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Jacobus Clemens non Papa
eigentlich: Jacques Clément

* zwischen 1510 und 1515 vermutlich in Middelburg (Insel Walcheren)
† um 1555/56 in Dixmunden (Westflandern)

Repertoire

 

Portrait

Franko-flämischer Komponist, Priester, Kapellmeister

 

Jacques Clément war, den Acta Capituli zufolge, Priester und wird im März 1544 als Sangmeister an der Kirche St. Donation in Brügge genannt. Im Juni 1545 verließ er Brügge und lebte längere Zeit in Ypern. In dieser Zeit begann er sich „Clemens non Papa“ zu nennen, entweder aus Abneigung gegen Papst Clemens VII. oder um sich dadurch von dem ebenfalls in Ypern (Ypern gehörte im Spät-Mittelalter mit Gent und Brügge zu den bedeutendsten Städten Flanderns) lebenden Dichter Jacobus Papa zu unterscheiden. Eine Zeitlang stand er als Kapellmeister auch im Dienst Philipps von Croÿ, Herzog von Aerschot, zu dessen Tod 1549 er eine Sterbemotette, O quam moesta dies, schrieb.

 

Im Herbst 1550 war er Sänger im Chor der Notre-Dame-Bruderschaft Onze Lieve Vrouwe an der St.-Johannes-Kathedrale in 's-Hertogenbosch (auch Den Bosch, Deutsch Herzogenbusch, Französisch Bois-le-Duc; Hauptstadt der Provinz Noord-Brabant). Weitere Lebensdaten sind nicht gesichert. Als Todesdatum kommt aufgrund einer der vierstimmigen Motetten Hic est vere martyr vorangestellten Bemerkung „Ultimum opus Clementis non Papae anno 1555 21 aprilis“ das Frühjahr 1555 in Frage.

 

Clemens non Papa gehört zu den bedeutendsten franko-flämischen Komponisten der Epoche von Josquin des Prés bis Giovanni Pierluigi da Palestrina und gilt als Hauptmeister der Motette seiner Zeit. Sein Schaffen ist reicher und vielfältiger als das seiner Zeitgenossen Nicolas Gombert und Thomas Créquillon (1505-1557). Charakteristisch für seinen Motettenstil ist ein konsequent durchimitierter Satz mit nur gelegentlichen syllabisch deklamierten, homorhythmischen Abschnitten. Clemens non Papa besticht durch seine meisterhafte Satztechnik und sein tiefes Ausdrucksstreben. Er schuf in seiner großen 8-stimmigen Motette über die Heimkehr des verlorenen Sohnes mit ihrem harmonisch-gesättigten Klang eines der eindrucksvollsten Werke des neuen Stils.

 

Quellen und weiterführende Links:

Marc Honegger/Günther Massenkeil (Hrsg.): Das große Lexikon der Musik, Band 2, Verlag Herder Freiburg, 1992

Friedrich Wilhelm Bautz: Clemens non Papa In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Band I, BBKL Hamm 1990, ISBN 978-3-88309-013-9, Spalten 1066-1067

 

 

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes auf folgende URL:
http://gemeinden.erzbistum-koeln.de/stifts-chor-bonn/service/komponisten/Clemens_non_Papa.html

Stifts-Chor Bonn | Service | Komponistenverzeichnis | Komponistenportrait Jacobus Clemens non Papa

Autor: Judith Roßbach

Letzte Änderung am 09.11.2015

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