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Entstehung der St. Matthias Bruderschaft Waldorf bei Bonn

Der Ursprung der Wallfahrt -

Das Große Zent, das die Pilger durchwandern, birgt die Erinnerung an manche Not, die den Pilgern vergangener Jahre das Herz schwer gemacht hat. Mit seinen ausgedehnten Sümpfen und kaum zu durchdringenden Dickicht war das Große Zerrt Zuflucht und Versteck in Kriegszeiten. Wenn der Feind heranrückte, brachte man das Vieh, die beweglichen Wertsachen und sich selbst hier in Sicherheit. Besonders im ausgehenden 17. Jahrhundert, also in den ersten Jahren der Wallfahrt, war die Kriegsnot im Vorgebirge groß. Unsere Heimat wurde immer wieder in die Eroberungskriege Ludwigs XIV. von Frankreich hineingezogen. Im 2. Eroberungskrieg gegen Holland (1672 ? 1678) verwüsteten die Truppen Wilhelms von Oranien ? 25.000 Mann ? im November des Jahres 1673 das Land. Mit einem Erdbeben während der Fastenzeit, so stark, dass die Leute auf der Straße umfielen, hatte das Jahr schon so wenig Gutes verheißend begonnen. Die Soldaten entweihten die Kirchen, plünderten die Burgen, raubten den Bauern ihr Hab und Gut. Anschließend durften die Ausgeplünderten ihren Anteil an den Kriegslasten bezahlen, zuerst bei den "Franßen» (Franzosen), dann den Kaiserlichen? Die Dörfer mussten sich durch Darlehen hoch verschulden, um die geforderten Beträge aufbringen zu können. Im 3. Eroberungskrieg Ludwigs XIV. gegen die Pfalz (1688 ? 1697) raubten 1689 -  30.000 Söldner das  Bonner Land aus. Doch was war das schon gegen die 300.000 Mann, die während des Spanischen Erbfolgekrieges (1701 ? 1714) im Frühjahr 1703 Bonn belagerten und einnahmen?  Die Not dieser Jahre hat die Waldorfer sicherlich darin bestärkt, sich Jahr für Jahr auf den Weg nach Trier zu machen, um die Fürsprache des hl. Matthias anzurufen. Dabei war die Wallfahrt nicht einmal ungefährlich.

 

 

 

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