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Werkbeschreibung | Anton Diabelli

Pastoralmesse in F-Dur op. 147

 

Die Pastoralmesse in F-Dur op. 147 schrieb Diabelli im Alter von 49 Jahren in einen Zeitraum von 24 Tagen (1. bis 25. November 1830).

 

Sie zeigt alle Merkmale einer Pastoralmesse: liegende Bässe, Sicilianorhythmen, wiegende Sechsachtelgänge, Alphornrufe (Quart-Sext), solistische Verwendung von Holzbläsern, Männerchorpartien, Echoeffekte.

 

Dass über all dem Pastoralen die „Absolute Musik“ nicht zu kurz kommt, zeigt besonders das trompetenschmetternde Gloria mit seiner mächtigen Schlußfuge und die virtuos gehaltene Solovioline (oder -flöte) im Et incarnatus.

 

Bereits das Kyrie beginnt im 6/8-Takt, die Holzbläser werden solistisch eingesetzt, wie z. B. beim Klarinettensolo im Benedictus sowie eine eingängige Melodik und liegende Bässe. Auf der anderen Seite zeigt sie ausgesprochen solemne Einschläge wie z. B. die virtuosen Fugen im Gloria und Agnus Dei, das große Violinsolo im Credo (ad libitum auch als Flötensolo) und die Verwendung von Pauken und Trompeten.

 

Ganz allgemein ist der Charakter dieser Messe eher strahlend festlich als innig, wozu auch der durchaus als opernhaft zu bezeichnende Orchesterpart beiträgt. Dieser Eindruck wird noch verstärkt durch die Tatsache, dass der dominierende 6/8-Takt alla breve auch als 4er Takt mit durchgängigen Triolen umgedeutet werden kann, ein Stilelement, das in der italienischen Opernmusik der damaligen Zeit häufig anzutreffen ist. Nichtsdestoweniger zeigt sie auch typische Stilelemente der Wiener Musik aus der Mitte des 19. Jahrhunderts mit ihrem charakteristischen Charme, besonders im Credo und im Benedictus.

 

Um so befremdlicher muten daher die 38 Takte Choral auf die Textstelle Et in Spiritum sanctum im Credo an, zuerst in den Frauen-, dann in den Männerstimmen, die Takte 203-214 schließlich gemeinsam. Dieser Einschub wirkt hier als offensichtlicher Fremdkörper, zumal er nicht das lebendige Melos der Gregorianik aufweist, sondern im wesentlichen bis auf die jeweiligen Schlußfiguren im stampfenden 4/4-Rhythmus auf einem Rezitationston verharrt - wenn auch sotto voce.

 

Besetzung:

Soli (SSATB), Chor (SATB), 2 Violinen, Viola, Violoncello, Kontrabass, Flöte, 2 Klarinette (B) +, 2 Fagotte, 2 Trompeten, Pauken und Orgel

 

Hörproben

  • Kyrie
    Kyrie
  • Gloria
    Gloria
  • Credo
    Credo
  • Sanctus
    Sanctus
  • Benedictus
    Benedictus
  • Agnus Dei
    Agnus Dei
  • Hörproben: CD Pastoralmessen Karl Kempter · Anton Diabelli | Augsburger Domsingknaben · Tobias Wall, Sopran · Joachim Schleifer, Mezzosopran · Werner Mayr, Alt · Hartmut Quotschalla, Tenor · Ulrich Streckmann, Bass · Residenz-Kammerorchester München · Dirigent: Reinhard Kammler

 

Literaturnachweis, Quellen, weiterführende Links:

 

 

 

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes auf folgende URL:
http://gemeinden.erzbistum-koeln.de/stifts-chor-bonn/dokumente/Werkbeschreibung/Diabelli_op147.html

Autor: Judith Roßbach

Letzte Änderung am 19.03.2015


 
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