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Dr. h.c. mult. Sir Benjamin Edward Britten

* 22. November 1913 in Lowestoft/Suffolk

†   4. Dezember 1976 in Aldeburgh/Suffolk

Repertoire

  • A Hymn to the Virgin für gemischten Doppelchor a cappella (1930)
     (2008 unter Kantor Stefan Mohr einstudiert)

 

Portrait

Britischer Komponist, Dirigent und Pianist

 

Benjamin BrittenBenjamin Britten wurde als viertes und jüngstes Kind des Zahnarztes Robert Victor und seiner Ehefrau Edith Rhoda Britten geboren. Mit fünf Jahren erhielt er von seiner Mutter die ersten Klavierstunden. Im Jahr 1921 schrieb Britten seine ersten Kompositionen. Bereits im jungen Alter von 14 Jahren schrieb der begabte Musiker Lieder, Klaviersonaten, Streichquartette, ein Oratorium und eine Sinfonie. Während der Schulzeit wurde er im Klavier- und Bratschenspiel unterrichtet. 1930 studierte er Klavier und Komposition am Royal College of Music in London, das er 1933 verließ, und privat bei Frank Bridge und H. Samuel.

 

1938 ging er auf Anregung von Wystan Hugh Auden mit seinem Lebensgefährten Peter Pears, dem unerreichten Interpreten aller Britten-Tenorpartien, in die Vereinigten Staaten, wo er u. a. mit Kurt Weill bekannt wurde. Noch vor Ende des Krieges kehrte er 1942 nach Großbritannien zurück.

 

Nach seinem frühen Werk von 1941 Paul Bunyan, wurde Britten im Jahre 1945 mit seiner außergewöhnlichen Oper in drei Akten Peter Grimes fast über Nacht weltberühmt. Mit der Uraufführung dieser Oper feierte die Sadler’s Wells Opera Company am 7. Juni 1945 die Wiedereröffnung ihres Theaters. Ab 1946 verlief sein weiteres Schaffen äußerst erfolgreich weiter. So entstanden die Kammeropern The Rape of Lucretia 1946, Al­bert Herring 1947 und 1954 nach der Romanvorlage von Henry James The Turn of the Screw. Alle drei Werke schrieb Benjamin Britten für die damals neu gebildete English Opera Group.

 

Britten war auch ein außerordentlicher Dirigent und Pianist. Als Pianist trat er häufig als Liedbegleiter auf. Seit den fünfziger Jahren sind zahlreiche Schallplattenaufnahmen eigener und fremder Werke erschienen.

 

1948 gründete Britten in Aldeburgh, seinem damaligen Wohnsitz, ein Musikfestival, das bis heute existiert.

 

Neben vielen anderen Auszeichnungen (Ehrendoktorwürden und Stipendien von 19 Musikhochschulen und Universitäten in Europa und Amerika) erhielt Britten den Order of Merit - als dritter englischer Komponist nach Edward Elgar und Ralph Vaughan Williams. 1965 wurde er mit dem finnischen Wihuri-Sibelius-Preis und 1968 mit dem Léonie-Sonning-Musikpreis geehrt.

 

Am 2. Juli 1976 wurde Britten als Baron Britten of Aldeburgh in The County of Suffolk zu einem Life Peer erhoben. Einige Monate später starb er an Herzinsuffizienz in seinem Haus in Aldeburgh und wurde auf dem örtlichen Friedhof beigesetzt.

 

Werke

Seine Kompositionen umfassen Orchester- und Kammermusik, vor allem aber Vokalmusik (Opern, Lieder, Kompositionen für Chor). Zu seinen bedeutendsten Werken zählen die

  • Serenade für Tenor, Horn und Streicher, op. 31, Liederzyklus auf Texte von englischen Dichtern (1943)

sowie die Opern

  • Peter Grimes op. 33 (Uraufführung am 7. Juni 1945 in London),
  • Billy Budd (Uraufführung am 1. Dezember 1951 im Royal Opera House Covent Garden),
  • A Midsummer Night's Dream (Ein Sommernachtstraum) op. 64 (Uraufführung am 11. Juni 1960 Aldeburgh Festival) und
  • Death in Venice (Uraufführung am 16. Juni 1973 Aldeburgh Festival).


1948 entstand die

  • Kantate Saint Nicolas op. 42, welche das Leben und Wirken des Bischofs Nikolaus von Myra beschreibt

und das im Dezember 1961 vollendete

  • War Requiem für Sopran, Tenor, Bass, gem. Chor, Knabenchor, Orchester und Orgel op. 66 (1961, Uraufführung am 30. Mai 1962 in Coventry)

Viele Tenorpartien seiner Opern und viele Lieder waren für die Aufführung durch seinen Lebensgefährten gedacht, den Tenor Peter Pears, den Britten im Jahr 1937 kennengelernt hatte. Er schrieb bedeutende Kammermusikwerke, Kammeropern und die Kammermusik seines War Requiem für das Melos Ensemble

 

Quellen und weiterführende Links:

Marc Honegger/Günther Massenkeil (Hrsg.): Das große Lexikon der Musik, Band 1, Verlag Herder Freiburg, 1992

Lexikon der klassischen Komponisten, Nikol Verlagsgesellschaft mbH Hamburg, 1996

Siegmar Hohl (Hrsg.): Musikführer. Oper, Operette, Musical, Ballett, Konzert, Orbis Verlag München, 1995

 


Weitere Werke:

  • A Hymn to the virgin (Anon.) für Doppel-Chor (SATB) a cappella (1930, rev. 1934)
  • Jubilate Deo in Es-Dur, Anthem für Chor (SATB) und Orgel (1934)
  • A Ceremony of Carols op. 28
  • Rejoice in the Lamb op. 30 für vier Solisten, gemischten Chor und Orgel (1943)
  • Festival Te Deum op. 32 für gem. Chor und Orgel (1944)
  • Deus in adjutorium meum intende für Chor (SATB) a cappella (1945)
  • Hymn to St. Peter op. 56a für gem. Chor und Orgel (1955)
  • Antiphon op. 56b für Chor (SATB mit optionalen Soli) und Orgel (1956)
  • Jubilate Deo in C (1961)
  • Missa brevis in D für Knabenchor und Orgel op. 63 (1959)
  • A Hymn of St Columba - Regis regum rectissimi für Chor (SATB) und Orgel (1962)

 

 

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes auf folgende URL:
http://gemeinden.erzbistum-koeln.de/stifts-chor-bonn/service/komponisten/Britten.html

Stifts-Chor Bonn | Service | Komponistenverzeichnis | Komponistenportrait Sir Benjamin Britten

Autor: Judith Roßbach

Letzte Änderung am 05.09.2017

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