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Als Grundlage wurden große Teile der Chronik von unserem ehemaligen Präses Msgr. Erwin Dederichs genommen. Diese Chronik ist als Buch erschienen und kann im Pfarrbüro Sankt Michael, Hosterstrasse 15, Bornheim Waldorf erworben werden. Pfarrer Msgr. Erwin Dederichs war in unserer Pfarrei Sankt Michael von 1972 – 2001 als  Pfarrer tätig und begleitete jährlich die Fußwallfahrt nach Trier. Er verstarb leider im Sommer 2002

Die  Anfänge der Wallfahrt

Wie ein altes Schild ausweist, das sich im Besitz der Abtei St. Matthias in Trier befindet, ging im Jahr 1672 zum ersten mal eine Wallfahrt von Waldorf nach Trier zum Grab des hl. Apostels Matthias. Grund für die Wallfahrt dürfte die Pest gewesen sein, nach einer anderen Überlieferung eine Viehseuche. Ich halte dies aber für weniger wahrscheinlich. Die Pest suchte in verschiedenen Weiten seit dem Mittelalter bis in die Neuzeit hinein immer wieder Europa heim. Eine solche Pestwelle war von 1665 bis 1668. Die Pest brach in London aus und griff wenig später auf das Festland über. Am 20. Juli 1665 erreichte sie Köln am 6. September des gleichen Jahres Bonn. Das heißt: Im Laufe des August 1665 suchte sie auch das Vorgebirge heim. Wir wissen nicht, ob Waldorf von dieser Seuche verschont wurde, die Pest hier weniger wütete als anderswo oder auf Grund eines Gelübdes die Krankheit Plötzlich zum Stillstand kam, jedenfalls pilgerten die Waldorfer 1672 zum ersten Mal nach Trier, Wir dürfen davon ausgehen ' dass sie damit ein Gelübde eingelöst haben, das sie in der Pestzeit gegeben haben.

Dank und Bitte

Die erste Wallfahrt war die Abstattung einer Dankesschuld, also keine Bitte sondern eine Dankwallfahrt. Dies ist umso bemerkenswerter als heute bei einer Wallfahrt meist der Gedanke der Bitte im Vordergrund steht. Es ist gut, dass uns die geschichtliche Rückschau den Aspekt des Denkens wieder stärker bewusst macht, denn es ist nicht richtig, das Bitten überzubetonen. Unsere erste Pflicht Gott gegenüber ist das Loben  und Danken, weil wir trotz aller Not und Sorge zuerst von Gott Beschenkte sind.

Noch auf einen anderen Gesichtspunkt, der bei der ersten Wallfahrt besonders deutlich wurde, darf ich aufmerksam machen, diejenigen, die an der ersten Wallfahrt teilgenommen haben, sind nicht nur für sich nach Trier gegangen, sondern sie haben sich stellvertretend für die ganze Pfarrei auf den Weg gemacht. Ähnliches gilt auch heute. Die Pilger sind nicht nur in eigener Sache unterwegs, sie tragen auch Freud und Leid anderer, der Angehörigen, Freunde und Bekannten, der Pfarrgemeinde und über ihre Grenzen hinaus die Anliegen unserer Zeit zum hl. Matthias und vor Gott hin. Sie sind Stellvertreter und Abgesandte. So mancher, der nicht selber mitgehen kann, gibt ganz bewusst diesem oder jenem Pilger sein Päckchen, d. h. seine Anliegen und Sorgen, mit auf den Weg.

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