ERZBISTUM KÖLN  TagesLiturgie     

Te Deum

Als „Ambrosianischer Lobgesang“ (Hymnus Ambrosianus) ist dieser frühchristliche Hymnus Gegenstand einer Legende geworden, die zwei große Männer der frühen Kirche verbindet: In der Nacht, als Ambrosius seinen Schüler Augustinus getauft habe, sei ihm diese Dichtung eingegeben worden.

 

Nach neueren Forschungen handelt es sich allerdings wahrscheinlich um einen altlateinischen Abendmahlshymnus aus dem 4. Jahrhundert. Manche Forscher vermuten in diesem Text ein altes Hochgebet für die Osternachtfeier. Über seinen klassischen liturgischen Ort (Stundengebet) hinaus hat der Hymnus einen musikalischen Siegeszug angetreten und ist zum Inbegriff des christlichen Gotteslobes überhaupt geworden.

 

In der Matutin (Nachtgebet) des kirchlichen Stundengebetes vor Sonntagen, Festen oder Hochfesten wird - außer in der Advents- und Fastenzeit - nach dem letzten Responsorium (Antwortgesang) das Te Deum feierlich gesungen. Darüber hinaus erklingt es auch in Gottesdiensten, in denen zur Danksagung Anlass gegeben ist, wie etwa nach Prozessionen und Weihehandlungen. Bei solchen Anlässen werden dann häufig auch das Vollgeläut der Kirche sowie alle Altarschellen geläutet.

 

 

Te Deum laudamus:

Te Dominum confitemur.
Te aeternum Patrem

omnis terra veneratur.
Tibi omnes Angeli,

tibi caeli et universae potestates:
Tibi Cherubim et Seraphim
incessabili voce proclamant:
Sanctus, Sanctus, Sanctus,

Dominus, Deus Sabaoth.
Pleni sunt caeli et terra

maiestatis gloriae tuae.

Dich, Gott, loben wir,

dich, Herr, preisen wir.
Dir, dem ewigen Vater,

huldigt die ganze Erde.
Dir rufen alle Engel,

dir Himmel und alle Mächte,
Dir Cherubim und Seraphim
mit unaufhörlicher Stimme zu:
Heilig, heilig, heilig,

Herr, Gott der Heerscharen!
Erfüllt sind Himmel und Erde

von der Herrlichkeit Deines Ruhms.

 

Te gloriosus Apostolorum chorus:
Te Prophetarum laudabilis numerus:
Te Martyrum candidatus laudat exercitus.
Te per orbem terrarum

sancta confitetur Ecclesia:
Patrem immensae maiestatis:
Venerandum tuum verum,

et unicum Filium:
Sanctum quoque Paraclitum Spiritum.

Dich preist der Apostel ehrwürdiger Chor;
Dich der Propheten lobenswerte Zahl,
Dich der Märtyrer strahlendes Heer.
Dich preist über den ganzen Erdkreis

die heilige Kirche:
Den Vater der unermesslichen Herrlichkeit,
Deinen anbetungswürdigen, wahren

und einzigen Sohn,
auch den Heiligen Geist, den Tröster.

Tu Rex gloriae, Christe.
Tu Patris sempiternus es Filius.
Tu, ad liberandum suscepturus hominem,

non horruisti Virginis uterum.
Tu, devicto mortis aculeo,
aperuisti credentibus regna caelorum.
Tu ad dexteram Dei sedes,

in gloria Patris.
Iudex crederis esse venturus.
Te ergo quaesumus,

tuis famulis subveni,
quos pretioso sanguine redemisti.
Aeterna fac

cum Sanctis tuis in gloria numerari.

Du, der König der Herrlichkeit, Christus,
Du des Vaters ewiger Sohn.
Um die Menschheit zu retten,
hast Du nicht der Jungfrau Schoß verabscheut,
Du hast besiegt den Stachel des Todes
und den Gläubigen das Himmelreich geöffnet.
Du sitzt zur Rechten Gottes

in der Herrlichkeit des Vaters.
Als Richter, glauben wir, wirst du kommen.
Dich bitten wir daher,

komm Deinen Dienern zu Hilfe,
die Du erkauft mit Deinem kostbaren Blut.
In der ewigen Herrlichkeit

zähle uns deinen Heiligen zu.

Salvum fac populum tuum, Domine,
et benedic haereditati tuae,
et rege eos et extolle illos usque in aeternum.
Per singulos dies benedicimus te
et laudamus nomen tuum in saeculum,
et in saeculum saeculi.
Dignare Domine,

die isto sine peccato nos custodire.
Miserere nostri, Domine,

miserere nostri.
Fiat misericordia tua, Domine, super nos,
quemadmodum speravimus in te.
In te, Domine, speravi,
non confundar in aeternum.

Hilf deinem Volk, o Herr
und segne Dein Erbe,
und führe sie und erhebe sie bis in Ewigkeit.
An jedem einzigen Tag preisen wir Dich,
und loben Deinen Namen in Ewigkeit,
und in alle Ewigkeit.
Gewähre, Herr,

diesen Tag um uns ohne Sünde zu halten.
Erbarme dich unser, o Herr,

erbarme dich unser.
Dein Erbarmen, Herr, sei über uns,
wie wir gehofft auf Dich.
Auf dich, Herr, vertraute ich,
nie werde ich zu Schanden in Ewigkeit!
 

 

Te Deum

 

Das Te Deum ist im Gotteslob, Ausgabe 1975/1996 (GL) in verschiedenen Text- und Melodievarianten abgedruckt:

  • GL 706 Te Deum
    (Übertragung ins Deutsche von Romano Guardini, 1950, Melodie: EGB 1974 nach gregorianischen Modellen)
  • GL 257, GGB 380, EG 331 Großer Gott, wir loben dich
    (Text: Ignaz Franz, 1771, Melodie: Wien um 1776, Heinrich Bone, 1852)
  • GL 882 im Diözesananhang für das Erzbistum Köln (in lateinisch mit deutscher Übersetzung)
  • GL 878, GGB 794 im Diözesananhang für das Erzbistum Köln Herr, großer Gott, dich loben wir
    (Text und Melodie: Köln 1890, nach Landshut 1777)
  • GL 939 im Eigenteil des Bistums Münster (in der lateinischen Textfassung) 
  • EG 191 Herr Gott, dich loben wir
    (Text und Melodie: Martin Luther 1529)

 

Quellen und weiterführende Links:

Gotteslob (GL), Katholisches Gebet- und Gesangbuch, Ausgabe für das Erzbistum Köln.
1975/1996, Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart, J. P. Bachem Verlag, Köln

Gotteslob (GL), Katholisches Gebet- und Gesangbuch, Ausgabe Bistum Münster.
1997, Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart, Verlag Aschendorff, Münster

Gotteslob (GGB), Katholisches Gebet- und Gesangbuch, Ausgabe für das Erzbistum Köln.
2013, Verlag Katholisches Bibelwerk GmbH, Stuttgart

Evangelisches Gesangbuch (EG), Ausgabe für die Evangelische Kirche im Rheinland, die Evangelische Kirche von Westfalen, die Lippische Landeskirche. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh, Luther-Verlag, Bielefeld, 1996

 

 

Vertonungen des Te Deum (Chorwerke) ►

 

 

 

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes auf folgende URL:
http://gemeinden.erzbistum-koeln.de/stifts-chor-bonn/dokumente/liturgie/tedeum.html

Autor: Judith Roßbach

Letzte Änderung am 13.06.2015

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