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Werkbeschreibung | Anton Bruckner

Messe C-Dur (Windhaager Messe), WAB 25

 

Die Messe in C-Dur für Alt, zwei Hörner, Chor und Orgel wird, da sie während Bruckners Aufenthalt um 1842 im Dorf Windhaag bei Freistadt entstand, auch Windhaager Messe genannt. Bruckner schrieb die Windhaager Messe als achtzehnjähriger Schulgehilfe. Wegen der Schlichtheit gilt sie als Frühwerk Bruckners, der in späteren Jahren mit groß angelegten Messkompositionen eine eigene Tonsprache entwickelte.

 

Für die begrenzten örtlichen Verhältnisse komponierte er eine kurze, in Umfang und Besetzung bescheidene Messe - für Solo-Altstimme, 2 Hörner und Orgel. Schon in dieser frühen und noch sehr einfach gehaltenen geistlichen Vokalkomposition ist auffällig, wie stark die Musik die besondere Rolle des Gottessohnes unterstreicht: Die meisten Anrufungen des Eröffnungssatzes gelten dem Christe eleison. Eine dieser Anrufungen wird besonders hervorgehoben durch eine etwas kühnere Harmonisierung.

 

Bruckners Windhaager Messe entstand unter liturgisch und musikalisch stark eingeschränkten Aufführungsbedingungen. Deutlich zu hören ist auch, dass der junge Bruckner als Komponist, der in seiner dörflichen Umgebung völlig auf sich allein gestellt war, noch mit beträchtlichen handwerklichen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, vor allem bei der thematischen Profilierung und formalen Gestaltung der verschiedenen Sätze. Im Credo-Satz versuchte er formale Geschlossenheit dadurch zu erreichen, dass er an Anfang und Ende die erste gregorianische Credo-Melodie in seine Musik einbezog.

 

Im Gesamtzusammenhang dieser frühen Messe lassen sich - trotz verschiedener bemerkenswerter Einzelheiten - Keime der späteren formalen Gestaltungskraft Bruckners nur schwer entdecken. Dennoch ist bemerkenswert, dass diese Musik am ehesten Gestalt gewinnt an Stellen, in denen vom Gottessohn die Rede ist - vor allem im Benedictus.

 

Einige Textstellen in dem textreichen Gloria und Credo komponierte Bruckner nicht. 

 

Literaturnachweis, Quellen, weiterführende Links:

 

 

 

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes auf folgende URL:
http://gemeinden.erzbistum-koeln.de/stifts-chor-bonn/dokumente/Werkbeschreibung/Bruckner_WAB025.html

Autor: Judith Roßbach

Letzte Änderung am 08.03.2015


 
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