ERZBISTUM KÖLN  TagesLiturgie     

Werkbeschreibung | Maurice Duruflé

Quatre Motets sur des Thèmes Grégoriens op. 10

 

In den Quatre Motets sur des Thèmes Grégoriens op. 10 für Chor a cappella (1960) verbindet Maurice Duruflé die Melodien gregorianischer Gesänge der Mönche der Abbaye de Solesmes mit leuchtenden Harmonien. Die Stücke sind aus einer idealen Vokalität entwickelt und sprechen daher Sänger wie Hörer gleichermaßen mit ihrem sinnlichen Klang an.

 

Duruflé's Harmonik ist farbig und leicht, sie erinnert an den Impressionismus. Zum Teil zitiert er Originalmelodien des Gregorianischen Chorals, zum Teil lehnen sich seine erfundenen Melodien an die Gregorianik an.

 

Die vier Motetten sind um vier aus verschiedenen Bereichen der Liturgie stammende gregorianische Melodien herum komponiert. Dabei folgt die Komposition der ursprünglichen Bedeutung des Textes.

 

Ubi caritas ist eine Antiphon, ursprünglich aus der Liturgie des Gründonnerstags. Die Antiphon wurde zusammen mit dem dazugehörigen Hymnus Congregavit nos, als dessen Verfasser Paulinus von Aquileia († 802/04) vermutet wird, im Mittelalter während der Fußwaschung gesungen. Heute werden die Antiphon und einige Verse des Hymnus zur Gabenbereitung gesungen.

 

In der zweiten Motette Tota pulchra es wird die Reinheit und Unschuld Marias durch den weichen, lebendigen Klang des dreistimmigen Frauensatzes unterstrichen, während die dritte Motette Tu es Petrus – der mitreißende Gründungsspruch der christlichen Kirche aus dem Matthäus-Evangelium (Mt 16, 18) – in einem dramatischen Crescendo im einzigen fortissimo des Zyklus gipfelt.

 

In der vierten Motette wird der Hymnus Tantum ergo, die letzten beiden Strophen des von Thomas von Aquin verfassten Hymnus Pange Lingua, vertont.

 

1. Ubi caritas

 

Ubi caritas et amor, Deus ibi est.
Congregavit nos in unum Christi amor.

Wo Güte ist und Liebe, da ist Gott.
Die Liebe Christi vereinigte uns in eins.

Exsultemus et in ipso iucundemur.
Timeamus et amemus Deum vivum
Et ex corde diligamus nos sincero.
Ubi caritas et amor, Deus ibi est.
Amen.

 

Lasst uns jauchzen und uns in ihm freuen.
Lasst uns fürchten und lieben den lebendigen Gott
Und von Herzen uns aufrichtig lieben.
Wo Güte ist und Liebe, da ist Gott.
Amen.

 

2. Tota pulchra es

 
Tota pulchra es, Maria,
et macula originalis non est in te.
Vestimentum tuum candidum quasi nix,
et facies tua sicut sol.
Du bist ganz und gar rein, Maria.
und der Flecken der Sünde ist nicht in Dir.
Deine Kleider sind weiß wie der Schnee,
und dein Antlitz ist wie die Sonne.

Tota pulchra es, Maria,
et macula originalis non est in te.
Tu gloria Jerusalem,
tu laetitia Israel,
tu honorificentia populi nostri.
Tota pulchra es, Maria.

 

Du bist ganz und gar rein, Maria,
und der Flecken der Sünde ist nicht in Dir.
Du Herrlichkeit Jerusalems,
Du Freude Israels,
Du Gepriesene unseres Volkes.
Du bist ganz und gar rein, Maria.

3. Tu es Petrus

 

Tu es Petrus,
et super hanc petram
aedificabo ecclesiam meam.

 

Du bist Petrus,
und auf diesen Felsen
will ich meine Kirche bauen.

4. Tantum ergo

 
Tantum ergo sacramentum
veneremur cernui,
et antiquum documentum
novo cedat ritui.
Praestet fides supplementum
sensuum defectui.

Ein so großes Sakrament
lasst uns also, kniefällig, verehren,
Und die alte Unterweisung
weiche dem neuen Ritus;
es biete der Glaube Ersatz
für das Versagen der Sinne.

Genitori Genitoque
laus et iubilatio,
Salus, honor, virtus quoque
sit et benedictio.
Procedenti ab utroque
compar sit laudatio.

Amen.

Dem Erzeuger und dem Gezeugten
sei Lob und Jubel,
Heil, Ehre und auch Macht
und Lobpreis;
Dem [Geist], der von beiden ausgeht,
sei gleicher Lobgesang.
Amen.

 

Hörproben

  • Ubi caritas
    Ubi caritas et amor
  • Tota pulchra es
    Tota pulchra es
  • Tu es Petrus
    Tu es Petrus
  • Tantum ergo
    Tantum ergo

    Hörproben (Fragment): CD Duruflé - Requiem | The Choir of Magdalen College, Oxford · Leitung: Bill Ives

  •  

     

 

Literaturnachweis, Quellen, weiterführende Links:

 

 

 

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes auf folgende URL:
http://gemeinden.erzbistum-koeln.de/stifts-chor-bonn/dokumente/Werkbeschreibung/Durufle_op10.html

Autor: Judith Roßbach

Letzte Änderung am 01.05.2015

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