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Jacob Arcadelt

* 1505 in oder in der Nähe von Liège/Belgien
† 14. Oktober 1568 in Paris

Repertoire

 

Portrait

franco-flämischer Komponist und Kapellmeister

 

Jacob ArcadeltJacob Arcadelt war vielleicht Schüler von Josquin des Prés, wahrscheinlicher aber von Philippe Verdelot. Um 1530 ist er in Florenz nachweisbar, wo er Verbindung zum Hause Medici aufnahm. Bald darauf musste Arcadelt gemeinsam mit Verdelot die Stadt verlassen und ging nach Lyon. 1532 nach Florenz zurückgekehrt, verließ er nach dem Tode von Alessandro de' Medici erneut die Stadt. Die Veröffentlichungen von vier Madrigalbüchern bei dem venezianischen Drucker Gardane (1539) lässt vermuten, dass Arcadelt sich zu dieser Zeit in Venedig aufhielt.

 

 

Er war bereits berühmt, als er am 30. Dezember 1540 als Kapellmeister an die Sixtinische Kapelle in Rom berufen wurde. Als der Papst ihm ein Kanonikat in Lüttich übertrug, verbrachte Arcadelt ein Jahr in Frankreich, wo er mehrere Werke veröffentlichte, bevor er am 28. Mai 1547 nach Rom zurückkehrte. Im Juni 1550 gehörte er noch der Sixtinischen Kapelle an. Im folgenden Jahr verließ er Rom und ging vermutlich wieder nach Frankreich.

 

Obgleich Arcadelt alle damaligen musikalischen Gattungen seiner Zeit gepflegt hat, wirkte er besonders auf dem Gebiet der weltlichen Musik und zählt mit Costanzo Festa und Philippe Verdelot zu den frühen Meistern des italienischen Madrigals, das er, ausgehend von der Frottola, zu seiner klassischen Gestalt entwickelte. Zu seinen Bewunderern zählte auch Claudio Monteverdi, der 1627 eine Auswahl seiner Madrigale herausgab.

 

 

Quellen und weiterführende Links:

Marc Honegger/Günther Massenkeil (Hrsg.): Das große Lexikon der Musik, Band 1, Verlag Herder Freiburg, 1992

 

Werke

Neben Messen, Motetten und Psalmen veröffentlichte er zwischen 1538 und 1544 sechs Bücher mit drei- und vierstimmigen Madrigalen.

 

 

Das (heute) bekannteste Werk von Arcadelt ist „sein“ Ave Maria für vierstimmigen Chor. Dabei handelt es sich allerdings um einen der erfolgreichsten musikalischen Betrugsfälle des 19. Jahrhunderts: Der Opernkapellmeister und Chorleiter Pierre-Louis Dietsch hat den Chorsatz als seine Entdeckung ausgegeben und Franz Liszt komponierte darüber eine Orgelfantasie. Aber die holprige Textierung ist schon bald Grund gewesen, Dietsch als eigentlichen Autor zu vermuten. In der Tat handelt es sich bei der Melodie des Ave Maria - wie der Musikwissenschaftler André Pirro 1927 nachweisen konnte - um eine Bearbeitung des dreistimmigen weltlichen Chansons Nous voyons que les hommes von Arcadelt. Die geistliche Kontrafaktur und der romantische vierstimmige Chorsatz sind dagegen das Werk Dietschs. 

 

Quellen und weiterführende Links:

 

 

 

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes auf folgende URL:
http://gemeinden.erzbistum-koeln.de/stifts-chor-bonn/service/komponisten/Arcadelt.html

Autor: Judith Roßbach

Letzte Änderung am 02.12.2013

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