ERZBISTUM KÖLN     

Kolumne - Mittendrin

9. November 2016; Öffentlichkeitsausschuss des Pfargemeinderates

09. November 2016 - Mein Freund Jesus und ich 

Es war mal wieder soweit, das Pilgern zum Heiligen Jodokus nach Langenfeld stand an.

Das bedeutete das mir die Ehre zukam meinen Freund Jesus, so nenne ich unser Pilgerkreuz liebevoll, zu tragen. Es war nicht das erste mal und trotz seines Gewichts und der nicht so bequemen Traghaltung war es mir wie immer eine Ehre!

Schon das losgehen war dieses Jahr anders, bis Eckendorf war ich schon nass bis auf die Haut und Dicke Tropfen fielen mir vom Kreuz ständig ins Gesicht.

Als des dann  aufhörte zu regnen und wir nach einer Pause weitergingen macht mich die Kinder unserer Pilgerschar lachend  darauf aufmerksam das ich Jesus mit dem Gesicht nach hinten trug.

Selbiges passierte mir peinlicherweise auch noch in  Prozession in der Kirche. Am nächsten Tag gingen wir Richtung Heimat und es kam Wind auf. Es windete so stark das ich meinen Freund Jesus mit  beiden Händen festhalten musste.

Nach einer sehr starken Windböe schaute ich nach oben zu Jesus und dachte vor mich hin, was ist denn dieses Jahr mit dir los? Willst du mich ärgern?

Es folgte eine Schweigepause. In der Pause stellte ich mir vor was Jesus wohl auf diese Frage antworten würde.

Ich denke er würde sagen: Ernsthaft Lars? Denk mal an die letzte Zeit zurück. Wieviel Sturm war in deinem Leben? Ich musste auch mit beiden Händen zupacken um dir Halt zu geben. Aber weißt du was? Ich habe es gerne getan und egal wie welche Stürme auch kommen mögen. Ich halte dich fest. Denn dafür sind doch Freunde da!

Weißt du auch warum ich mich umgedreht habe? Ich mag nicht nur Voraus gehen sondern mitten unter euch.

Bleibt noch der Regen, stell dich nicht so an! du bist doch nicht aus Zucker, letztes Jahr war es heiß und auch das war dir nicht recht.“

Schon seltsam diese Schweigepausen. Ich werde meinen  Freund Jesus auch nächstes Jahr wenn nichts dazwischen kommt wieder tragen. Wahrscheinlich gibt es auch dann wieder etwas was mir nicht passt, aber ich werde ihn ganz fest halten um ihn vor den Stürmen zu schützen.

Denn ich trage ihn wirklich gerne! Aber noch viel lieber trage ich ihn im Herzen.

 

Lars Koch


 

29. Juni 2016 - Mittendrin

Es ist mein erster Morgen hier auf dem Katholikentag in Leipzig, ich gehe verschlafen und unter leichten Rückenschmerzen zum Frühstück.

Zu mir an den Tisch setzen sich einige Menschen. Während des Frühstücks kommen wir ins Gespräch und ich erfahre, es sind Pfadfinder. Pfadfinder?? Einige Begriffe schleichen durch die Windungen meines, noch nicht ganz so wachen Gehirns. Ich denke sofort an Tick, Trick und Track vom Fähnlein Fieselschweif ! Ich schmunzele, aber die Neugier bewegt mich dazu nachzufragen, was sie denn so machen außer `Kekse verkaufen`. Ein „liebevoller Stubser und ein nicht wirklich böses Gesicht machen mir klar, dass ich auf dem Holzweg bin. „Da ist es wieder, dieses typische Vorurteil“, sagt die junge Frau mir gegenüber. Sie heißt Leonie und ist 19 Jahre alt und runzelt die Stirn.

Ich begründe mein gewaltiges Fachwissen mit Donald Duck und frage verwundert, ob das denn alles nicht stimmt? Ich hebe meine Augenbrauen und rufe ernst :,, Jeden Tag eine gute Tat!!´´

Das stimmt schon, sagt Niklas erfreut, er ist ebenfalls 19, und wie ich erfahre, sind sie beide schon seit dem 7. Lebensjahr dabei. „Na los“, sage ich herausfordernd, dann klärt mich mal auf. Der erste Kaffee zeigt Wirkung, in dem Gefühl heute noch etwas Interessantes zu erfahren, frage ich sie, wie sie denn von den Pfadfindern erfahren haben. Es stellt sich heraus, dass es eine Vorstellung in der Schule, einerseits, sowie ein guter Kumpel andererseits waren. Leonie sagt mir, dass sie daraufhin zu einer Schnupperstunde ging und das die Meisten, die mit ihr in der ersten Stunde waren, danach den Pfadfindern beigetreten sind. Als Niklas ihr bestätigend zu nickt und ergänzt, dass sie heute noch dabei sind, bin ich hellwach. Es mag die zweite Tasse Kaffee sein oder doch eher, dass mein Interesse geweckt wurde. Leonie und Niklas sind zwei supernette und erfrischend aufgeschlossene junge Menschen. Ich möchte verstehen was sie dazu bewegt Pfadfinder zu werden? Also frage ich sie, was man als Pfadfinder so macht und wofür die Pfadfinder stehen.  Begeistert fangen sie an zu erzählen.

Wir sind eine Katholische Vereinigung, aber wir sind offen für JEDEN. Hauptsächlich stehen wir für den Frieden und Gemeinschaft. „Gemeinschaft unter euch?“, hake ich nach. „Nicht nur“, sagt Niklas, „Gemeinschaft mit allen Menschen. Wir wollen hinschauen, auch dort wo andere wegschauen“.

„Welche Aktivitäten sind denn so für eure Gruppen üblich?“, frage ich nach.  „Nun“ , sagt Leonie, „es gibt unsere Gruppenstunden und wir verbringen ganz viel Zeit in der Natur“. „Ja und erst unsere Zeltlager“, ergänzt Niklas, „Dort machen wir Feuer ohne Feuerzeug, kochen gemeinsam und wir spielen ganz viel!“

Im Gedanken etwas Kluges hinzuzufügen, werfe ich ein:,, Spiele, die den Zusammenhalt fördern und auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten. ´´ „Hauptsächlich Spiele, die Spaß machen“, fügt Leonie mit einem breiten Grinsen hinzu. „Ja“, denke ich bei mir, „Spaß ist nicht zu unterschätzen“ und grinse zurück. „Nun müssen wir aber los“ , sagt Niklas, „wir haben noch Dienst am Stand von unserem Verband. Komm doch mal bei uns vorbei“. Sie stehen auf und gehen, auch ich bin fertig mit Frühstücken und gehe spülen.

Ich habe sie nachmittags noch besucht und am Friedenslichtimpuls (Dieses Licht kommt wirklich aus Bethlehem) teilgenommen.

Als ich mich abends auf meinem nicht ganz so bequemen Feldbett ausstrecke, denke ich noch einmal über das Erlebte nach, an Leonie und Niklas, an die Worte Frieden, Helfen,Gemeinschaft, Natur und Miteinander. Ein Zitat von Lord Robert Baden-Powell, dem Gründer der Pfadfinderbewegung,  welches ich über Tag gelesen habe, kommt mir in den Sinn.

Verlasst die Welt ein wenig besser, als ihr sie vorgefunden habt.

Ich finde Pfadfinder voll cool und wäre bestimmt ein guter Pfadfinder!!

Ob die wohl eine Senioren Abteilung haben??

Lars Koch

 

 

Notfallseelsorge


Tel. (02225) 7040200

 
 
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