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Werkbeschreibung | Ludwig van Beethoven

9. Sinfonie d-moll op. 125 mit Schlusschor über Friedrich Schillers Ode an die Freude

 

Unter allen Werken Beethovens hatte die 9. Sinfonie die längste Entstehungszeit (1817-1823). Beethoven vollendete dieses Werk schließlich 1824 und widmete sie König Friedrich Wilhelm III. von Preußen. Mit der 9. Sinfonie hat Beethoven über sich selbst gesiegt, sich durch Nacht und Elend durchgerungen zum Glauben an den Sinn des Lebens, zur Bejahung der Freude als eines himmlischen Geschenkes an den Menschen. Was in der 5. Sinfonie in c-moll rein symphonisch durchgeführt ist: der Sieg des Lichtes über die Mächte der Finsternis, das steigert sich in der 9. bis zum Begrifflichen des Wortes: das Werk endet mit der Vertonung der Ode An die Freude von Friedrich Schiller. Neu an diesem Finale für die Sinfonie ist die klangliche Verschmelzung von instrumentalen und vokalen Stimmen, die auf konzertantem Gebiet einen thematisch sehr verwandten Vorläufer in Beethovens Chorfantasie op. 80 hat.

 

Der Plan, Schillers Ode zu vertonen, reicht bis in Beethovens Bonner Jugendjahre zurück und blieb immer wieder lebendig, bis sich im Verlauf der Arbeit an der 9. Sinfonie der kühne Übergang von der wortlosen, aber sprachmächtigen Instrumentalmusik zur Textvertonung herauskristallisierte. Die komplizierte Entstehungsgeschichte der 9. Sinfonie zeigt, dass dieser Gedanke alles andere als naheliegend war; die sogenannte Freudenmelodie und der Entschluss zur Schiller-Vertonung als Finale der Sinfonie werden erst im Oktober 1823 konkret greifbar.

 

Die Musik drückt das Ringen eines Menschenherzens aus, das sich aus Mühen und Leiden nach dem Tag reiner Freude sehnt, der ihm doch in voller Klarheit und Reinheit nicht beschieden ist. Die ersten drei Sätze mit ihrer grandiosen Architektur, Instrumentierung und Themenverarbeitung wurden richtungsweisend für die Sinfoniker der Romantik bis hin zu Gustav Mahler.

 

Die Uraufführung der 9. Sinfonie erfolgte zusammen mit einigen Sätzen aus der Missa Solemnis op. 123 und der Ouvertüre zu Die Weihe des Hauses op. 124 am 7. Mai 1824 im Kärntnertortheater in Wien. Beethoven wollte, da er die Aufführung nicht mehr selbst leiten konnte, den Dirigenten durch Angabe der Tempi unterstützen. Das Orchester war allerdings angewiesen worden, dies nicht zu beachten.

 

1972 wurde das Hauptthema des letzten Satzes offiziell zur Europahymne bestimmt und 1985 von der Europäischen Gemeinschaft als deren offizielle Hymne angenommen.

 

Besetzung:

Soli (SATB), Chor (SATB) und Orchester (Piccoloflöte, 2 Flöten, 2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Fagotte, Kontrafagott, 4 Hörner, 2 Trompeten, 3 Posaunen, Pauken, Große Trommel, Becken, Triangel, Streicher)

 

Die Aufführungsdauer beträgt ca. 70 Minuten

 

Literaturnachweis, Quellen, weiterführende Links:

Dietmar Holland in: Siegmar Hohl (Hrsg.): Musikführer. Oper, Operette, Musical, Ballett, Konzert, Orbis Verlag München, 1995

 

 

 

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes auf folgende URL:
http://gemeinden.erzbistum-koeln.de/stifts-chor-bonn/dokumente/Werkbeschreibung/Beethoven_op125.html

Autor: Judith Roßbach

Letzte Änderung am 22.03.2015

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