ERZBISTUM KÖLN | TagesLiturgie     

Prof. Dr. h.c. Josef Anton Bruckner

*  4. September 1824 in Ansfelden, Oberösterreich

† 11. Oktober 1896 in Wien

Repertoire

  • Asperges me, WAB 4 (1843/44), 4-stimmiger Chor a cappella
      (~1980 unter Kantor Joseph Noël einstudiert; nicht mehr im aktuellen Repertoire)
  • Ave Maria F-Dur, WAB 6 (1861), Offertorium für siebenstimmigen Chor (SAATTBB) a cappella
      (~1970 unter Kantor Joseph Noël einstudiert; nicht mehr im aktuellen Repertoire)
  •     (~ 1966 unter Kantor Joseph Noël einstudiert; nicht mehr im aktuellen Repertoire)
  • Ave verum
  • Choralmesse F-Dur
      (~1983 unter Kantor Adolf Fichter einstudiert; nicht mehr im aktuellen Repertoire)
  • Dignare custos Angele
  • Dir Herr, dir will ich mich ergeben, WAB 12 (um 1844/45), Choral für 4-stimmigen Chor a cappella
  • In monte Oliveti
  • Kronstorfer Messe, Messe ohne Gloria, d-moll, WAB 146 (~1844), 4-stimmiger Chor a cappella
  • Salvum fac populum tuum, WAB 40 (1884), 4-stimmiger Chor a cappella
      (~1967 unter Kantor Joseph Noël einstudiert; nicht mehr im aktuellen Repertoire)
  • Tantum ergo
  • Tota pulchra es, WAB 46 (1878) Antiphon für vierstimmigen Chor, Tenor-Solo und Orgel ad libitum
      (~1963 unter Kantor Joseph Noël einstudiert; nicht mehr im aktuellen Repertoire)
  • Vexilla Regis, WAB 51 (1892)
      (~1977 unter Kantor Joseph Noël einstudiert; nicht mehr im aktuellen Repertoire)

 

Portrait

Österreichischer Komponist der Romantik sowie Organist und Musikpädagoge

 

Anton BrucknerAls Nachkomme einer alten oberösterreichischen Bauernfamilie war Anton Bruckner fest im Glauben verwurzelt. Von Großvater und Vater (Anton Bruckner, 1791–1837), beide waren Schullehrer, erbte er den Sinn für Kirchenmusik und das Streben zur Weiterbildung. Schon im Alter von 10 Jahren konnte er seinen Vater an der Orgel vertreten. Nach dessen frühem Tod (1837) war Bruckner bis zu seinem Eintritt in die Präparandie in Linz Singknabe im Augustiner Chorherrenstift St. Florian, 18 Monate später wurde er Schulgehilfe in Windhaag, dann in Kronstorf, nicht weit von St. Florian, schließlich 1845 an der Schule von St. Florian selbst. Hier lebte er 10 Jahre. Bei seinem Lehrer Kattinger vervollkommnete er sich im Orgelspiel und in der Kompositionstechnik.

 

Als Bruckner 1856 nach Linz zog, wohin er Ende 1855 als Domorganist berufen worden war, hatte er bereits etwa 25 Werke für den kirchlichen Gebrauch und ebenso viele weltliche Vokalwerke geschrieben. Für Orgel waren nur einige Übungsstücke entstanden.

 

Die Zeit in Linz, wo er sich intensiv mit der Domorgel beschäftigte, bestimmte sein weiteres Schicksal. Seitdem widmete sich Bruckner ausschließlich der Musik. Zur Vervollständigung seiner - wie er glaubte - ungenügenden Kenntnisse studierte er in Fernunterricht bei Simon Sechter Kontrapunktik (1855-1861) und zwar mit solchem Eifer, dass dadurch vorübergehend seine Gesundheit angegriffen wurde. Schließlich erhielt er, nach einer Prüfung 1861 in Wien, den Titel „Lehrer der Musik“, mit dem die Erlaubnis zur Ausbildung von „Lehramtszöglingen“ verbunden war. Er studierte anschließend zwei Jahre in Linz bei Otto Kitzler Formenlehre und Instrumentation und beschäftigte sich hierbei außer mit Beethoven und Mendelssohn mit den musikalischen Neuerern der Zeit (Berlioz, Liszt).

 

Bruckners angestrengte Arbeitsweise, private und berufliche Enttäuschungen untergruben erneut seine Gesundheit in der Zeit um 1867 und brachten ihn bis an den Rand geistiger Verwirrung. Nach einer Kur bewarb er sich um eine Stelle in Wien und wurde 1868 als Nachfolger seines Lehrers Sechter Professor für Harmonielehre, Kontrapunkt und Orgel am Konservatorium. Seit dieser Zeit lebte er in Wien. 1869 wurde er zur Einweihung der Orgel der Kirche St-Epvre in Nancy geladen und gab einige Tage später ein Konzert in Notre-Dame in Paris in Anwesenheit von Saint-Saëns, C. Franck, Auber und Gounod. Der große Erfolg dort wiederholte sich 1871 in der Royal Albert Hall in London.

 

Bereits gegen Ende der 1880er Jahre hatte sich Bruckners Gesundheitszustand allmählich verschlechtert. Es wurden bei ihm unter anderem Diabetes und Herzschwäche diagnostiziert. Der Komponist musste sich von seinen Ämtern an der Universität, dem Konservatorium und der Hofkapelle immer häufiger beurlauben lassen. 1891 ging er als Konservatoriumsprofessor in den Ruhestand, 1892 schied er aus dem Hoforganistenposten aus und zwei Jahre später hielt er seine letzte Vorlesung an der Universität. Sein Lebensinhalt wurde nun die Komposition seiner neunten Sinfonie, der er seit 1887 nachgegangen war.

 

Er erhielt nun vielfach Ehrungen, so 1891 den Titel eines Ehrendoktors der Wiener Universität. Außerdem wurde Bruckner 1895 vom Kaiser das Privileg zugestanden, mietfrei eine Wohnung im Schloss Belvedere zu beziehen. Hier verbrachte er sein letztes Lebensjahr. Am 11. Oktober 1896 verstarb Anton Bruckner in Wien. Sein Leichnam wurde auf seinen Wunsch nach St. Florian bei Linz überführt und unter der großen Orgel der Stiftskirche beigesetzt.

 

Erst spät im Leben von den Zeitgenossen als Komponist gewürdigt, gehörte er doch zu den wichtigsten und innovativsten Tonschöpfern seiner Zeit und hat durch seine Werke bis weit ins 20. Jahrhundert hinein großen Einfluss auf die Musikgeschichte ausgeübt. Seine bedeutendsten und wohl auch bekanntesten Kompositionen sind seine groß angelegten Sinfonien. Auch die Kirchenmusik hat er um wichtige Werke - unter anderem drei große Messen und ein Te Deum - bereichert. Als Organist wurde er vor allem für seine Improvisationen bewundert.

 

Quellen und weiterführende Links:

Marc Honegger/Günther Massenkeil (Hrsg.): Das große Lexikon der Musik, Band 1, Verlag Herder Freiburg, 1992

Lexikon der klassischen Komponisten, Nikol Verlagsgesellschaft mbH Hamburg, 1996

Siegmar Hohl (Hrsg.): Musikführer. Oper, Operette, Musical, Ballett, Konzert, Orbis Verlag München, 1995

 

Werke

Bruckner komponierte u. a. 9 Sinfonien, 9 Messen:

  • Messe für den Gründonnerstag in F-Dur, WAB 9 (1844),
    für vierstimmigen Chor a cappella, ohne Kyrie und Gloria, stattdessen ein Graduale Christus factus est und ein Offertorium Dextera Domini
  • Messe ohne Gloria (Kronstorfer Messe), d-Moll WAB 146 (~1844), für vierstimmigen Chor a cappella
  • Missa solemnis in b-Moll WAB 29 (1854)
  • Messe (nur Kyrie) [Entwurf] WAB 139 (1846)
  • Missa pro quadragesimo in g-Moll [Entwurf] WAB 140 (1843-1845)
  • Requiem d-moll WAB 39 (1849)
  • Magnificat B-Dur WAB 24 (1852)

zahlreiche geistliche und weltliche Vokalwerke.

 

 

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes auf folgende URL:
http://gemeinden.erzbistum-koeln.de/stifts-chor-bonn/service/komponisten/Bruckner.html

Stifts-Chor Bonn | Service | Komponistenverzeichnis | Komponistenportrait Anton Bruckner

Autor: Judith Roßbach

Letzte Änderung am 05.09.2017


 
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