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Werkbeschreibung | Franz Schubert

Messe Nr. 2 G-Dur D 167

 

Laut Eintrag im Partitur-Autograph komponierte der gerade 18-jährige Schubert die Messe Nr. 2 in G-Dur D 167 in weniger als einer Woche, vom 2. bis 7. März 1815. Da er dafür die Arbeit an seiner 2. Sinfonie unterbrach, darf angenommen werden, dass Schubert für die Messe einen Kompositionsauftrag erhielt. In der Erstfassung war für das Orchester nur eine kleine, am Wiener Kirchentrio (2 Violinen und Basso continuo, hier erweitert um die Bratsche) orientierte kleine Besetzung vorgesehen. Vermutlich wurde das Werk in dieser Form erstmals 1815 unter Schuberts eigener Leitung in der Lichtentaler Pfarrkirche aufgeführt. Zu einem nicht genau bestimmten späteren Zeitpunkt erweiterte Schubert die Besetzung des Werks um Trompeten und Pauken. Da Eusebius Mandyczewski, der Herausgeber des Werks im Rahmen der alten Schubert-Gesamtausgabe (1887), diese Erweiterungen für unecht hielt, nahm er nur die Erstfassung in die Edition auf, was für die kommenden Jahrzehnte für die Rezeption der Messe bestimmend blieb. Erst in den 1980er Jahren wurde der originale Stimmensatz von der Hand Franz Schuberts mit den instrumentalen Erweiterungen in Klosterneuburg wieder aufgefunden, wo am 11. Juli 1841 die erste nachweisbare Aufführung dieser Fassung stattgefunden hatte. Der Erstdruck der Messe erfolgte 1846, allerdings fälschlicherweise unter dem Namen des früheren Prager Domkapellmeisters Robert Führer, der kurz zuvor seine Stelle wegen Betrugs verloren hatte und später wegen diverser Vergehen im Gefängnis landete. Schuberts Bruder Ferdinand forderte daraufhin 1847 in einem Zeitungsartikel die Richtigstellung, die bei der nächsten Auflage des Drucks erfolgte. Ferdinand Schubert erweiterte 1847 seinerseits die Besetzung der Messe nochmals um Oboen (oder Klarinetten) und Fagotte.

 

Die Messe ist überwiegend homophon und liedhaft gesetzt und somit auf die Möglichkeiten einer kleineren Kirchengemeinde hin ausgerichtet. Nur das Benedictus ist als dreistimmiger Kanon angelegt, und die Osanna-Abschnitte von Sanctus und Benedictus sind als Fugati komponiert.

 

Wie in allen seinen lateinischen Messvertonungen lässt Schubert im Credo den Satz „Et unam sanctam catholicam et apostolicam ecclesiam“ („[Ich glaube an] die eine heilige katholische und apostolische Kirche“) aus sowie in diesem Werk auch den Satz „Et expecto resurrectionem mortuorum“ („Ich erwarte die Auferstehung von den Toten“), und gibt damit seinen ganz persönlichen Vorbehalten gegenüber bestimmten zentralen christlichen Glaubenssätzen Ausdruck.

 

Die G-Dur-Messe gehört heute zu den meistaufgeführten kirchenmusikalischen Werken Franz Schuberts.

 

Besetzung:

Soli (STB), Chor (SATB), Streicher (Violine I u. II, Viola, Violoncello, Kontrabass), Orgel;

2 Oboen (oder Klarinetten) ad libitum, 2 Fagotte ad libitum, 2 Trompeten ad libitum, Pauken ad libitum 

 

Die Aufführungsdauer beträgt ca. 20-25 Minuten

 

Notenmaterial und Übungsdateien

 

Literaturnachweis, Quellen, weiterführende Links:

 

 

 

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes auf folgende URL:
http://gemeinden.erzbistum-koeln.de/stifts-chor-bonn/dokumente/Werkbeschreibung/Schubert_D167.html

Autor: Judith Roßbach

Letzte Änderung am 10.09.2017

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