiert seit 2009 seinen Nachlass. Das Werkverzeichnis enthält Vertonungen von rund 60 Messen, davon 30 mit Orchester, etwa 20 größere mehrteilige Werke, darunter Vespermusiken zu den Hochfesten, und an die 300 Chorsätze von Kirchen- und Volksliedern.

 

  • Messe „Lauda Sion“ (Deutsche Votivmesse von der hl. Eucharistie)
    für Chor, Gemeinde, Bläser oder Orgel (1957)
  • Messe von der Heiligsten Dreifaltigkeit (Votivmesse - Deutsche Propriumsgesänge)
    für Chor, Gemeinde, Bläser oder Orgel (1965)
  • Missa brevis „Cantate Domino“ für vierstimmig gemischten Chor und Orgel (1980)
  • Weihnachtslieder-Messe „Missa carminum“ für Chor (SATB), einstimmiger Kinderchor ad lib., Orgel, Orchester (1984)
  • Stephanus-Messe für Chor (SATB), Gemeinde, Orgel (2 Trompeten, 2 Posaunen, Tuba) (1986)
  • Missa pro defunctis (Requiem) für gemischten Chor (1996)
  • Zwei geistliche Motetten „Justorum animae“ / „De profundis“ für Chor und Orgel (1953)
  • Lobet den Herrn - Der 150. Psalm für vierstimmig gemischten Chor und Orgel (1971)
  • St. Korbiniansvesper für Chor, Orgel und Bläser (1985)
  • Gott ist die Liebe für gemischten Chor und Orgel (2008)
  • Requiem in Des für vierstimmigen gemischten Chor, Basstuba und Pauken
  • Acht Seligpreisungen
  • Jerusalem convertere
  • Komm, heiliger Geist, Herre Gott
  • Tu es Petrus

 

Quellen und weiterführende Links:

 

 

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes auf folgende URL:
http://gemeinden.erzbistum-koeln.de/stifts-chor-bonn/service/komponisten/Eham.html

Stifts-Chor Bonn | Service | Komponistenverzeichnis | Komponistenportrait Max Eham

Autor: Judith Roßbach

Letzte Änderung am 08.11.2015

Zum Seitenanfang Benutzer-Login Seite weiterempfehlen Druckversion Kontakt  Barrierefrei Datenschutz  Impressum