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Werkbeschreibung | Joseph Haydn

Die Schöpfung Hob. XXI:2

 

Haydn begann die kompositorische Arbeit an dem Oratorium Die Schöpfung (Hob. XXI:2) wohl im Herbst 1796 und dürfte sie im Frühjahr 1798 abgeschlossen haben. Haydn fand sein Thema inspirativ, und seiner eigenen Aussage nach war die Komposition für ihn eine grundlegende religiöse Erfahrung. »Erst als ich zur Hälfte in meiner Komposition vorgerückt war, merkte ich, daß sie geraten wäre; ich war auch nie so fromm, als während der Zeit, da ich an der Schöpfung arbeitete; täglich fiel ich auf meine Knie nieder, und bat Gott, daß er mir Kraft zur glücklichen Ausführung dieses Werkes verleihen möchte.«, erzählte Haydn seinem Biografen Georg August von Griesinger (1769-1845), dem Legationssekretär der sächsischen Gesandtschaft in Wien. Er arbeitete an dem Projekt bis zur Erschöpfung, und tatsächlich erkrankte er nach der Uraufführung für längere Zeit. Die Kosten, einschließlich einer üppigen Gage für den Komponisten, wurden von einer aristokratischen Vereinigung getragen, deren künstlerischer Leiter Gottfried van Swieten war.

 

Die Schöpfung wurde erstmals am 29. und 30. April 1798 unter der Leitung des 66-jährigen Haydn im - heute nicht mehr existierenden - Palais Schwarzenberg am Neuen Markt in Wien vor einem erlesenen Publikum aufgeführt. Die öffentliche Uraufführung fand am 19. März 1799, ebenfalls unter Haydns Dirigat, im alten Burgtheater am Michaelerplatz statt.

 

Der Text der Schöpfung hat eine lange Vorgeschichte. Die drei Quellen sind das Buch Genesis, das Buch der Psalmen und John Miltons Genesis-Epos Paradise Lost. Das Material wurde von einem ansonsten unbekannten Lidley zu einem Oratorien-Libretto verarbeitet, der es ursprünglich für Händel gedacht haben soll. Haydns Gastgeber in England, Johann Peter Salomon, gelangte in den Besitz einer Kopie von Lidleys Libretto und gab es an Haydn weiter. Als Haydn nach Wien zurückkehrte, händigte er es seinem Freund und Gönner Baron Gottfried van Swieten aus, der eine deutsche Übersetzung veranlasste sowie eine der Haydnschen Musik angepasste englische Rückübersetzung. Das Werk wurde 1800 zweisprachig veröffentlicht und wird auch heute noch in beiden Sprachen aufgeführt.

 

Aufbau und vollständiger Text des Oratoriums

Die Gesamtanlage der dreiteiligen Schöpfung ist dadurch gekennzeichnet, dass die beiden ersten Teile das sechstägige Schöpfungswerk mit den entsprechenden Bibelversen aus Genesis 1, 1-31 als rezitativischem Gerüst entfalten, während der Dritte, bibeltextfreie Teil das erste Menschenpaar in seiner optimistisch gestimmten Schöpfungsverbundenheit zum zentralen Thema erhebt. Für Teil 1 und 2 treten weitere Bibelstellen aus dem Psalter hinzu: der große Schlusschor des Ersten Teils (Nr. 13) geht direkt auf Psalm 19 zurück, der Terzett-Einschub im Schlusskomplex des Zweiten Teils (Nr. 2) speist sich unverkennbar aus Psalm 104, 27-30. Der Erste Teil umfasst die Tage eins bis vier der Schöpfungsgeschichte, der Zweite Teil den fünften und sechsten Tag, während der letzte Abschnitt Adam und Eva im Paradies schildert. Ausgeklammert bleibt dabei der Sündenfall; er wird nur im letzten Rezitativ des Erzengels Uriel als Warnung angedeutet.

 

Die drei Solisten repräsentieren Erzengel, die die sechs Tage der Schöpfung erzählen und kommentieren: Gabriel (Sopran), Uriel (Tenor) und Raphael (Bass). Im Dritten Teil wird die Rolle des Adam üblicherweise - Haydns Praxis folgend - von dem Solisten gesungen, der auch den Raphael singt; Gleiches gilt für Eva und Gabriel.

 

Der Chor ist in einer Serie monumentaler Chorpassagen eingesetzt, von denen einige das Ende eines Schöpfungstages feiern. Das Orchester spielt häufig ohne Gesangsbegleitung, vor allem in Tonmalerei-Episoden: der Aufgang der Sonne, der Erschaffung der verschiedenen Tiere und in der Ouvertüre, der Beschreibung des Chaos vor der Schöpfung.

 

Erster Teil

1. Einleitung | Die Vorstellung des Chaos | Rezitativ mit Chor

Raphael:

Im Anfange schuf Gott Himmel und Erde, und die Erde war ohne Form und leer,
und Finsternis war auf der Fläche der Tiefe.
 

Chor:

Und der Geist Gottes schwebte auf der Fläche der Wasser, und Gott sprach:
Es werde Licht! Und es ward Licht.

Uriel:

Und Gott sah das Licht, daß es gut war, und Gott schied das Licht von der Finsternis.

 

2. Arie (Uriel) mit Chor

Uriel:

Nun schwanden vor dem heiligen Strahle des schwarzen Dunkels gräuliche Schatten:
Der erste Tag entstand. Verwirrung weicht, und Ordnung keimt empor.
Erstarrt entflieht der Höllengeister Schar in des Abgrunds Tiefen hinab zur ewigen Nacht.

Chor:

Verzweiflung, Wut und Schrecken begleiten ihren Sturz, und eine neue Welt entspringt
auf Gottes Wort.

 

3. Rezitativ (Raphael)

Und Gott machte das Firmament und teilte die Wasser, die unter dem Firmament waren, von den Gewässern, die ober dem Firmament waren, und es ward so. Da tobten brausend heftige Stürme; wie Spreu vor dem Winde, so flogen die Wolken, die Luft durchschnitten feurige Blitze und schrecklich rollten die Donner umher. Der Flut entstieg auf sein Geheiß der allerquickende Regen, der allerverheerende Schauer, der leichte, flockige Schnee.

 

4. Chor mit Sopransolo (Gabriel)

Und laut ertönt aus ihren Kehlen des Schöpfers Lob, das Lob des zweiten Tags.

Chor:

Und der Geist Gottes schwebte auf der Fläche der Wasser, und Gott sprach:
Es werde Licht! Und es ward Licht.

 

5. Rezitativ (Raphael)

Und Gott sprach: Es sammle sich das Wasser unter dem Himmel zusammen an einem Platz und es erscheine das trockne Land; und es ward so. Und Gott nannte das trockne Land "Erde" und die Sammlung der Wasser nannte er "Meer"; und Gott sah, daß es gut war.

 

6. Arie (Raphael)

Rollend in schäumenden Wellen bewegt sich ungestüm das Meer. Hügel und Felsen erscheinen, der Berge Gipfel steigt empor. Die Fläche, weit gedehnt, durchläuft der breite Strom in mancher Krümme. Leise rauschend gleitet fort im stillen Tal der helle Bach.

 

7. Rezitativ (Gabriel)

Und Gott sprach: Es bringe die Erde Gras hervor, Kräuter. die Samen geben, und Obstbäume, die Früchte bringen ihrer Art gemäß, die ihren Samen in sich selbst haben auf der Erde; und es ward so.

8. Arie (Gabriel)

Nun beut die Flur das frische Grün dem Auge zur Ergötzung dar. Den anmutsvollen Blick erhöht der Blumen sanfter Schmuck. Hier duften Kräuter Balsam aus, hier sproßt den Wunden Heil. Die Zweige krümmt der goldnen Früchte Last; hier wölbt der Hain zum kühlen Schirme sich, den steilen Berg bekrönt ein dichter Wald.

 

9. Rezitativ (Uriel)

Und die himmlischen Heerscharen verkündigten den dritten Tag, Gott preisend und sprechend:

 

10. Chor

Stimmt an die Saiten, ergreift die Leier, laßt euren Lobgesang erschallen! Frohlocket dem Herrn,
dem mächtigen Gott, denn er hat Himmel und Erde bekleidet in herrlicher Pracht!

 

11. Rezitativ (Uriel)

Und Gott sprach: Es sei'n Lichter an der Feste des Himmels, um den Tag von der Nacht zu scheiden und Licht auf der Erde zu geben, und es seien diese für Zeichen und für Zeiten und für Tage und für Jahre. Er machte die Sterne gleichfalls.

 

12. Rezitativ (Uriel)

In vollem glanze steiget jetzt die Sonne strahlend auf, ein wonnevoller Bräutigam, ein Riese stolz und froh, zu rennen seine Bahn. Mit leisem Gang und sanftem Schimmer schleicht der Mond die stille Nacht hindurch. Den ausgedehnten Himmelsraum ziert ohne Zahl der hellen Sterne Gold. Und die Söhne Gottes verkündigten den vierten Tag mit himmlischem Gesang, seine Macht ausrufend also:

 

13. Chor mit Soli (Gabriel, Uriel, Raphael)

Chor:

Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und seiner Hände Werk zeigt an das Firmament.

 

Gabriel, Uriel, Raphael:

Dem kommenden Tage sagt es der Tag, die Nacht, die verschwand, der folgenden Nacht:

 

Chor:

Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und seiner Hände Werk zeigt an das Firmament.

 

Gabriel, Uriel, Raphael:

In alle Welt ergeht das Wort, jedem Ohre klingend, keiner Zunge fremd:

 

Chor:

Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und seiner Hände Werk zeigt an das Firmament.

 

Zweiter Teil

14. Rezitativ (Gabriel)

Und Gott sprach: Es bringe das Wasser in der Fülle hervor webende Geschöpfe, die Leben haben,
und Vögel, die über der Erde fliegen mögen in dem offenen Firmamente des Himmels.

 

15. Arie (Gabriel)

Auf starkem Fittiche schwinget sich der Adler stolz und teilet die Luft im schnellesten Fluge zur Sonne hin. Den Morgen grüßt Der Lerche frohes Lied, und Liebe girrt das zarte Taubenpaar. Aus jedem Busch und Hain erschallt der Nachtigallen süße Kehle. Noch drückte Gram nicht ihre Brust, Noch war zur Klage nicht gestimmt ihr reizender Gesang.

 

16. Rezitativ (Raphael)

Und Gott schuf große Walfische und ein jedes lebende Geschöpf, das sich beweget, und Gott segnete sie, sprechend: Seid fruchtbar alle, mehret euch, bewohner der Luft, vermehret euch und singt auf jedem Aste! Mehret euch, ihr Flutenbewohner, und füllet jede Tiefe! Seid fruchtbar, wachset, mehret euch, erfreuet euch in eurem Gott!

 

17. Rezitativ (Raphael)

Und die Engel rührten ihr' unsterblichen Harfen und sangen die Wunder des fünften Tags.

 

18. Terzett (Gabriel, Uriel, Raphael)

Gabriel:

In holder Anmut stehn, mit jungem Grün geschmückt, die wogigten Hügel da.
Aus ihren Adern quillt in fließendem Kristall der kühlende Bach hervor.

Uriel:

In frohen Kreisen schwebt, sich wiegend in der Luft, der munteren Vögel Schar.
Den bunten Federglanz erhöht im Wechselflug das goldene Sonnenlicht.
 

Raphael:

Das helle Naß durchblitzt der Fisch und windet sich im steten Gewühl umher.
Vom tiefsten Meeresgrund wälzet sich Leviathan auf schäumender Well' empor.
 

Gabriel, Uriel, Raphael:

Wie viel sind deiner Werk', o Gott! Wer fasset ihre Zahl? Wer, o Gott! Wer fasset ihre Zahl?

 

19 Chor mit Soli

Der Herr ist groß in seiner Macht, und ewig bleibt sein Ruhm.

 

20. Rezitativ (Raphael)

Und Gott sprach: Es bringe die Erde hervor lebende Geschöpfe nach ihrer Art:
Vieh und krichendes Gewürm und Tiere der Erde nach ihren Gattungen.

 

21. Rezitativ (Raphael)

Gleich öffnet sich der Erde Schoß und sie gebiert auf Gottes Wort Geschöpfe jeder Art, in vollem Wuchs und ohne Zahl. Vor Freude brüllend steht der Löwe da. Hier schießt der gelenkige Tiger empor. Das zackige Haupt erhebt der schnelle Hirsch. Mit fliegender Mähne springt und wieh'rt voll Mut und Kraft das edle Roß. Auf grünen Matten weidet schon das Rind, in Herden abgeteilt. Die Triften deckt, als wie gesät, das wollenreiche, sanfte Schaf. Wie Staub verbreitet sich in Schwarm und Wirbel das Heer der Insekten. In langen Zügen kriecht am Boden das Gewürm.

 

22. Arie (Raphael)

Nun scheint in vollem Glanze der Himmel, nun prangt in ihrem Schmucke die Erde. Die Luft erfüllt das leichte Gefieder, das Wasser schwellt der Fische Gewimmel, den Boden drückt der Tiere Last. Doch war noch alles nicht vollbracht. Dem ganzen fehlte das Geschöpf, das Gottes Werke dankbar sehn, des Herren Güte preisen soll.

 

23. Rezitativ (Uriel)

Und Gott schuf den Menschen nach seinem Ebenbilde, nach dem Ebenbilde Gottes schuf er ihn. Mann und Weib erschuf er sie. Den Atem des Lebens hauchte er in sein Angesicht, und der Mensch wurde zur lebendigen Seele.

 

24. Arie (Uriel)

Mit Würd' und Hoheit angetan, mit Schönheit, Stärk' und Mut begabt, gen Himmel aufgerichtet steht der Mensch, ein Mann und König der Natur. Die breit gewölbt' erhabne Stirn verkünd't der Weisheit tiefen Sinn, und aus dem hellen Blicke strahlt der Geist, des Schöpfers Hauch und Ebenbild. An seinen Busen schmieget sich für ihn, aus ihm geformt, die Gattin, hold und anmutsvoll. In froher Unschuld lächelt sie, des Frühlings reizend Bild, ihm Liebe, Glück und Wonne zu.

 

25. Rezitativ (Raphael)

Und Gott sah jedes Ding, was er gemacht hatte; und es war sehr gut. Und der himmlische Chor feierte das Ende des sechsten Tages mit lautem Gesang:

 

26. Chor

Vollendet ist das große Werk, der Schöpfer sieht's und freuet sich. Auch unsre Freud' erschalle laut, des Herren Lob sei unser Lied!

 

27. Terzett (Gabriel, Uriel, Raphael)

Gabriel, Uriel:

Zu dir, o Herr, blickt alles auf. Um Speise fleht dich alles an. Du öffnest deine Hand,
gesättigt werden sie.
 

Raphael:

Du wendest ab dein Angesicht, da bebet alles und erstarrt. Du nimmst den Odem weg,
in Staub zerfallen sie.
 

Gabriel, Uriel, Raphael:

Den Odem hauchst du wieder aus, und neues Leben sproßt hervor.
Verjüngt ist die Gestalt der Erd' an Reiz und Kraft.

 

28. Chor

Vollendet ist das große Werk, des Herren Lob sei unser Lied! Alles lobe seinen Namen, denn er allein ist hoch erhaben! Alleluja! Alleluja!

 

Dritter Teil

29. Orchestereinleitung und Rezitativ (Uriel)

Aus Rosenwolken bricht, geweckt durch süßen Klang, der Morgen jung und schön. Vom himmlischen Gewölbe strömt reine Harmonie zur Erde hinab. Seht das beglückte Paar, wie Hand in Hand es geht! Aus ihren Blicken strahlt des heißen Danks Gefühl. Bald singt in lautem Ton ihr Mund des Schöpfers Lob; laßt unsre Stimme dann sich mengen in ihr Lied.

 

30. Duett mit Chor (Eva und Adam)

Eva und Adam:

Von deiner Güt', o Herr und Gott, ist Erd' und Himmel voll.
Die Welt, so groß, so wunderbar, ist deiner Hände Werk.

Chor:

Gesegnet sei des Herren Macht, sein Lob erschall' in Ewigkeit.

Adam:

Der Sterne hellster, o wie schön verkündest du den Tag!
Wie schmückst du ihn, o Sonne du, des Weltalls Seel' und Aug'!

Chor:

Macht kund auf eurer weiten Bahn des Herren Macht und seinen Ruhm!

Eva:

Und du, der Nächte Zierd' und Trost, und all das strahlend' Heer, verbreitet überall sein Lob in euerm Chorgesang.

Adam:

Ihr Elemente, deren Kraft stets neue Formen zeugt, ihr Dünst' und Nebel, die der Wind versammelt und vertreibt:

Eva, Adam und Chor:

Lobsinget alle Gott, dem Herrn, groß wie sein Nam' ist seine Macht.

Eva:

Sanft rauschend lobt, o Quellen, ihn! Den Wipfel neigt, ihr Bäum'! Ihr Pflanzen duftet, Blumen haucht ihm euern Wohlgeruch!

Adam:

Ihr, deren Pfad die Höh'n erklimmt, und ihr, die niedrig kriecht, ihr, deren Flug die Luft durchschneid't, und ihr im tiefen Naß:

Eva, Adam und Chor:

Ihr Tiere, preiset alle Gott! Ihn lobe, was nur Odem hat!

Eva und Adam:

Ihr dunklen Hain', ihr Berg' und Tal', ihr Zeugen unsres Danks, ertönen sollt ihr früh und spät von unserm Lobgesang.

Chor:

Heil dir, o Gott, o Schöpfer, Heil! Aus deinem Wort entstand die Welt, dich beten Erd' und Himmel an, wir preisen dich in Ewigkeit!

 

31. Rezitativ (Adam und Eva)

Adam:

Nun ist die erste Pflicht erfüllt, dem Schöpfer haben wir gedankt. Nun folge mir, Gefährtin meines Lebens! Ich leite dich, und jeder Schritt weckt neue Freud' in unsrer Brust, zeigt Wunder überall. Erkennen sollst du dann, welch unaussprechlich Glück der Herr uns zugedacht. Ihn preisen immerdar, ihm weihen Herz und Sinn. Komm, folge mir, ich leite dich.

Eva:

O du, für den ich ward, mein Schirm, mein Schild, mein All! Dein Will' ist mir Gesetz.
So hat's der Herr bestimmt, und dir gehorchen bringt mir Freude, Glück und Ruhm.

 

32. Duett (Adam und Eva)

Adam:

Holde Gattin, dir zur Seite fließen sanft die Stunden hin. Jeder Augenblick ist Wonne,
keine Sorge trübet sie.

Eva:

Teurer Gatte, dir zur Seite, schwimmt in Freuden mir das Herz. Dir gewidmet ist mein Leben,
deine Liebe sei mein Lohn.

Adam:

Der tauende Morgen, o wie ermuntert er!

Eva:

Die Kühle des Abends, o wie erquicket sie!

Adam:

Wie labend ist der runden Früchte Saft!

Eva:

Wie reizend ist der Blumen süßer Duft!

Eva und Adam:

Doch ohne dich, was wäre mir -

Adam:

Der Morgentau,

Eva:

Der Abendhauch,

Adam:

Der Früchte Saft,

Eva:

Der Blumen Duft.

Eva und Adam:

Mit dir erhöht sich jede Freude, mit dir genieß ich doppelt sie, mit dir ist Seligkeit das Leben,
dir sei es ganz geweiht!

 

33. Rezitativ (Uriel)

O glücklich Paar, und glücklich immerfort, wenn falscher Wahn euch nicht verführt, noch mehr zu wünschen als ihr habt, und mehr zu wissen als ihr sollt!

 

34. Schlußchor mit Soli

Singt dem Herren alle Stimmen! Dankt ihm alle seine Werke! Laßt zu Ehren seines Namens Lob im Wettgesang erschallen! Des Herren Ruhm, er bleibt in Ewigkeit! Amen!

 

Besetzung:

Soli (STB), Chor (SATB), 3 Flöten, 2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Fagotten, Kontrafagott, 2 Waldhörnern, 2 Trompeten, 3 Posaunen, Pauken, Streicher (Violine I+II, Viola, Cello, Kontrabass), Tasteninstrument

 

Eine Aufführung des Oratoriums dauert ca. 105 min

 

Literaturnachweis, Quellen, weiterführende Links:

 

 

 

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes auf folgende URL:
http://gemeinden.erzbistum-koeln.de/stifts-chor-bonn/dokumente/Werkbeschreibung/Haydn_HobXXI-2.html

Autor: Judith Roßbach

Letzte Änderung am 08.11.2015


 
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