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Pierre Louis Philippe Dietsch

* 17. März 1808 in Dijon
† 20. Februar 1865 in Paris

Repertoire

 

Portrait

Französischer Komponist, Dirigent und Kontrabassist

 

Pierre-Louis DietschPierre-Louis Dietsch war Schüler von Alexandre-Étienne Choron an der Institution Royale de Musique Classique et Religieuse Paris und studierte am Conservatoire de Paris. Als Kapellmeister war er an Saint-Paul-Saint-Louis, an Saint-Eustache und an Sainte-Marie-Madeleine tätig und wirkte außerdem als Kontrabassist am Théâtre-Italien de Paris und als Organist an Saint-Roch.

 

Lehrtätigkeiten führten ihn an die Académie Nationale de musique et de danse und seit 1840 im Fach Harmonielehre an die École Niedermeyer.

 

Auf Veranlassung Gioachino Rossinis wurde er Chormeister an der Pariser Oper; 1860 bis 1863 war er Kapellmeister an der Opéra und dirigierte dort 1861 die Pariser Erstaufführung von Richard Wagners Tannhäuser, die mit einem Skandal endete.

 

Nach seiner Entlassung dort wirkte er an der Sängerkapelle von Sainte-Marie-Madeleine und wiederum als Lehrer an der École Niedermeyer im Fach Kontrapunkt. Sein Schüler Gabriel Fauré beschrieb Dietsch als „methodischen, aber rückschrittlichen Geist“.

 

Seine Oper Le Vaisseau fantôme ou le Maudit des mers, die 1842 in Paris uraufgeführt wurde, trug ihm den - letztlich nicht gerechtfertigten - Vorwurf ein, bei dem von Paul Foucher und H. Révoil verfassten Textbuch handle es sich um eine Übersetzung der Wagnerschen ersten Fassung des Fliegenden Holländers, die dieser kurz zuvor der Pariser Oper eingereicht hatte.

 

 

Werke

Den Schwerpunkt in Dietschs kompositorischen Schaffen blden seine mehr als 20 Messen, die wegen ihrer teilweise originellen Züge Interesse verdienen. Daneben schuf er verschiedene Orgelwerke.

  • Messe mit Orchester (1838) (Meyerbeer gewidmet)
  • 22 weitere Messen
  • Requiem (1857) (zur Erinnerung an Adolphe Adam)
  • Stabat Mater (o.O. 1864)
  • Ave Maria nach Jacob Arcadelts dreistimmigen weltlichen Chanson Nous voyons que les hommes

 

Quellen und weiterführende Links:

Marc Honegger/Günther Massenkeil (Hrsg.): Das große Lexikon der Musik, Band 2, Verlag Herder Freiburg, 1992

 

Im März 1842 führte Pierre-Louis Dietsch in einem Chorkonzert ein Ave Maria für vierstimmigen Chor a cappella auf, das er im Werk des niederländischen Renaissance-Komponisten Jakob Arcadelt entdeckt haben wollte. Da ein derartiges Werk in Arcadelts Schaffen aber nicht nachweisbar war, und auch wegen für die Epoche untypischen Fehlern hinsichtlich Metrik und Prosodie, galt die Komposition schon bald als eine Fälschung Dietschs.


Erst 1927 wurde Dietsch zum Teil rehabilitiert, als der Musikwissenschaftler André Pirro nachweisen konnte, dass die Melodie des Ave Maria tatsächlich von Arcadelt stammt, allerdings aus dessen dreistimmigen weltlichen Chanson Nous voyons que les hommes. Die geistliche Kontrafaktur und der romantische vierstimmige Chorsatz sind dagegen allein das Werk Dietschs.

 

Quellen und weiterführende Links:

 

 

 

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes auf folgende URL:
http://gemeinden.erzbistum-koeln.de/stifts-chor-bonn/service/komponisten/Dietsch.html

Autor: Judith Roßbach

Letzte Änderung am 03.08.2017

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