ERZBISTUM KÖLN  AKTUELLES  domradio  OpenCms     

So begann es ....

Pfr. j. Schönherr  

Die Kongregation der "Missionare von der Hl. Familie, war daran interessiert, eine Niederlassung in Neuss zu gründen. Mehrere Schüler des Ordens besuchten damals das Erzbischöfliche Abendgymnasium und waren in verschiedenen Häusern der Stadt untergebracht. Sie sollten ein Daheim finden. Zu diesem Zeitpunkt erhielt die Provinzleitung in Düren vom Erzbistum Köln das Angebot, eine Pfarrei in Neuss zu übernehmen. Die Wahl fiel auf Neuss-Vogelsang.

Urkunde über die Gründung der Kirchengemeinde  

Am 1. Juni 1966 wurde ich zum Kaplan an "St. Josef" in Neuss-Weckhoven ernannt. ich war bisher noch nicht in der Pfarrseelsorge tätig gewesen. In Weckhoven sollte ich Erfahrungen sammeln und mich in das "Neusser Klima" einleben. "St. Josef" war dazu auch deshalb günstig, weil dort ein neues Pfarrzentrum gebaut wurde.

 

Mitte September 1966 war ich zum ersten Mal in Vogelsang und schaute mir den Stadtteil an. Die Häuser der "Neuen Heimat" standen schon, und der "Neusser Bauverein" hatte mit dem Neubau von Wohnungen auf der Daimlerstraße begonnen. Auf dem Grundstück der Kirche spielten einige jungen Fußball. Zudem wurde der Platz als günstige Schutthalde benutzt. Wahrlich kein schöner Anblick.

 

Zu gleicher Zeit besuchte mich mein Provinzialoberer. Bei diesem Gespräch ging es vor allem um den Namen für die neue Pfarrei. Ich schlug als Patron "Thomas Morus" vor. Mein Oberer neigte eher dazu, ein Erlösungsgeheimnis zu wählen, wie z. B. "Auferstehung Christi".

 

Ich war überrascht, als im Amtsanzeiger des Erzbistums vom 1. November 1966 die Errichtungsurkunde veröffentlicht wurde und die neue Gemeinde den Namen des Hl. Thomas Morus erhalten hatte. Die Urkunde datiert vom 17. Oktober 1966.

 

Am 14. Dezember 1966 wurde ich zum Pfarrverweser der Rektorats-Pfarrei St. Thomas Morus ernannt, im wahrsten Sinne des Wortes einer"Pfarre auf der grünen Wiese", deren Gemeindemitglieder bestenfalls aus der Zeitung wußten, daß sie nunmehr einer neuen Pfarre angehörten.

 

Kurz nach Weihnachten nahm ich Verbindung mit dem Pfarrer von St. Josef/Weißenberg, Herrn August Kohaupt, auf. Für mich war es wichtig, Namen von Kirchenvorstandsmitgliedern zu erfahren, die zu der neuen Gemeinde gehörten. Er nannte mir den Namen von Josef Odenthal auf der Kaarster Brücke.

 

Am ersten Sonntag im Januar 1967 fuhr ich zu Herrn Odenthal. Als weitere Mitglieder des Kirchenvorstandes nannte er mir die Herren Josef Selders und Hans Niemöhlmann.

Ich suchte zunächst ein Zimmer im Bereich der Gemeinde. Herr Odenthal ging mit mir zur Familie Schneider, Zum Zörr 22, wo ich dann auch zunächst unterkommen konnte. Am 20. Januar 1967 zog ich dort ein. Am gleichen Tag traf ich mich mit den Herren Odenthal, Niemöhlmann und Selders. Wir bildeten den Wahlausschuß für die Wahl des Kirchenvorstandes. Eine Kandidatenliste wurde aufgestellt und die Wahl für den 17. Februar festgelegt.

 

Die Stadt Neuss stellte wenig später die Pausenhalle der Clarenbachschule für den sonntätigen Gottesdienst zur Verfügung . Zu diesem Zweck gab uns die Stadt 200 Stühle. Herr Odenthal zimmerte ein Podest und den Altar. Der erste Gottesdienst in der Pausenhalle fand am 5. Februar 1967 statt. Um 8.00 Uhr waren etwa 40 Gläubige zugegen und um 10.30 Uhr etwa 100. Es hatte keine Pfarreinführung stattgefunden. Durch einen Rundbrief, der von den Helferinnen der Frauengemeinschaft verteilt wurde, hatte ich die Gemeinde darüber informiert, welche Straßen zur Pfarre gehörten und wann die Gottesdienste stattfinden sollten.

 

Am 17. Februar 1967 war die Wahl zum ersten Kirchenvorstand. 142 Gemeindemitglieder nahmen daran teil. Gewählt wurden die Herren: Odenthal, Niemöhlmann, Lamp, Selders, Havers, Nitschmann, Giese und Rubarth, zu Ersatzmitgliedern die Herren Kerkhof und Papirow. Zum Rendanten wurde Herr Pastors bestellt.

 

Am 21. Februar 1967 war die konstituierende Sitzung des Kirchenvorstandes im Gasthaus "Zu den sieben Quellen" auf der Kaarster Brücke. Die wichtigste Entscheidung dieser ersten Sitzung lautete: Es wird keine Notkirche erstellt, wie vom Erzbistum angeboten, sondern es wird sofort mit der Planung des Pfarrzentrums begonnen. Als erstes soll der Pfarrsaal gebaut werden, damit die Gemeinde hier zunächst auch Gottesdienst feiern konnte. Es wurde eine Vorplanungsgenehmigung beantragt.

Zum Seitenanfang Seite weiterempfehlen Druckversion Kontakt  Barrierefrei  Impressum