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Bonn am Ende des Zweiten Weltkrieges

Schloss und Innenstadt nach dem verheerenden Luftangriff am 18. Oktober 1944, im Hintergrund die von deutschen Truppen zerstörte RheinbrückeFoto: Archiv General-Anzeiger BonnSchloss und Innenstadt nach dem verheerenden Luftangriff am 18. Oktober 1944, im Hintergrund die von deutschen Truppen zerstörte Rheinbrücke

Am Mittwoch, dem 18. Oktober 1944 erlebte Bonn den schwersten der 43 Luftangriffe des Krieges. Von den 129 am Morgen in Norfolk gestarteten Lancaster-Bomber warfen aufgrund eines technischen Defektes „nur“ 21 Besatzungen ihre Bomben über dem Stadtzentrum, gut 900 Meter um den Marktplatz, ab. Zahlreiche Abwürfe landeten weit verstreut oder außerhalb des Stadtgebietes. Nahezu völlig vernichteten die Bomben innerhalb von 20 Minuten die Bonner Altstadt (De Kuhl), rheinauf bis zur Zweiten Fährgasse, in Gegenrichtung bis zur Wachsbleiche, im Westen hin zur Bahnlinie. Komplett ausgelöscht war das dicht bebaute Rheinviertel. Mehr als 300 Menschen verloren dabei ihr Leben.

 

Von Dezember 1944 bis Februar 1945 trafen Bonn, Beuel und Bad Godesberg noch weitere schwere Bombenangriffe. Beim Angriff am 28. Dezember 1944 starben über 600 Bonner Bürger, darunter auch die Opfer der Münsterplatz-Katastrophe (der Luftschutzbunker Münsterplatz stürzte ein, es konnte kein Mensch gerettet werden).

 

Wegen der Zerstörung der Stadt und der anrückenden Alliierten wurden die Bonner aufgefordert, die Stadt umgehend zu verlassen, jedoch folgte kaum einer dem Befehl.

 

Unzerstörtes Beethoven-Denkmal auf dem Münsterplatz, März 1945Foto: Stadtarchiv und Stadthistorische Bibliothek BonnUnzerstörtes Beethoven-Denkmal auf dem Münsterplatz, März 1945

Im Januar 1945 wurde Bonn zur Festung erklärt. Am 4. Februar 1945 traf Bonn ein letzter Bombenangriff. Rund 350 Bomber ließen insgesamt 2.000 Spreng- und etliche Brandbomben auf die Stadt fallen.

 

Der letzte Luftangriff erfolgte am 15. Februar 1945 auf Bad Godesberg - bis zum 1. August 1969 selbstständige Stadt, seither ein Stadtbezirk der Bundes(haupt)stadt Bonn -, dabei waren keine Toten zu beklagten.

 

Am Ende des Krieges war Bonn zu 32,8 % zerstört. „Von 11.000 Wohnhäusern waren nur 1.200 unbeschädigt geblieben“, schreibt der frühere Stadtarchivar Dietrich Höroldt in seinem Buch „Bonn: ehemals, gestern und heute“. „700 zerstörte und 1.000 schwerstbeschädigte Häuser waren das Ergebnis des schwersten der 43 Luftangriffe“ (Höroldt), der auch das Beueler Zentrum stark in Mitleidenschaft zog. Insgesamt wurden 19 % der Wohnungen (= 2.647) zerstört und 70 % der Häuser (= 10.414) beschädigt.

 

Bertha-von-Suttner-Platz, 1951Foto: Stadtarchiv und Stadthistorische Bibliothek BonnBertha-von-Suttner-Platz, 1951

Insgesamt starben 6.376 Bonner. Durch Luftangriffe verloren in Bonn 1.564, in Bad Godesberg 173 und in Beuel 167 Einwohner ihr Leben. Zehntausende waren geflohen.

 

Im Jahr 1939 lebten 104.337 Menschen in der Stadt Bonn, 1945 zählte die Stadt nur noch 43.000 Einwohner. 

 

Bis 1946 kehrten rund 10.500 Menschen aus Gefangenschaft oder Evakuierung nach Bonn zurück. 

 

 

 

 

Quellen und weiterführende Links:
Sylvia Schmitz: Aus der Region - Feuersturm fegt über Bonn | General-Anzeiger Bonn, Artikel vom 31.12.1998

 

 

 

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes auf folgende URL:
http://gemeinden.erzbistum-koeln.de/stifts-chor-bonn/dokumente/sonstiges/1944.html

Autor: Judith Roßbach

Letzte Änderung am 31.08.2015

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